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Eine sportliche Grundschullehrerin und ihr spezielles Winter-Experiment

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Von: Paul Hopp

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Laufen bei Schnee und Kälte: Tabea Otto bei ihrer Umrundung des Starnberger Sees Anfang Januar 2022.
Laufen bei Schnee und Kälte: Tabea Otto bei ihrer Umrundung des Starnberger Sees. Die 26-Jährige gehörte offiziell zum Teilnehmerfeld des „Dreikönigsmarsches“, der parallel stattfand und mit einem entsprechenden Schild auf dem Rücken gekennzeichnet war. Otto konnte so die Versorgungsstationen nutzen. © Privat

Tabea Otto ist gern in Bewegung - und das auf langen Distanzen. Die 26-Jährige hat nun laufend den Starnberger See in weniger als fünf Stunden umrundet. Dafür wählte sie extra die kalten Jahreszeit.

Landkreis – Nach etwa zwei Drittel der Strecke stand das ganze Vorhaben auf der Kippe. Rund 30 Kilometer hatte Tabea Otto absolviert, da „gab es einen kritischen Punkt“. Zusätzlich zu den körperlichen Anstrengungen setzten Wind und Niederschlag der Läuferin arg zu. Doch die 26-Jährige kämpfte sich durch das Tief und schaffte schließlich das, was sie sich in den Kopf gesetzt hatte: bei winterlichen Verhältnissen einmal um den Starnberger See zu laufen. 49,9 Kilometer mit je 300 Höhenmetern bergauf und bergab absolvierte Otto – und blieb dabei auch unter der selbst gesetzten Marke von fünf Stunden. Nach 4:55 Stunden kam sie am Ausgangspunkt in Tutzing an. „Ich bin zufrieden“, sagt Otto, fügt aber auch gleich hinzu: „Es ist Luft nach oben.“ Macht sie die Tour noch einmal, „möchte ich unter vier Stunden bleiben“.

Der Lauf im Winter war für Tabea Otto auch ein Test, wie ihr Körper mit den speziellen Bedingungen in der kalten Jahreszeit zurecht kommt. „Im Sommer kann’s ja jeder“, sagt sie mit einem Lachen. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt zum Start und Schnee auf den Wegen „ist es schon etwas anderes“, sagt die junge Frau, die in Murnau wohnt und in Penzberg als Lehrerin an der Bürgermeister-Prandl-Grundschule arbeitet.

Zufrieden im Ziel: Läuferin Tabea Otto mit Mutter Andrea Otto, die sie auf dem Rad als Pacemakerin begleitet hatte.
Zufrieden im Ziel: Läuferin Tabea Otto mit Mutter Andrea Otto, die sie auf dem Rad als Pacemakerin begleitet hatte. © Privat

Egal, um welche Jahreszeit es sich handelt: Tabea Otto ist gern in Bewegung – sei es laufend (und da bisweilen auch mit Hundebegleitung) oder mit dem Rennrad. Und dabei möchte die 26-Jährige, „ihre Grenzen verschieben“, wie sie online schreibt. Ihr Fokus liegt auf Lang- und Ultrastrecken, gern auch auf bergigem Terrain. Über eine beachtliche Form verfügt sie auf alle Fälle. Im vergangenen Spätsommer startete sie zusammen mit dem Oberpfälzer Bernhard Steinberger bei der 24-Stunden-Radtrophy in Hitzendorf (Steiermark). Das Duo gewann am Ende die Zweierteam-Wertung; binnen eines Tages hatten sie zusammen 185 Runden abgespult, was einer Gesamtdistanz von 713 Kilometern entsprach. Beim „Megamarsch“ in Nürnberg Anfang November ging Otto, die ursprünglich aus Franken stammt, 50 Kilometer in gerade einmal 8:13 Stunden.

Tabea Otto ist gern in den Bergen und auf dem rennrad unterwegs

Ein Event für Wanderer nutzte die Ausdauersportlerin nun auch für ihre Tour um den Starnberger See. Als laufende Teilnehmerin am „Dreikönigsmarsch“ – einer von Manfred Kager 2018 erstmals organisierten Benefiz-Veranstaltung – konnte sie die Verpflegungsstationen in Anspruch nehmen. Obendrein erleichterten Richtungspfeile die Navigation. Zwei Stunden später als die Wanderer ging die Athletin auf die Strecke. Begleitet wurde sie von ihrer Mutter Andrea, die auf einem Mountainbike als Pacemakerin fungierte. Ohne sie „wäre es sicherlich nur halb so schön gewesen“, so Tabea Otto.

Vom Start in Tutzing ging es im Uhrzeigersinn um den See. Zu Beginn musste Otto, wie sie berichtet, einen kurzen Umweg hinnehmen. Nach etwa einer Stunde Laufzeit hatte sie die hinteren Wanderer eingeholt. Ab Starnberg besserte sich das Wetter zwischenzeitlich, die Sonne wärmte regelrecht. Die Halbmarathonmarke erreichte Otto nach 1:58 Stunden. Nach der bereits erwähnten Phase des Kampfes lief es wieder besser, das welligere Terrain in Richtung Bernried kam dem Traillauffan entgegen. Die Marathon-Distanz hatte Otto nach 4:04 Stunden geschafft. Danach setzte sie alles daran, das Ziel in weniger als fünf Stunden zu erreichen, was ihr auch gelang.

Grafik zur Starnberger-See-Umrundung von Tabea Otto.
Im Uhrzeigersinn um den See: Start und Ziel für den lauf von Tabea Otto waren in Tutzing. © Grafik: Komoot

Die Umrundung des Starnberger Sees ist in Läuferkreisen eine recht bekannte Tour. Im vergangenen Frühjahr hat Markus Brennauer (TSV Penzberg) einen Rekord für ein bestimmtes, genau festgelegtes Segment aufgestellt. Der Penzberger (42) lief eine Distanz von 49,3 Kilometer in der bis dato „fastest known time“ von 3:07:04 Stunden und unterbot dabei die Bestmarke des bekannten Ultraläufers Florian Neuschwandner. Brennauers Start und Zielort war die Uferpromenade in Starnberg.

In Sachen „Wettkämpfe“ geht es für Tabea Otto als nächstes wieder aufs Rad. Mit dem „Bike-Team Regensburg“ absolviert sie Anfang März ein „24-Stunden-Indoor-Cycling-Event“, das im Online-Format stattfindet. Schnee und Kälte spielen dabei also keine Rolle.

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