Christian Sacher, Hubert Lorenz, Martin Wilhelm und Tim Öttl vom „Radteams Impuls“.
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Rennradfahren ist ihre große Leidenschaft: (v.l.) Christian Sacher, Hubert Lorenz, Martin Wilhelm und Tim Öttl sind ein Teil des „Radteams Impuls“, das Akteure verschiedener Altersklassen vereint.

RADsport im Landkreis

Radteam Impuls: Spaß an Wettkämpfen und langen Strecken

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Wer im Radsport erfolgreich sein will, braucht ein Team. Martin Wilhelm aus Weilheim hat das „Radteam Impuls“ gegründet - und hat mit ihm in der Marathon-Szene einiges vor.

Weilheim – Geht es um Sport, dann gehört für Martin Wilhelm der Wettkampf einfach dazu. Das war schon früher so, als er – damals in Fischen wohnend – in Pähl und Raisting Fußball spielte. Und es ist auch jetzt noch so, wenn der 30-Jährige seiner neuen Leidenschaft, dem Rennradfahren, nachgeht. Sport betreibt Wilhelm zugleich immer am liebsten in einer Gruppe. Deswegen hat er auch das „Radteam Impuls“ gegründet. In ihm haben sich mittlerweile etliche Größen und Talente aus der Region versammelt. Das Ziel ist, eine „regionale Elite-Auswahl“ aufzubauen, die vor allem bei Radmarathons für Top-Ergebnisse sorgt und die Weilheim-Schongauer Szene präsentiert.

Radteam Impuls soll für alle Altersklassen offen sein

Das mit der „Elite-Auswahl“ sei „ein bisserl überspitzt“ formuliert, sagt Wilhelm im Gespräch mit der Heimatzeitung. Aber ohne Ambitionen kommt man eben nicht weit oder generiert Interesse – sei es bei guten Sportlern oder Sponsoren. Entstanden ist das Impuls-Team schon 2015, seit 2017 betreibt Wilhelm, mittlerweile in Weilheim wohnend, das Projekt ernsthafter. Der Chemielaborant sitzt sehr gern selbst auf dem Rennrad und trainiert zielgerichtet. Viel Zeit und Engagement investiert er allerdings auch darauf, „das Team am Laufen zu halten“. Der organisatorische Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Wilhelms Credo lautet: „Die Fahrer sollen sich auf den Radsport konzentrieren können.“

Das Team soll beide Geschlechter und möglichst viele Altersklassen umfassen. Die Homepage listet derzeit eine Frau und sieben Männer als Team-Mitglieder auf. Dazu gehören mit Josef Stegherr (Jg. 1960) aus Kinsau und Christian Sacher (Jg. 1974) aus Penzberg – er ist der Bruder von Paralympics-Sieger Wolfgang Sacher – erfahrene Rennfahrer. Jüngster der Equipe ist Tim Öttl (Jg. 1999) aus Weilheim. Womöglich wird der in der Region bekannte Christian Riesenbeck (Hohenfurch) demnächst auch dazustoßen. Einer der stärksten Fahrer der „Impuls“-Truppe ist aktuell Dennis Biederer (Jg. 1993): Der Denklinger hält auf dem Portal „Strava“ (ein Netzwerk, auf dem sportliche Leistungen verglichen werden könne) derzeit die Rekorde für Fahrten auf den Auerberg und den Hohen Peißenberg (über St. Georg). Die 3,23 Kilometer-Strecke auf den Auerberg von Bernbeuren (im Schnitt 7,9 Prozent steil) fuhr er in 9:52 Minuten (im Schnitt 19,7 km/h). Die 6,47 Kilometer hinauf auf den Bayerischen Rigi schaffte Biederer in 16:57 Minuten (22,9 km/h). Das Training unter der Woche absolvieren die Teammitglieder in der Regel allein, meist nach Trainingsplänen. An den Wochenenden standen zumindest bis zu den Corona-Beschränkungen gemeinsame Ausfahrten auf dem Programm.

Radmarathon-Szene ist in Österreich schon etabliert

Das Hauptaugenmerk richtet das „Radteam Impuls“ auf die Radmarathons. Das sind Breitensport-Events mit hunderten, ja tausenden Teilnehmern, bei denen allerdings auch sehr ambitionierte Fahrer antreten. Die Marathons werden zum Teil als echte Rennen, zum Teil als Fahrten ohne Wettbewerbscharakter (Strecken sind nicht gesperrt/Straßenverkehrsordnung ist zu beachten) ausgetragen. Eine etablierte Szene dieser Veranstaltungen gibt es vor allem in Österreich. Bekannt sind unter anderem der Ötztal-Radmarathon (Österreich) oder das Alpenbrevet (Schweiz). So eine Teilnahme „hat auch einen Abenteuer-Charakter“, sagt Wilhelm. Als Team verbringt man ein Wochenende miteinander, eventuell wird im Vorfeld sogar die Strecke besichtigt und (in Teilen) abgefahren.

Corona sorgte im vergangenen Jahr dafür, dass die meisten Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Einige wenige Rennen fanden statt, darunter die Reither Kogel-Trophy; ein Bergzeitfahren über 6 Kilometer (550 Höhenmeter). Tim Öttl (22:33,6 Minuten) erreichte in der Gesamtwertung mit dem 51. Platz unter 222 Finishern das beste „Impuls“-Resultat. Andrea Schwarz-Stegherr (30:18,4) und Josef Stegherr (24:39,2) gewannen jeweils ihre Klasse. Wilhelm hofft, dass heuer auch wieder die großen Radmarathons stattfinden können: „Wir wollen nicht noch mal so ein Jahr.“ Geplant sind Starts unter anderem beim Amadé-, Highlander- und Fünf-Seen-Radmarathon.

Everesting-Challenge am Auerberg geplant

Ein besonderes Event plant das „Impuls“-Team selbst, und zwar eine Everesting-Challenge. Dennis Biederer wird am Auerberg versuchen, die 8848 Höhenmeter zusammenzubekommen. Um das zu schaffen, muss er 37 Mal hinauffahren und dabei eine Strecke von circa 210 Kilometern absolvieren. Die Aktion soll im April über die Bühne gehen und einem guten Zweck dienen. Das „Radteam Impuls“ sammelt im Rahmen der Challenge Spenden und möchte so die Initiative „Deutschland hilft“ unterstützen. Das Geld soll dort an die „Corona Nothilfe weltweit“ gehen. Martin Wilhelm ist klar, dass der Betrag nicht alle Nöte lindern wird, aber „es ist eine Geste“. Und zwar eine die zeigt, dass die „Impuls“-Sportler bei allem sportlichen Ehrgeiz mehr als nur Wattzahlen, Kilometer und Geschwindigkeiten im Blick haben.

Radteam Impuls: Weitere Informationen zum Radteam Impuls gibt es online unter www.radteam-impuls.de. Spenden für die „Corona Nothilfe weltweit“ nimmt das Team an unter: Radteam Impuls e.V., IBAN DE74 7009 3200 0002 1252 50, BIC: GENODEF1STH.

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