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Das Allgäu ist bergig: Auf der Strecke gab es für Serafina Krämer mehrere Anstiege zu bewältigen, darunter den bis zu 18 Prozent steilen Kalvarienberg. 
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Unter den Besten: Serafina Krämer (4.v.l.) nach dem Chiemsee-Triathlon.
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Serafina Krämer (2.v.r.) nach dem karlsfelder Triathlon, bei dem sie die olympische Distanz absolvierte.
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Alles klar zum Start: Serafina Krämer vor dem Schwimmen.
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Serafina Krämer beim Chiemsee-Triathlon, dort absolvierte sie die olympische Distanz.
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Serafina Krämer beim Triathlon in Karlsfeld.

Porsche war in Radler gerast

Nach Horror-Unfall auf Mallorca: Verletzte Triathletin Krämer glänzt wieder bei Wettkampf

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Serafina Krämer hat ihren ersten Triathlon über die Mitteldistanz absolviert. Im Frühjahr hatte sie noch einen schweren Trainingsunfall erlebt.

Peißenberg – Der Unfall machte deutschlandweit Schlagzeilen und erschütterte die gesamte Triathlon-Szene. Anfang April war auf Mallorca ein „Porsche Cayenne“ von hinten in eine Radgruppe gefahren, die dort ein Triathlon-Trainingslager abhielt. Ein Sportler starb, die anderen wurden verletzt. In der Gruppe befand sich auch Serafina Krämer. Die 27-Jährige aus Peißenberg erlitt eine Fleischwunde am Bein, musste ins Krankenhaus. Die Heilung „verlief sehr schnell“, sagt Krämer. „Ich konnte schon bald wieder Sport treiben.“

Auch psychisch hatte sie das Geschehen recht schnell verarbeitet und konnte sich aufs Rennrad setzen: „Mental gab es zum Glück nie Probleme.“ Nach so einem Unfall, sagt Krämer, „schätzt man es schon mehr, überhaupt trainieren oder bei einem Wettkampf starten zu können.“ Was ihr zusätzlich half: Im Training setzte sich die jüngere Schwester des Profi-Triathleten Lukas Krämer nicht irgendwelchen Zwängen aus. „Ich habe nur das gemacht, was ich wirklich wollte und worauf ich Lust hatte“, sagt die 27-jährige Polizistin. Es war für sie genau die richtige Herangehensweise, wie sich nun bei ihrem ersten Mittel-Distanz-Wettkampf zeigte. Beim Allgäu-Triathlon, den es schon seit 1983 gibt, glänzte Krämer mit dem 15. Gesamtplatz bei den Frauen und einer Zeit von 5:18:07 Stunden für 1,9 Kilometer Schwimmen, 84 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen. „Der Plan, keinen Plan zu haben, ist aufgegangen“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

„Mehr als zufrieden“ sei sie mit ihrem Auftritt, so die Peißenbergerin. Ihr vorrangiges Ziel war, den Triathlon zu genießen, „und das habe ich geschafft“. Krämer konnte auch die Atmosphäre mit den rund 20 000 Zuschauern wahrnehmen, was sie zusätzlich pushte. Der Triathlon im Allgäu ist, was die Rad- und Laufstrecke betrifft, eine echte Herausforderung. Dass sich Krämer für ihre Mitteldistanz-Premiere ausgerechnet diesen Wettkampf heraussuchte, hatte einen speziellen Grund: Organisator ist Hannes Blaschke, der auch das Trainingslager auf Mallorca organisiert hatte. In Immenstadt „habe ich viele getroffen, die im April dabei waren“, so Krämer. Im Wettkampf spielte das Gewesene aber keine Rolle mehr. Da wollte Krämer unbedingt ein gutes Resultat erzielen. „Am Start war ich schon sehr nervös“, sagt sie.

Beim Schwimmen rangierte Krämer mit der Zeit von 39:45 Minuten lediglich im Mittelfeld. Diese Disziplin hatte sie bislang am wenigsten trainiert. „Es war von Anfang an klar, dass es beim Radfahren und Laufen besser läuft“, sagt Krämer mit einem Lachen. Auf dem Rad schaffte sie mit 2:53:55 Stunden die zwölftschnellste Zeit. Die Strecke hatte es in sich: Auf den 84 Kilometern waren rund 1400 Höhenmeter zu überwinden. Besondere Herausforderungen sind der sehr steile Kalvarienberg (mit bis zu 18 Prozent) und der fünf Kilometer langer Anstieg hinauf nach Freundpolz. Beide Passagen sind zweimal zu absolvieren. Die Laufstrecke weist ein Höhenprofil auf, das mit vielen Zacken einem Sägeblatt ähnelt. In der zweiten Hälfte wartet der Kuhsteig, eine Passage, auf der auf 300 Metern Distanz etwa 100 Höhenmeter zu überwinden sind. Krämer schaffte die 20 Kilometer in ausgezeichneten 1:39:16 Stunden. Damit erzielte sie bei den Frauen die zehntschnellste Zeit. „Man merkt eben, was meine Lieblingsdisziplinen sind“, sagt sie. Den Sieg bei den Frauen holte sich Anne Reischmann (TG 1848 Bad Waldsee) mit der Zeit von 4:34:48 Stunden. Auf die Zweitplatzierte, Tamara Hitz, hatte sie knapp sechs Minuten Vorsprung. Schnellster Mann war der Wahl-Kemptener Niclas Bock (4:01:36).

Für Krämer war die Teilnahme am Allgäu-Triathlon „das Highlight für dieses Jahr“. Vor dem Auftritt nahm sie zweimal die olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen/40 Kilometer Radfahren/10 Kilometer Laufen) in Angriff. Beim Chiemsee-Triathlon belegte sie den 20. Platz (2:39:12), in Karlsfeld sprang gar der sechste Rang (2:31:57) heraus.

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