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Viel Applaus auch für den Verlierer

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Von: Stefan Schnürer

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Da konnte er bereits wieder lachen: Der Weilheimer Christian Fuchs (3. v .li.) musste den Titel bei den Herren 40 dieses Jahr Matthias Hahn (3. v. re.) überlassen. Umrahmt werden die beiden Topspieler von (v. li.) Andreas Lauer (Oberschiedsrichter), Andreas Schwinghammer, Frank Möller (jeweils Turnierleitung) und Johann Vogl (Vorsitzender TC Weilheim). © TC Weilheim

Bei der 17. Auflage des Weilheimer Sparkassencups kamen die Freunde des gepflegten Tennissports voll auf ihre Kosten. Besonders viel Applaus bekam Lokalmatador Christian Fuchs - trotz Niederlage im Finale.

Weilheim – In diesem Moment war es für Christian Fuchs vielleicht nur ein schwacher Trost. Als Matthias Hahn im Champions-Tiebreak seinen fünften Matchball verwandelte, gab es auch für den unterlegenen Lokalmatador aus Weilheim lang anhaltenden Applaus von den zahlreichen Zuschauern, die diesem hochklassigen Finale bei den Herren 40 beigewohnt hatten. Es war zugleich Höhepunkt und krönender Abschluss des 17. Weilheimer Sparkassencups.

Es war keine große Überraschung dass diese beiden Kontrahenten im Endspiel aufeinandertrafen. Christian Fuchs vom gastgebenden TC Weilheim ist amtierender bayerischer Meister und Titelverteidiger beim Sparkassencup, Matthias Hahn (TC Marburg) ist die Nummer 5 der deutschen Rangliste bei den Herren 40. Was die beiden Akteure dann zeigten, war „hochklassiger und spannender Tennissport“, so Weilheims Pressesprecher Oliver Richter. Zudem entwickelte sich das Spiel der beiden befreundeten Kontrahenten zu einem wahren Krimi. Fuchs konnte eine 3:0-Führung im ersten Satz nicht verteidigen, am Ende musste er sich mit 3:6 geschlagen geben. Im zweiten Durchgang drehte er den Spieß um und setzte sich deutlich mit 6:2 durch. Im Match-Tiebreak wehrte der Weilheimer beim Stand von 6:9 gleich drei Matchbälle ab und glich aus. Hahn ließ jedoch nicht locker. Beim Stand von 11:10 verwandelte er seinen fünften Matchball zum 12:10-Endstand.

Auch bei den Herren 65 gab es ein Finale mit Weilheimer Beteiligung – allerdings mit wesentlich unspektakulärerem Ausgang. Da sich Johann Schwinghammer im Halbfinale verletzt hatte, konnte er das Finale gegen Manfred Egger (TC Seefeld) nicht mehr bestreiten. Vorjahressieger Wolfgang Sonn vom TC Weilheim schied bereits in der ersten Runde gegen Hans Bader (TC Siebentisch) Augsburg nach einer hart umkämpften Partie aus (4:6, 7:6, 6:10).

In der erstmals ausgetragenen Konkurrenz bei den Herren 45 kam es im Finale zu einem Duell zweier ungesetzter Spieler. Einer von ihnen war Martin Kramer vom TC Penzberg, der sich in souveräner Manier seinen Weg ins Endspiel bahnte. Dort musste er sich dann aber Till Koeninger (Grün-Weiß Luitpoldpark München) mit 5:7, 4:6 geschlagen geben.

Auch wenn dem TC Weilheim in diesem Jahr ein Sieg verwehrt blieb, zogen die Organisatoren ein durch und durch positives Fazit. Die Hochstufung dieses Ranglistenturniers durch den Deutschen Tennisbund (DTB) habe sich nachhaltig auf die Qualität des Teilnehmerfeldes ausgewirkt. Als Beispiel nennt Reinhold Moser, der für die Organisation zuständige Sportwart der Weilheimer den Gewinner bei den Herren 70, Hans-Peter Balke. Der Spieler vom TC Rot-Weiß Karlsdorf) ist im Moment die aktuelle Nummer 12 der Weltrangliste bei den Herren 70. Was Moser neben dem grandiosen Finale bei den Herren 40 mit am meisten beeindruckt hat, war Gerd Coldewey: Der Spieler vom TC Siemens München ist mittlerweile 83 Jahre alt, dennoch behielt er bei den Herren 75 gegen die durchwegs jüngere Konkurrenz die Oberhand. Im Finale setzte er sich gegen Wolfgang Hahn (1. SC Gröbenzell) mit 6:3, 6:3 durch. „Der spielt ein Tennis, das ist der absolute Wahnsinn“, so Moser.

In den Frauenkonkurrenzen war mit Sabine Diesel-Kemper nur eine einzige Spielerin aus dem Landkreis dabei. In der qualitativ wie quantitativ sehr gut besetzten Altersklasse Damen 50 war für die Weilheimer nach einer 4:6, 6:7-Niederlage gegen Siegried Leingartner (TSV Siegsdorf) bereits nach der ersten Runde Endstation.

Glück hatten die Weilheimer Verantwortlichen einmal mehr mit dem Wetter. Während es andernorts teilweise in Strömen regnete, gab’s über den Plätzen am Narbonner Ring lediglich ein Nieseln. „Das war zwar nicht schön, aber man konnte spielen“, so Moser. Nur wenige Partien mussten in die eigene Tennishalle sowie die Halle in Murnau verlegt werden. In der Nebenrunde erreichte Diesel-Kemper zumindest das Finale, in dem sie gegen Jtta Delfin (TC Friedberg) unterlegen war.

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