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Titeltraum geplatzt: Dem SV Wielenbach blieb, obwohl unbesiegt, in der Bezirksklasse A nur Rang zwei. Abteilungsleiter Wolfgang Gemander (hier ein Archivfoto, derzeit ist er als Spieler inaktiv) war mit der Leistung des Teams hochzufrieden.
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Jähes Ende eines starken Laufs: Bastian Ländle und der TSV Weilheim hatten in der Bezirksoberliga vor dem Abbruch drei Siege und ein Remis erreicht und sich auf den fünften Platz verbessert. Ländle gewann dabei alle seine sechs Einzel.
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Müssen eine Liga runter: die Tischtennisspieler des TSV Peiting: (hinten v.l.) Stefan Hitzlberger, Martin Dietl, Christian Schwarz, (vorne v.l.) Tobias Schuler, Johannes Eberle, Thomas Papas.

Tischtennis

Tischtennis: Entscheidung über Saison-Ende sorgt für Verständnis und Kritik

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Der Tischtennis-Verband hat entschieden: Die Saison bei den Mannschaftsspielen ist zu Ende, gewertet werden die Tabellen von Mitte März. Im Landkreis fällt die Meinung dazu gemischt aus.

Landkreis – In der Corona-Krise gibt es in Deutschland in vielen Bereichen über alle Bundesländer hinweg einen regelrechten „Flickenteppich“ an Verordnungen. Im Tischtennis ist das anders: Dort haben der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) und alle Landesverbände eine einvernehmliche Lösung gefunden, wie mit der Saison im Mannschaftsspielbetrieb verfahren werden soll. Der jeweilige Tabellenstand zum Zeitpunkt der Unterbrechung Mitte März zählt als Abschlusstabelle. Die Mannschaften, die sich auf den Auf- und Abstiegsplätzen befinden, steigen auf beziehungsweise ab. Die Relegationsspiele entfallen. Die Teams, die auf einem Relegationsplatz stehen, verbleiben in ihrer jeweiligen Liga.

Uwe Schildbach, Bezirkssportwart in der Region Oberbayern-Süd, äußert sich zu der Entscheidung salomonisch: „Ich nehme das so hin. Für mich ist das okay“, sagt der Iffeldorfer. „Es ist eine Möglichkeit, die Saison abzuschließen.“ Schildbach zufolge standen in der Diskussion auch die Vorschläge, die Saison zu wiederholen oder alle Ergebnisse zu annullieren. „Egal, welche Entscheidung man trifft: Man kann es nie allen recht machen“, sagt Schildbach. Bis zum Zeitpunkt der Anfrage der Heimatzeitung habe er von Vereinen noch keine Rückmeldung bekommen. „Ich gehe davon aus, dass man die Entscheidung akzeptiert.“ In der Corona-Krise, so gibt Schildbach zu bedenken, „haben einzelne Menschen ganz andere Probleme als die Tischtennis-Saison“. In den Ligen im Kreis seien alle Akteure Hobbyspieler, „die leben nicht davon“.

Tischtennis: SV Wielenbach Zweiter trotz besserer Bilanz

In den Vereinen fällt die Reaktion bezüglich der Entscheidung des Verbandes gemischt aus. „Ich finde es unfair, wie es der Verband gemacht hat“, sagt Wolfgang Gemander, Abteilungsleiter des SV Wielenbach. Dadurch, dass es – anders wie beim Fußball – keine festen Spieltage gebe, „ist die Tabelle immer schief“. In manchen Ligen hatten einige Teams beim Zeitpunkt des Abbruchs drei oder gar vier Spiele weniger als andere. Leidtragender genau so einer Konstellation ist der SV Wielenbach: In der Bezirksklasse A ist das Team mit 32:2 Punkten Zweiter hinter dem TSV Mittenwald (34:4), der zwei Spiele mehr auf dem Konto hat. Gemander stellt klar: „Bei uns ist niemand traurig. Wir wollten ohnehin nicht aufsteigen.“ Und dennoch sieht er die Entscheidung kritisch. Dem SVW-Abteilungsleiter wäre eine Lösung mit einer speziell berechneten Tabelle (in der die Zahl der Spiele mit den Punkten verrechnet wird) lieber gewesen. Gemander sagt auch: „Ganz fair ist es nie.“ Denn es spiele immer auch eine Rolle, ob einer schon gegen mehr schwächere oder stärkere Teams gespielt habe.

