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Für sie war es ein „Heimspiel“: (von links) Manuel Förster („Exquisa Oberbayern“) sowie Moritz Kraus, Nicolai und Fabian Ullrich (alle TSV Buttenwiesen) haben alle ihre Wurzeln beim TSV Weilheim und trainieren dort zum Teil auch noch. Nicht auf dem Foto ist Anselm Schmid, der verletzungsbedingt nur als Betreuer in der Halle war. 
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Kraftvoll: Nicolai Ullrich am Pauschenpferd.
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Kraftvoll: Nicolai Ullrich am Pauschenpferd.
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Fabian Ullrich bei seiner Bodenübung.
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(von links) Manuel Förster („Exquisa Oberbayern“) sowie Moritz Kraus, Nicolai und Fabian Ullrich (alle TSV Buttenwiesen) haben alle ihre Wurzeln beim TSV Weilheim und trainieren dort zum Teil auch noch.
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Noah Kuavita von „Exquisa Oberbayern“ glänzte mit spektakulären Auftritten (hier am Boden).
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Der Belgier Noah Kuavita (hier bei seiner Bodenübung) holte 17 Score-Punkte und war damit Tagesbester.
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Der Weilheimer Manuel Förster (“Exquisa Oberbayern“) bei seiner Bodenübung. Er trennte sich von Fabian Ullrich mit 0:0.

Turnen: 2. Bundesliga Süd

„Exquisa“ jubelt, Weilheim gewinnt

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Eine volle Jahnhalle und spektakuläre Übungen: Das Bundesliga-Duell zwischen „Exquisa Oberbayern“ und Buttenwiesen hatte es in sich.

Weilheim – Die letzte Anfeuerung für Manuel Förster kam ausgerechnet vom Gegner. „Bring es heim!“, schallte es aus der Ecke der Buttenwiesener Turner, als der Weilheimer sich anschickte, seine Reckübung für „Exquisa Oberbayern“ zu beenden. Förster nahm noch einmal Schwung, den (erst in diesem Sommer gelernten) Tsukahara setzte er absolut sicher in den Stand. Die Ruhe in der Jahnhalle verwandelte sich schlagartig in einen Jubelsturm.

Mit seiner Übung hatte Förster – als vorletzter „Exquisa“-Turner gestartet – den Bundesliga-Wettkampf entschieden. Sein Gegner, Florian Raab, turnte nicht schlecht, doch der Lokalmatador behielt mit 3:0 die Oberhand. Damit war klar: Auch das nach 2014 zweite Duell zwischen „Exquisa Oberbayern“ und dem TSV Buttenwiesen in der Jahnhalle ging an das rot-weiß-gewandete Team. Mit 48:26 Scorepunkten gewann „Exquisa“.

Ein Gewinner stand schon fest, bevor der Wettkampf startete: der Turnstandort Weilheim. Denn anders als bei den hochklassigen Wettkämpfen in den Jahren davor war die Jahnhalle am Samstagabend knallvoll, ganz oben auf der Tribüne standen die Besucher, um die Übungen zu sehen. Und es war nicht nur Fachpublikum gekommen. „Ich bin sprachlos von der Atmosphäre. Es ist echt krass“, sagte Manuel Förster. So voll war die Halle in seiner Erinnerung „vielleicht mal beim Adventsturnen“. Vor so einer Kulisse „macht es umso mehr Spaß“, sagte Nicolai Ullrich, einer der TSV-Weilheim-Turner in Diensten des TSV Buttenwiesen. „Das gibt einen Adrenalinkick.“ Für so richtig Lärm sorgte der Buttenwiesener Fanclub und der „Exquisa“-Nachwuchs. Wie üblich, wurden die Athleten beider Teams beklatscht – der Respekt vor der Leistung des anderen steht über allem. Pfiffe gab es vereinzelt, da bei einigen Wertungen der Kampfrichter die Buttenwiesener Fans nicht einverstanden waren.

