+
Trainingslauf durchs Lavafeld: Stefan Schmid (Pewag Racing-Team) ist schon einige Zeit auf Hawaii, um sich auf die Bedingungen dort einzustellen.

Triathlon: Ironman-WM

Schmid und Krämer auf Hawaii nicht nur dabei

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
    schließen

Peißenberg - Am Samstag geht auf Hawaii die Ironman-WM über die Bühne. Zwei Peißenberg zählen in ihren Klassen zu den Anwärtern auf Top-Plätze.

Für die Triathleten auf aller Welt ist es der Wettkampf schlechthin: die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. An diesem Samstag, 8. Oktober, findet das weltberühmte Rennen statt – und zwei Peißenberger haben das Zeug zu Top-Plätzen. Profi Stefan Schmid (29) und Age-Grouper Lukas Krämer (32) zählen in ihren Klassen zu den Mitfavoriten. Beide haben in den vergangenen Jahren bei der WM schon starke Resultate erreicht. Zu absolvieren sind 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen.

Stefan Schmid („Pewag-Racing-Team“) gewann bei seinem Hawaii-Debüt 2010 die Altersklasse „18-24“. Bei seinem ersten Start als Profi landete er im Jahr 2013 auf dem 26. Rang. Schmid, der in Cozumel (Mexico) bereits einen Ironman gewann, sieht sich selbst nicht in der Favoritenrolle. „Ich habe sehr wenig Druck. Für das große Kino sind andere da, zum Beispiel Jan Frodeno und Sebastian Kienle“, sagte Schmid im Interview mit der Plattform „tri2b.com“. Die genannten Deutschen haben in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Weltmeisterschaft gewonnen. Sie sind für ihn auch heuer die Favoriten auf den Sieg, neben dem Belgier Frederik van Lierde (Sieger 2013). Schmid selbst habe mittlerweile „das Zeug, relativ nahe an die Top Ten heranzukommen“. Optimistisch stimmt ihn seine jüngste Serie: Bei den letzten drei Ironman-Wettbewerben, bei denen er ins Ziel kam, stand der Peißenberger auf dem Podest. Mit einem dritten Platz beim Ironman in Nizza machte Schmid im Juni die Qualifikation für Hawaii perfekt.

Bevor er nach Hawaii aufbrach, absolvierte der Peißenberger ein vierwöchiges Trainingslager in Clermont (Florida). „Das diente der Anpassung an die Hitze“, erklärte Schmid. Darüber hinaus absolvierte er lange Einheiten, saß bis zu sechs Stunden auf dem Rad. „Ich habe nix Außergewöhnliches gemacht“, so Schmid. In Florida seien die klimatischen Bedingungen sogar noch etwas härter gewesen als sie es jetzt auf Hawaii sind. „Die Akklimatisierung ist erfolgt“, stellte Schmid zufrieden fest. Auf Big Island wird er von seiner Freundin und seinem Vater begleitet. „Gerade vor einem großen Wettkampf ist es für mich sehr wichtig, dass ich meine Familie um mich habe. Sie wissen, wie ich ticke“, erklärte Schmid in einem Interview mit dem „Tritime-Magazin“.,

Wie der Wettkampf verläuft, ist noch ungewiss, klar ist für Schmid aber: „Das Schwimmen ist nicht meine Stärke.“ Ob er mit der ersten Gruppe oder knapp dahinter aus dem Wasser kommt, ist ihm zufolge nicht so entscheidend. „Es hat alles Vor- und Nachteile.“ In der ersten Gruppe „muss man die taktischen Spielchen mitmachen“. Als Verfolger „kannst du auf dem Rad deine Watt fahren“. Dies könnte dann im abschließenden und auch entscheidenden Marathon eine große Rolle spielen. Mit einer „niedrigen 2:50“ beim Laufen wäre Schmid sehr zufrieden. Das heißt, er müsste jeden Kilometer durchschnittlich in 4:02 Minuten absolvieren.