Tischtennis: TSV Peiting akzeptiert den Abstieg

Trotz allem sind die Wielenbacher mit ihren gezeigten Leistungen in der Runde „hochzufrieden“, so Gemander. Der Verein hatte nur noch ein Team angemeldet, daraus resultierte ein größerer Kader. Teamführer Thomas May bewies dabei Geschick, „er hat die Aufstellung immer sehr gut gewählt“, so Gemander. Als Tabellenzweiter hatte der SVW als einziges Team der Liga kein Spiel verloren (15 Siege/2 Remis). Die Nummer eins, Robert Färber, ist mit einer 19:3-Bilanz drittbester Einzelspieler. Auch wenn der Aufstieg, den nun der TSV Mittenwald als Tabellenerster wahrnehmen darf, nicht angepeilt war, „hätten wir den Titel gern mitgenommen“, sagt Gemander.

Beim TSV Peiting ist durch das vorzeitige Saisonende der Abstieg aus der Bezirksliga besiegelt. Bei vier ausstehenden Partien betrug der Rückstand auf den Tabellenachten, den Nachbarn TSV Schongau, nur zwei Punkte. Der Klassenerhalt wäre also noch drin gewesen. Die Chancen dafür „waren aber eher gering“, sagt Teamsprecher Tobias Schuler. Die Nummer eins und zwei im Team, Thomas Papas und Johannes Eberle, standen aufgrund ihres Studiums in der Ferne kaum zur Verfügung. In die Saison waren die Peitinger als Aufsteiger gestartet, im Kader hatte es vorab einen Umbruch gegeben. Den Abstieg „akzeptieren wir“, sagt Schuler. „Wir sind nicht völlig enttäuscht.“

Was den Teamsprecher aber sehr schmerzt, sind die derzeitigen Beschränkungen: „Das Tischtennis fehlt einem schon. Ich würde mich freuen, wenn wir wieder in die Halle und spielen könnten.“ Schuler, der im Alter von zwölf Jahren mit dem Sport begann und bis zu seinem beruflich bedingten Umzug nach Peiting beim TSF Ludwigsfeld (Neu-Ulm) spielte, hofft, dass der Trainings- und Spielbetrieb im September wieder normal laufen kann.

Tischtennis: TSV Weilheim mit starker Rückrunde

Einen starken Lauf in der Rückrunde hatte die erste Mannschaft des TSV Weilheim in der Bezirksoberliga. Viermal in Folge (drei Siege/ein Remis) punktete das Team, ehe wegen Corona das Aus kam. Drei Stunden, bevor die Abfahrt zur Partie beim SV Eurasburg anstand, erhielten die Spieler die Nachricht, dass der Spielbetrieb unterbrochen ist, berichtet TSV-Teamführer Bastian Ländle. Die Entscheidung des Verbandes findet er in Ordnung; es seien eben spezielle Zeiten. In der Bezirksoberliga waren Ländle zufolge – was Auf- und Abstieg betrifft – die Verhältnisse recht klar. Rechnerisch hätten die Weilheimer gar noch die Aufstiegsrelegation erreichen können. „Das war aber nie unser Ziel“, sagt Ländle. Es sei darum gegangen, die Klasse zu halten. 

In der Vorrunde hatten die Weilheimer Probleme, „da mussten wir oft mit Ersatzspielern antreten“, sagt Ländle. In der Rückrunde waren die Leistungsträger zumeist da, „da hat sich eine schöne Dynamik entwickelt“. Zum Einsatz kamen auch vielversprechende Talente wie Christian Widder und Felix Bulitta. Explizit lobt Ländle in diesem Zusammenhang die „vorbildliche Jugendarbeit“ im Verein. Insgesamt sei die Saison für die erste Mannschaft „besser gelaufen als gedacht“. Im Jahr davor war das Team doch recht klar aus der Landesliga Südsüdwest abgestiegen.

Insgesamt ist die TSV-Sparte mit dem Abschneiden ihrer Teams auch zufrieden. „Alle Mannschaften haben die Klasse gehalten. Das war unser Ziel“, sagt Ländle. In der Bezirksklasse B landete die vierte Garnitur auf dem ersten Rang – zum Zeitpunkt des Abbruchs lagen die Kreisstädter gegenüber dem SC Burgrain II deutlich vorn.

Für die klassenhöchsten Mannschaften im Landkreis war schon vor der Entscheidung des Verbandes klar, in welcher Liga sie kommende Saison antreten. Für die Frauen des TTC Birkland ist ein Aufstieg in die Regionalliga – wie berichtet – kein Thema. Die Männer des TSV Hohenpeißenberg hingegen werden sich nach nur einer Saison wieder aus der Verbandsliga verabschieden.

Region Oberbayern Süd: Dem Bezirk Oberbayern Süd gehören 101 Vereine aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Landsberg, Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach an. Im Bezirk gibt es 44 Ligen (29 für Erwachsene/15 für Jugendliche); die unterste Ebene ist die der Bezirksklasse D, die höchste die der Bezirksoberliga. Die höchstrangigen Mannschaften haben der TSV Gräfelfing und der TuS Fürstenfeldbruck (Männer/Regionalliga) sowie der TTC Birkland (Frauen/Oberliga).

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