Der „Exquisa“-Sieg ging letztlich in Ordnung. Am Boden (10:5) setzte sich der Gastgeber schon ab und baute die Führung am Pferd (13:0) aus. Buttenwiesen gewann an den Ringen (9:1) und am Sprung (8:1). Am Barren waren die Oberbayern besser (11:4) Vor dem letzten Gerät, dem Reck, war beim Stand von 36:26 für „Exquisa“ der Wettkampf dennoch weiter offen. Am Ende lagen beide Teams bei den Gesamtwertungen – „Exquisa“: 291,25 Punkte, Buttenwiesen: 286,25 Punkte – nicht weit auseinander. Für die absoluten Höhepunkte sorgten die ausländischen Verstärkungen. Auf „Exquisa“-Seite glänzte der 18-jährige Belgier Noah Kuavita am Boden, am Barren und am Reck mit wahren Flugshows und hohen Wertungen. Am Reck ließ er den Kovacs-Salto sein, nachdem er ihm beim Einturnen misslungen war. Aber auch so sorgte der Nationalturner, der direkt aus einem Trainingslager in der Schweiz angereist war, für Staunen und Raunen im Publikum. Mit 17 Score-Punkten war er der mit Abstand erfolgreichste Athlet des Abends. Auf Buttenwiesener Seite zeigten der Ukrainer Oleksander Petrenko am Boden und am Reck (trotz eines Absteigers) sowie der Österreicher Vinzenz Höck (an den Ringen mit der Top-Note 14,50) Übungen, mit denen sie auch bei großen internationalen Wettkämpfen konkurrenzfähig sind. Das Niveau auch in der 2. Bundesliga ist hoch: Galt früher ein Doppelsalto als etwas Besonderes, so ist er mittlerweile am Boden auf der Akrobahn und ansonsten als Abgang Standard. Über Übungen, wie sie der frühere Turnheld Eberhard Gienger bei Olympia 1972 oder 1976 zeigte, „da lachen die heutigen Turner nur“, sagte Klaus Förster. Der frühere TSV-Abteilungsleiter hatte dafür gesorgt, dass der Wettkampf in Weilheim stattfand. Zusammen mit Sebastian Mirz führte der Vater von Manuel Förster als Moderator auch durchs Programm.

Die Athleten des TSV Weilheim zeigten sich beim „Heimspiel“ in guter Form. „Exquisa“-Turner Manuel Förster ging am Boden als erster Turner des Abends an den Start. Das Duell mit seinem früheren Kollegen beim TSV Weilheim, Fabian Ullrich, endete mit 0:0. Am Barren turnte Förster sauber, hatte aber gegen den Österreicher Höck letztlich keine Chance (0:4). Dafür holte der Weilheimer dann am Reck einen entscheidenden Sieg. „Ich konnte meine Übungen so durchturnen, wie ich wollte“, war der 22-Jährige zufrieden.

Fabian Ullrich holte am Sprung mit einem Kasamatsu samt Schraube vier Scorepunkte. Am Reck verlor er mit 0:3. Moritz Kraus (19) ging am Pferd (0:2) und am Reck (0:4 gegen Kuavita) leer aus. An den Ringen holte er aber vier Punkte, glänzte dabei mit zahlreichen Kraftteilen und sorgte für einen Lacher, als er im Kreuzhang noch locker zu den Fans nickte. Nicolai Ullrich, der berufsbedingt nur mehr einmal pro Woche trainieren kann, erreichte an den Ringen ein beachtliches 0:0 gegen Kuavita. Am Barren misslang ihm gleich zu Anfang ein Griff, was sich auf die ganze Übung auswirkte. Beim Abgang stürzte er auch noch. Das ärgerte den Peitinger sichtlich. Am Pauschenpferd zeigte er trotz eines 0:4 eine gute Leistung.

Nur als Betreuer für die Buttenwiesener konnte Anselm Schmid (29) dem Wettkampf beiwohnen. Der gebürtige Ohlstädter hatte vor viereinhalb Monaten einen Achillessehnenriss erlitten. Leichtes Training ist mittlerweile möglich. „Es ist schon gemein, zuschauen zu müssen. Man fiebert draußen total mit“, sagte Schmid. Im nächsten Jahr, versprach er, „bin ich wieder dabei“.

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