Fit für Hawaii: Lukas Krämer aus Peißenberg, hier im Training auf Mallorca. 

Wie Schmid nimmt auch Lukas Krämer zum dritten Mal an der Ironman-WM teil. 2014 sorgte der „Mann mit der Lederhose“ (sein Rennanzug ist in bayerischem Stil designt) für eine Sensation, als er die Altersklasse „30-34“ gewann. Im vergangenen Jahr bestätigte Krämer, der in München als Berufsfeuerwehrmann arbeitet, das Top-Resultat mit Rang vier. Wie Schmid schaffte Krämer in Nizza die endgültige Qualifikation für Hawaii – als Sieger seiner Altersklasse und Gesamtachter. Ende September absolvierte der Peißenberger noch ein Trainingslager auf Mallorca, in dem er binnen sechs Tagen 20 Kilometer im Wasser, etwa 600 Kilometer auf dem Rad und 100 Kilometer laufend zurücklegte. Unterstützt werden Schmid und Krämer unter anderem von „Forever Living Products“, für die der Weilheimer Michael Litzenburger arbeitet. Für die Athleten, speziell die Amateure, ist eine Teilnahme auf Big Island mit Kosten von mehreren tausend Euro verbunden. Heuer sind über 180 deutsche Triathletinnen und Triathleten am Start, darunter 19 Profis.

Die WM live verfolgen

Der Ironman startet um 6.25 Uhr Ortszeit mit den Profis. In Deutschland ist es dann 18.25 Uhr. Danach folgen die Altersklassen. Interessierte können das Geschehen auf ironman.com und hessenschau.de verfolgen. Von 1.15 Uhr bis 3.40 Uhr überträgt die ARD live aus Kailua-Kona.

Ironman auf Hawaii

Der erste Ironman ging am 18. Februar 1978 auf Hawaii mit 15 Teilnehmern über die Bühne. Die Idee, drei ohnehin dort stattfindende Wettbewerbe zu kombinieren, hatten ein Marineoffizier und seine Frau. Die Distanzen der drei Wettbewerbe spielen beim heutigen Ironman (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen) noch eine Rolle. Seit 1982 wird der Hawaii-Ironman auf Big Island (dort liegt der Austragungsort Kailua-Kona) ausgetragen. Er gilt als WM der Triathleten. Deutsche Sieger bei den Profis waren bislang Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004, 2006), der Münchener Faris Al-Sultan (2005) sowie Sebastian Kienle (2014) und Jan Frodeno (2015). Beste deutsche Frau war bislang Nina Kraft als Zweite (2002). Die Rekordzeit – aufgestellt 2011 von Craig Alexander (AUS) – liegt bei 8:03:56 Stunden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Johannes Trefz und Andreas Kölbl vom Regen ausgebremst
Bei der Sparkassen-Gala in Regensburg sorgte Sprinterin Rebekka Haase (11,11 Sek. über 100 m) für ein Highlight. Die Athleten aus dem Landkreis wurden (zunächst) vom …
Johannes Trefz und Andreas Kölbl vom Regen ausgebremst
Segeln lernen auf Seeshaupter Art
Während sich an den Stränden derzeit viele Menschen tummeln, haben 26 Kinder und Jugendliche das Wasser des Starnberger Sees lieber von Booten aus genossen. Und die …
Segeln lernen auf Seeshaupter Art
„Allied Racing“-Team holt in Imola Pokale satt
Das „Allied Racing Team“ um den Huglfinger Jan Kasperlik ist bei seinen Auftritten in ganz Europa unterwegs. Zuletzt gastierten die Motorsportler auf zwei weltberühmten …
„Allied Racing“-Team holt in Imola Pokale satt
Julia Rath stürmt zur Bestzeit und zur Jugend-DM
Leichtathletin Julia Rath ist eines der großen Nachwuchstalente auf der Mittelstrecke. das stellte die Penzbergerin jüngst in Regensburg unter Beweis.
Julia Rath stürmt zur Bestzeit und zur Jugend-DM

Kommentare