Das Racing-Team mit Klaus Helfer (Teamchef), Florian Braune (Mechaniker), Marina Pollinger und Dennis Helfer (Fahrer). Das Foto entstand beim Training in Haunstetten.
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Vorfreude auf eine – wenn auch kurze – Bahnsaison: (v.l.) das Racing-Team mit Klaus Helfer (Teamchef), Florian Braune (Mechaniker), Marina Pollinger und Dennis Helfer (Fahrer). Das Foto entstand beim Training in Haunstetten.

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Zum Saisonstart geht‘s für Dennis Helfer gleich gegen die Elite

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
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Monatelang herrschte Pause und Stillstand, doch nun kann Dennis Helfer wieder loslegen: Der Speedwayfahrer aus Weilheim hat diverse Renntermine in Aussicht. Zum Start geht es für ihn bei der Langbahn-DM gleich in die Vollen.

Weilheim – Monatelang herrschte Pause und Stillstand, doch mit einem Schlag musste alles ganz schnell gehen. Nach einem Anruf aus Vechta stand Dennis Helfer gehörig unter Druck. Eine Fahrerlizenz musste beantragt, ein Termin für einen ärztlichen Gesundheitscheck organisiert werden – und das ruck-zuck. Doch der Weilheimer (31) ist auch froh um den Stress, der ihm da eingebrockt wurde. Denn damit steht fest, dass Helfer wieder das tun kann, was ein Teil seines Lebens ist: Speedway-Rennen fahren.

Die Ausrichter der deutschen Meisterschaft auf der Langbahn in Vechta (südlich von Oldenburg) hatten beim Weilheimer angefragt, ob er nicht an den Titelkämpfen der Topfahrer teilnehmen möchte. Helfer sagte natürlich zu. Als einer von nur drei B-Lizenzfahrern im Feld tritt er nun gegen die A-Lizenz-Cracks an, die bei internationalen Rennen starten. Zu den Favoriten gehören Fahrer wie Martin Smolinski, amtierender Vize-Weltmeister auf der Langbahn, sowie Michael Härtel, deutscher Langbahn-Meister 2019, und Jörg Tebbe, deutscher Meister der Jahre 2015 und 2018. Am kommenden Samstag, 11. September, findet die DM im Rahmen eines Flutlichtrennens statt.

Saisonstart bei Langbahn-DM in Vechta

Dennis Helfer ist froh, dass sich nun doch noch einige Rennen ergeben: „Zumindest geht mal wieder was.“ Lange Zeit hat es heuer diesbezüglich schlecht ausgesehen. Die Unsicherheiten in Sachen „Corona“ ließen viele Veranstalter zögern oder zwangen sie zu einer Absage. Rennen ohne Zuschauer sind rein theoretisch möglich, aber finanziell einfach nicht machbar. Zumindest ein gewisses Kontingent ist nun zugelassen. „Mit Fans ist es natürlich besser“, betont Helfer.

Nach Vechta stehen für ihn noch Wettbewerbe im tschechischen Marienbad (18. September), in Haunstetten (25./26. September) sowie in Neuenhasslau (2./3. Oktober) auf dem Programm. Dass es Schlag auf Schlag geht, ist für ihn nichts Besonderes. „Das ist genau so wie in einer richtigen Saison“, sagt der Weilheimer. Völlig ungewöhnlich ist jedoch der Umstand, dass er zum Auftakt gleich bei einer DM antritt. „Das hatte ich wirklich noch nie“, sagt Helfer, der seit Kindheitstagen auf dem Motorrad sitzt und Bahnsport betreibt.

Seit 2014 ist der Industriemechaniker überwiegend bei Langbahnrennen unterwegs. Die können – im Unterschied zum klassischen Speedway – sowohl auf Gras- als auch Sandovalen ausgetragen werden. Und während beim Speedway stets vier Fahrer in einem Lauf antreten, sind bei Langbahn-Wettbewerben bis zu sechs Piloten gleichzeitig unterwegs. Während ein Speedway-Motorrad nur einen Gang hat, verfügt eine Langbahn-Maschine über zwei Gänge. Bremsen haben übrigens keine der beiden Fahrzeugtypen.

Dennis Helfer absolvierte vier Trainingstage auf dem Motorrad

Aufgrund der lange unklaren Situation gab es auch lange keine Möglichkeit zum Training auf dem Motorrad. Letztlich ergaben sich dann doch vier Tage. Los ging es in Haunstetten. Der erste Tag „war einfach zum Reinkommen und Spaß haben“, berichtet Helfer. Am zweiten Tag stand schon wieder der sportliche Aspekt im Vordergrund: aufs Tempo achten, die richtigen Linien finden. Obwohl Helfer sein Fitness- und Krafttraining auch in der Coronapause durchgezogen hatte, bedeutete das Training eine besondere Anstrengung. „Da hast du danach Körperpartien gespürt, die du lange nicht gespürt hast“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Der Trainingstag auf der 1000-Meter-Sandbahn in Pfarrkirchen stellte danach den „ersten echten Materialtest“ dar, so der Weilheimer. Der verlief gut – und am Ende hatte das „Helfer Racing“-Team noch echtes Glück. Am Nachmittag riss die Steuerkette im Motor, doch auf eine Art, die nicht noch weitere Teile beschädigte. So konnte auch noch das Training in Mühldorf über die Bühne gehen. „Das ist perfekt gelaufen“, sagt Helfer. Damit geht er zuversichtlich in die Langbahn-DM, wenngleich er weiß, dass er nur Außenseiter ist. Auf der Bahn in Vechta hat der Weilheimer in den vergangenen Jahren gute und weniger guter Resultate erzielt.

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