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TC Penzberg: Das Coronavirus als regelrechter Konjunkturmotor

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Von: Peter Reinbold

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Jordan Wenninger (2.v.l.) und Simon Büscher (2.v.r.), die beim TC Weilheim trainieren, unterstützen nun auch die Nachwuchsarbeit beim TC Penzberg. Das freut auch die Vereinsspitze mit Thilo Klütsch (rechts) und Kai-Uwe Krönfeld (links).
Willkommen in Penzberg: Jordan Wenninger (2.v.l.) und Simon Büscher (2.v.r.), die beim TC Weilheim trainieren, unterstützen nun auch die Nachwuchsarbeit beim TC Penzberg. Das freut auch die Vereinsspitze mit Thilo Klütsch (rechts) und Kai-Uwe Krönfeld (links). © Harry Wolfsbauer/TC Penzberg

Der TC Penzberg hat großen Zulauf beim Nachwuchs und verstärkte daher sein Trainerteam. In die Sommer-Saison startet der Klub mit 14 Teams.

Penzberg – Auf einem der hinteren Courts auf der Anlage des Tennisclubs Penzberg liefern sich die Brüder Marco und Maxi Ontiveros, die in ihren Altersklassen zu den bayerischen Toptalenten zählen, ein Trainingsmatch unter Wettkampfbedingungen. Aufschlag, krachende Vorhand, gelungener Passierschlag, Unzufriedenheit, wenn ein Ball knapp im Aus landet. Beide demonstrieren, was möglich ist, wenn Talent, auf Willen, Einsatzbereitschaft und Fleiß treffen.

Auf zwei anderen Plätzen fliegen ebenfalls Bälle. Jordan Wenninger und Simon Büscher versuchen Kindern, die mit dem Schläger noch nicht vertraut sind, die Grundbegriffe, das kleine Einmaleins des Tennis, beizubringen. Für einige Mädchen und Buben sind es die ersten Gehversuche, für Wenninger und Büscher ist es eine Premiere – zumindest beim TC Penzberg.

TC Penzberg hat großen Zulauf beim Nachwuchs

Die beiden betreiben seit einigen Monaten in Weilheim eine Tennisschule, die auch in Peißenberg und Polling aktiv ist, und arbeiten seit Samstag auch in Penzberg. „Wir brauchten Verstärkung, weil unsere Trainer Roland Hecker und David Vesely an ihre Kapazitätsgrenze gelangt waren und die Nachfrage nicht mehr bewältigen konnten“, sagt TCP-Vorsitzender Thilo Klütsch.

Hecker machte Klütsch und seinen Vize Kai-Uwe Krönfeld auf Wenninger und Büscher aufmerksam, die als Trainerteam bereits beim TC Weilheim in der Vergangenheit gute Arbeit leisteten. „Zwei, drei gute Gespräche weiter waren wir uns einig“, erklärt Klütsch. Die Zusammenarbeit mit Wenninger und Büscher ist auf Dauer angelegt. Vesely und Hecker sind damit einverstanden. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Zulauf abreißt“, meint Klütsch.

Wenninger/Büscher unterstützen TC Penzberg bei Nachwuchsarbeit

Der kleine Boom resultiert nicht aus dem Wunsch der Kinder, einem Alexander Zverev oder einer Angie Kerber nachzueifern, wie es in den 1980-Jahren nach den Erfolgen von Steffi Graf und Boris Becker der Fall war, als den Tennisvereinen in ganz Deutschland die Plätze eingerannt wurden und Tennis, der ehemals elitäre weiße Sport, plötzlich für die breite Masse interessant war. Die Erklärung, die Klütsch liefert, warum die Mitgliederzuwachs vor allem im Nachwuchsbereich Konjunktur hat, ist auf den ersten Blick ungewöhnlich, auf den zweiten aber einleuchtend: „Das Coronavirus.“

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Tennis ist ein Freiluftsport und konnte des Abstands wegen auch betrieben werden, als andere Sportarten wegen der Pandemie nicht erlaubt waren. „Die Kinder wollen sich bewegen, das war bei uns möglich.“ Deshalb haben er und Krönfeld alles in die Wege geleitet, dass die Nachwuchsspieler bei der Stange bleiben und auch die Erwachsenen, falls nötig, einen Trainer finden, der sie (noch) besser macht.

„Uns ist vor allem der Breitensport wichtig“, sagt Wenninger. Leistungsorientierte Spieler haben Wenninger und Büscher freilich auch im Blick. Ihnen schwebt für die Zukunft ein gemeinsames Training der besten Nachwuchsspieler aus Penzberg und Weilheim vor. „Das kann sicherlich das Niveau heben“, glaubt Büscher.

Herren-Mannschaft trifft in Südliga 1 auf TC Weilheim

14 Teams schickt der TCP in die Saison der Medenspiele, die am Freitag, 6. Mai, beginnt und bis 16. Juli dauern soll. Das Aushängeschild, die erste Mannschaft, tritt in der Südliga 1 an und trifft dabei auf den TC Herrsching, den TSV Neubiberg, den TSV Gilching und den TC Weilheim, für den auch Jordan Wenninger und Simon Büscher aufschlagen. Für das direkte Duell ruht mit Sicherheit die geschäftliche Beziehung zu den Penzbergern.

Zweimal die Woche bieten Wenninger und Büscher, beide 28 Jahre alt, ihre Dienste in Penzberg an. Ihr Trainerteam besteht aus insgesamt zehn Frauen und Männern, die mindestens über die Qualifikation als C-Trainer verfügen. „Unser Ziel ist die breite Masse. Wir wollen sehr viele Jugendliche ausbilden. Der Verein hat mehr von Breite als von Leistung“, sagt Wenninger. Fürs Renommee wichtig sind allerdings auch Spieler der Qualität von Marco und Maxi Ontiveros oder von Samuel Gampenrieder, der in der Altersklasse U12 zuletzt mehrere nationale Erfolge gefeiert hat.

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