Leichtathlet Johannes Trefz im Trainingslager auf Gran Canaria im Jahr 2021
+
Heiß auf Tokyo 2020: Johannes Trefz (hier im jüngsten Trainingslager des DLV auf Gran Canaria).

LEICHTATHLETIK

Johannes Trefz trifft bei Staffel-WM auf starke Konkurrenz

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
    schließen

Leichtathlet Johannes Trefz will sich über die „World Relays“ für Olympia in Tokio qualifizieren. Dabei trifft er auf starke Konkurrenz. Der 28-Jährige hat neben Olympia heuer noch weitere Ziele.

Weilheim – „Das wäre ein Traum: Mit der Staffel zu Olympia.“ Mit diesem Satz wurde Johannes Trefz vor zehn Jahren in der Heimatzeitung zitiert. Der Leichtathlet aus Weilheim war damals gerade von der U20-Europameisterschaft aus Tallin (Estland) zurückgekehrt – mit einer persönlichen 400-Meter-Bestzeit (47,37 Sekunden) und einer Bronzemedaille (mit der 4 x 400-Meter-Staffel) im Gepäck.

Das Ziel, es zu den Olympischen Spielen zu schaffen, hat Trefz, mittlerweile 28 Jahre alt, immer noch vor Augen. „Ich arbeite jeden Tag hart dafür um dort teilnehmen zu können“, teilte der Kader-Athlet jüngst auf der Homepage des TSV Gräfelfing mit. Für den Klub aus dem Würmtal startet Trefz seit 2019. Der Aspekt mit der Staffel ist übrigens aktueller denn je: Denn bei den „World Relays“ am kommenden Wochenende in Polen kann sich der Weilheimer ein Olympia-Ticket sichern. Trefz ist für die deutsche Mixed-Staffel über die 4 x 400 Meter nominiert (wir berichteten).

Als Profisportler kann der 28-Jährige auch in der Corona-Pandemie trainieren. Im Vergleich zu anderen Athleten müssen die DLV-Leichtathleten nur mit kleineren Einschränkungen zurecht kommen. Kürzlich weilte Trefz auf Gran Canaria in einem vierwöchigen Trainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbands. Dabei stand auch ein erster Test-Wettkampf auf dem Programm. Im Duell mit anderen deutschen Top-Sprintern belegte Trefz in 47,87 Sekunden den sechsten Platz.

Johannes Trefz bei World Relays in der Mixed-Staffel dabei

Ernst in Sachen „Olympia-Qualifikation“ wird es für den dreifachen deutschen 400-Meter-Meister nun am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Mai. Im schlesischen Chorzów (nahe Kattowitz) muss die deutsche Mixed-Staffel mindestens den achten Rang erreichen, um sicher für Tokyo 2020 gesetzt zu sein. Die Konkurrenz ist allerdings groß: 24 weitere Nationen haben Staffeln gemeldet. Die Belgier bieten gar die Borlee-Brüder (Jonathan, Kevin und Dylan) auf. Auch andere setzen auf Personal, das schon international erfolgreich war: die Niederländer auf Femke Bol (2 x Gold bei der Hallen-EM 2021), die Briten auf Amy Allcock (Bronze bei der Hallen-WM 2018).

Selbst wenn Trefz mit der DLV-Staffel (nominiert sind noch Hannah Mergenthaler, Manuel Sanders, Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß und Luna Thiel) die Norm erfüllt, kann er sich nicht sicher sein, nach Tokio fahren zu dürfen. „Ich muss bei den deutschen Meisterschaften am 5. Und 6. Juni meine beste Leistung abliefern, denn hier wird entschieden, wer letztendlich mitfahren darf“, erklärt der TSV-Langsprinter. Dass die Spiele in Japan stattfinden werden, ist für Trefz so gut wie sicher: „Ich gehe davon aus, dass Olympia ausgetragen wird, auch wenn höchstwahrscheinlich Zuschauer fehlen werden“.

Der Weilheimer strebt heuer auch eine persönliche Bestzeit an; die bisherige Marke liegt bei 45,70 Sekunden (gelaufen 2018). „Nach zwei Jahren mit kleineren Verletzungen will ich neben neuer persönlichen Bestleistung diesmal auch verletzungsfrei bleiben.“ Wichtig für ihn: Trefz kann weiter auf seine Sponsoren zählen. Dazu gehört neben der Firma „Schmidbauer“ (unterstützt das gesamte Gräfelfinger Spitzensport-Projekt) die Bundeswehr.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare