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Drittbeste Frau: Susanne Sailer (re.) mit Siegerin Gintare Scheidt (Mi.) und Weronika Glinkiewicz-Madej.
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Flott unterwegs: Susanne Sailer fuhr in den acht Wettfahrten fünfmal unter die besten Zehn. Auf dem Foto hinten ist der Deutsche Thomas Eder (17. Platz). 

Segeln

Sailer geht über Bord und holt Bronze

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In der „Europe“-Klasse gehört sie europaweit zu den Besten: Susanne Sailer hat Bronze bei der Master-EM geholt. Dafür ging sie sogar einmal über Bord.

Oberhausen – Es ist so ziemlich das Schlimmste für einen Segler, wenn er aus dem Boot heraus ins Wasser fällt. Susanne Sailer ging allerdings ganz bewusst über Bord. Sie und die anderen Teilnehmer der Master-EM hatten auf dem Wasser schon ewig warten müssen, doch der Start der ersten Wettfahrt verzögerte sich weiter – und das bei prallem Sonnenschein und großer Hitze. Irgendwann half auch ständiges Wasser-über-den-Kopf-Schütten nicht mehr, „so sprang ich kurzerhand in das 16 Grad kalte Wasser“, berichtete Sailer. Nach einem kleinen Schockmoment „war es eine wunderbare Abkühlung. Danach ging es mir besser“, so die Oberhausenerin. Als es dann doch endlich losging mit den ersten Wettfahrten, war Sailer auf den Punkt präsent. Mit den Rängen elf, fünf und drei unter 45 Teilnehmern legte sie den Grundstein zu ihrer insgesamt dritten EM-Medaille.

2017 hatte die Ärztin und zweifache Mutter, die für die Seglergemeinschaft Überlingen startet, im französischen Biscarosse den zweiten Platz bei den Frauen belegt. 2014, bei ihrer ersten Master-EM, hatte sie in Nieuwpoort (Belgien) gar Gold errungen. Nun holte Sailer eine Bronzemedaille und war damit zugleich Beste des deutschen Aufgebots, das sechs Frauen und zehn Männer umfasste. In der Gesamtwertung landete Sailer nach acht Wettfahrten (ein Streichergebnis) mit 58,0 Punkten auf Platz acht. Damit war sie „hochzufrieden“. Bei den Frauen waren nur zwei namhafte Seglerinnen besser als die Oberhausenerin. Den Sieg holte sich die Litauerin Gintare Scheidt (13,0/2. Gesamtplatz), die im „Laser Radial“ 2012 Olympia-Gold und 2008 Olympia-Silber gewonnen hatte. Zweite wurde die Polin Weronika Glinkiewicz-Madej (24,0), die seit Jahren im „Europe“ Spitzenergebnisse einfährt.

Der Start in die mehrtägige Europameisterschaft war für die Teilnehmer alles andere als erfreulich verlaufen. Obwohl ein Gewitter aufzog, ließ die Wettfahrtleitung die Segler starten. „So etwas ist eher unüblich“, sagte Sailer ironisch. Die Teilnehmer suchten Schutz an einer steilen Felswand, während sie von Böen bis sieben Beaufort, Blitz und Donner sowie Regen heimgesucht wurden. Letztlich hatte die Wettfahrtleitung ein Einsehen und brach ab. Eine deutsche Seglerin hatte Pech und kenterte, wobei sie noch Glück hatte, da der fallende Mast das Deck nicht beschädigte. An den folgenden Tagen herrschten ordentliche Bedingungen.

Am zweiten Tag, an dem Wettfahrten gesegelt wurden, lag Sailer im dritten Rennen bei doch recht frischem Wind um die fünf Beaufort als Achte erneut gut im Rennen, als ihr vor der letzten Kreuz an der Leeboje die Trimmeinrichtung für das Segel (Outhole) riss. Die Wettfahrt konnte sie nicht beenden. In den beiden folgenden Fahrten musste die Oberhausenerin improvisieren, „ich konnte den Segeltrimm nur durch den Schotzug verändern“. Trotz des Handicaps belegte Sailer noch zwei Top-Ten-Ränge (7/10). Abends waren dann Reparaturen angesagt, „ich musste meinen Baum komplett auseinandernehmen“, berichtete die Oberhausenerin.

Am letzten Wettkampftag „erwischte ich bei der Startkreuz die falsche Seite“, so Sailer. Das führte dazu, dass sie das Feld quasi von hinten aufrollen musste, was ihr auf den Vorwindkursen gut gelang: „Auf den großen Wellen hinuntergleiten macht mir schon immer viel Spaß.“ Mit den Rängen neun und 13 schloss sie die Regatta ab. Mit deutlichem Vorsprung auf die viertplatzierte Frau, eine Seglerin aus Frankreich, holte Sailer Bronze.

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