Johannes Trefz (hier bei einem Meeting in Erding im Juli 2020) konnte mit Platzierung und Zeit über 400 Meter bei der deutschen Meisterschaft in Braunschweig gut leben.
+
Zufrieden: Johannes Trefz (hier bei einem Meeting in Erding vergangenen Monat) konnte mit Platzierung und Zeit über 400 Meter gut leben.

Leichtathletik: Weilheimer mit Platz vier bei deutscher Meisterschaft über 400 Meter zufrieden

Johannes Trefz beendet Saison mit gutem Gefühl

  • Stefan Schnürer
    vonStefan Schnürer
    schließen

Bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig blieben die drei Teilnehmer aus dem Landkreis ohne Medaille. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus.

Weilheim/Penzberg – Wenn jemand dreimal in Folge in einer Disziplin die deutsche Meisterschaft gewonnen hat, müsste er bei einem vierten Platz eigentlich zutiefst enttäuscht sein. Nicht so bei Johannes Trefz: Der 28-jährige Weilheimer in Diensten des TSV Gräfelfing konnte mit seiner Platzierung über 400 Meter bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig gut leben.

Für Johannes Trefz war klar: Die Saison 2020 war „meine mit Abstand schwierigste“, wie der Weilheimer berichtet. Der 28-Jährige hat wahrlich harte Zeiten hinter sich. Monatelang plagte er sich mit einer Entzündung der Achillessehne herum, die ihn noch bis Mitte Juni beeinträchtigte. Danach stellten sich hartnäckige Rückenprobleme ein, die sich bis kurz vor Beginn der deutschen Titelkämpfe hinzogen. Daher stellte sich Trefz die Frage, ob es „überhaupt Sinn macht, noch an den Start zu gehen“. Von vornherein war ihm klar, „dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann“, wie der 28-Jährige auf seinem Instagram-Account schreibt.

Leichtathletik: Johannes Trefz erklärt die Saison für beendet

Der dreifache deutsche Meister (2016, 2017, 2018) verfehlte in Braunschweig zwar eine Medaille über 400 Meter, dennoch war Johannes Trefz am Ende zufrieden. Mit einer Zeit von 46,40 Sekunden landete er am Ende auf Rang vier. Für die Bronzemedaille war der 28-Jährige 28 Hundertstelsekunden zu langsam, dennoch sprach er von einem versöhnlichen Saisonende. Seiner Einschätzung nach braucht er „jetzt drei bis vier gute Trainingswochen und zwei bis drei 400-Meter- Rennen“, um sein gewohntes Niveau zu erreichen. „Diese Saison hat mich allerdings so viel Kraft gekostet, um mich aus den Verletzungen wieder zurückzukämpfen, dass ich mich entschlossen habe, die Saison zu beenden“, so Trefz. Mit einer Zeit von 46,40 Sekunden, die er im Endlauf in Braunschweig erreichte, stieg der Weilheimer normalerweise in eine Saison ein. Für die Zukunft ist er zuversichtlich. Er hat ja auch noch große Ziele: 2021 die Olympischen Spiele in Tokio, 2022 die European Championships in München.

Unzufrieden: Nach neuer persönlicher Bestzeit im Halbfinale hatte sich Andreas Kölbl vom TSV Penzberg im Finale über 400 Meter Hürden mehr ausgerechnet.

Leichtathletik: Andreas Kölbl findet im 400-Meter-Hürden-Finale nicht in seinen Rhythmus

Weitaus weniger zufrieden als Trefz verließen die beiden Athleten des TSV Penzberg das Braunschweiger Eintracht-Stadion. Andreas Kölbl etwa, der über 400 Meter Hürden Siebter wurde. Mit seiner Zeit von 52,76 Sekunden war er allerdings überhaupt nicht zufrieden. Denn im Halbfinale war er mit 52,61 Sekunden neue persönliche Bestzeit gelaufen. Für das Finale hatte er sich eine nochmalige Steigerung erhofft. Im entscheidenden Lauf „kam er mit dem ungeliebten rechten Bein zur ersten Hürde“, so Brennauer. Dadurch fand Kölbl nicht in seinen Rhythmus. Eigentlich wollte er wie im Halbfinale mit dem linken Bein zur ersten Hürde kommen und dann alles riskieren. Seine neue Bestzeit im Halbfinale war ihm laut eigener Aussage sehr leicht gefallen, „eigentlich zu locker“, wie Brennauer anmerkte. Gemessen an dieser Zeit, wäre im Endlauf für den 25-jährigen Sindelsdorfer Platz fünf möglich gewesen. Am Ende wurde es dann aber nur Rang sieben. Doch auch diese Platzierung ist laut Brennauer ein großer Erfolg, denn noch nie zuvor hatte es ein Athlet des TSV Penzberg in ein Finale bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Aktiven geschafft.

Nick Jäger nach seinem Auftritt über 3000 Meter Hindernis „sehr unglücklich“

Herrschte bei Kölbl Enttäuschung, war die Stimmung bei seinem Vereinskameraden Nick Jäger noch einen Deut schlechter. Der 21-Jährige war mit seinem Auftritt in Braunschweig und Platz elf über 3000 Meter Hindernis „sehr unglücklich“, so Brennauer. Der 21-Jährige fand nie richtig ins Rennen. Die ganze Zeit über hielt er sich am Ende des Feldes auf. Als dann nach zwei Kilometern in diesem taktischen Rennen das Tempo erhöht wurde, konnte er nicht mehr folgen. „Er hatte keine Kraft mehr und musste die Läufer ziehen lassen“, berichtete Penzbergs Sprecher. Daher resignierte Jäger relativ schnell und lief das Rennen nur noch locker zu Ende. Das erklärt laut Brennauer auch seine schlechte Zeit von 9:14,37 Minuten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayerische Sportkegler müssen sich noch länger gedulden
Bayerische Sportkegler müssen sich noch länger gedulden
Brennauer stürzt schwer bei Traillauf auf La Reunion
Brennauer stürzt schwer bei Traillauf auf La Reunion
Cosima von Fircks verpasst „Aachen Youngstars“: Das ist der traurige Grund
Cosima von Fircks verpasst „Aachen Youngstars“: Das ist der traurige Grund
Nach Siegesserie in Südkorea: Laura Dahlmeier gratuliert Andrea Filser
Nach Siegesserie in Südkorea: Laura Dahlmeier gratuliert Andrea Filser

Kommentare