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TSV Peißenberg wagt ein in der Region einzigartiges Trainingsexperiment

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Von: Paul Hopp

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Jugendliche und erwachsene Sportler stehen hinter einer Tischtennis-Platte in einer Turnhalle.
Ordentlich Betrieb in der Halle: Selbst wenn es – so wie zuletzt – krankheitsbedingt Ausfälle gibt, ist inzwischen regelmäßig eine stattliche Zahl an Kindern und Jugendlichen im Training der Peißenberger Tischtennissparte anwesend. Mit auf dem Bild sind Trainer Christian Schwarz (links) und Betreuer Peter Schwanghart (hinten, Dritter von links). © Bernhard Jepsen

Der TSV Peißenberg und der TSV Peiting machen gemeinsame Sache, um Tischtennis in der Region zu fördern. Der Fokus liegt auf dem Nachwuchs. Das Projekt ist einzigartig.

Peißenberg – Diese Art der Zusammenarbeit „ist definitiv etwas Besonders“, sagt Johannes Eberle, Spieler und Jugendtrainer in der Tischtennis-Abteilung des TSV Peiting. Etwas Ähnliches sei ihm, sogar mit Blick auf ganz Bayern, nicht bekannt. Der TSV Peiting und der TSV Peißenberg haben vereinbart, künftig in Sachen „Training“ eng zu kooperieren. An beiden Standorten absolvieren die Mitglieder gemeinsam Trainingseinheiten. Der Fokus liegt auf der Jugend, aber auch die Erwachsenen sollen miteinander trainieren.

Bande zwischen beiden Klubs bestehen bereits seit längerer Zeit, doch nun gibt es ein festes Konzept. Ziele sind laut Eberle eine „noch intensivere Förderung von Talenten durch zusätzliche Trainingsangebote“ sowie „die Weiterentwicklung der Vereine, der Jugendarbeit und des Tischtennissports in der Region“.

TSV Peißenberg kooperiert mit dem TSV Peiting

Die Idee entstand während der ersten Phase der Corona-Lockdowns. Da bot Peitings Christian Schwarz, er ist Tischtennis-Trainer mit Lizenz, ein Online-Training an, an dem auch der TSV Peißenberg partizipierte. Eberle trat mit dem Vorschlag einer Kooperation an den TSV Peißenberg heran. „Bei mir hat er da offene Türen eingerannt“, sagt Bernhard Jepsen, 2. Abteilungsleiter bei den Peißenbergern.

Lieber kooperieren als sinnlos konkurrieren.

Bernhard Jepsen, 2. Abteilungsleiter TSV Peißenberg.

Die Sparte aus der Marktgemeinde bemüht sich seit Jahren um Nachwuchs, hat viel probiert und zuletzt tatsächlich Zuwachs bekommen. Momentan trainieren bis zu 25 Kinder und Jugendliche in Peißenberg. Um sie zu fördern und beim Tischtennis zu halten, ist Jepsen bereit, Vereinsgrenzen zu überwinden. „Lieber kooperieren als sinnlos konkurrieren“, so lautet sein Motto.

Viel wird im Tischtennissport über zurückgehende Spieler- und Mannschaftszahlen geklagt. Eine Zahl hat besonders Eberle aufgeschreckt: Im Bezirk Oberbayern Süd ist ihm zufolge in der Corona-Zeit die Zahl an Jugendteams um 17 zurückgegangen. „Statt zu jammern, muss man was tun“, betont Jepsen. Und Eberle ergänzt: „Wir wollen Tischtennis im Bezirk erhalten.“ Einen wichtigen Aspekt, auch im Hinblick auf „Gesundheit“, führt Jepsen ins Feld: Tischtennis sei ein Sport, „der auch im fortgeschrittenen Alter möglich ist“. Das, was jemand als Jugendlicher lerne, muss er sich nicht später mühsam aneignen.

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Die Kooperation ist für den TSV Peißenberg „ein absoluter Gewinn“, ist Jepsen überzeugt. Er ist „höchst optimistisch“, dass die Zusammenarbeit klappt. Offiziell startete das Projekt in dieser Woche, die ersten gemeinsamen Einheiten sind schon absolviert. Das Konzept sieht vor, dass der Jugend aus Peiting und Peißenberg an drei Tagen pro Woche (Montag, Dienstag, Freitag) Trainingseinheiten angeboten werden. Samstags besteht die Möglichkeit eines 90-minütigen Zusatztrainings. Genutzt werden dazu Hallenzeiten in Peiting und Peißenberg. Es gibt zwei Gruppen, die nach Alter und Spielstärke eingeteilt sind.

Training an vier Tagen die Woche

Die Erwachsenen trainieren dreimal pro Woche gemeinsam. Neu ist, dass auch die Frauen und Männer jeweils montags ein „geführtes Training“, also eines unter Anleitung, erhalten – um sich gezielt verbessern zu können. Derlei gibt es in unteren Spielklassen „normalerweise gar nicht“, sagt Eberle. Für gewöhnlich entscheiden dort die Spieler selbst, wie sie ihr Training gestalten.

Bei aller Kooperation wollen beide Vereine im Ligabetrieb des Bayerischen Tischtennisverbandes weiter ihre „eigenen“ Teams ins Rennen schicken. „Es ist nicht geplant, Mannschaften zusammenzulegen“, so Eberle.

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