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Manuel Förster (hier eine Archivaufnahme) ist am Reck bei „Exquisa“ fest gesetzt.

Turnen: 2. Bundesliga

Zweitliga-Kracher in der Jahnhalle

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Die Turner von „Exquisa Oberbayern“ treten in Weilheim gegen Spitzenreiter Ries an. Für Lokalmatador Manuel Förster ist das besonders stressig.

Weilheim – Bevor Manuel Förster am Samstag, 13. Oktober, in der heimischen Jahnhalle gegen den KTV Ries (Beginn: 18 Uhr) seine Künste zeigen kann, muss er erst einmal kräftig anpacken. Der 22-jährige Weilheimer ist – zusammen mit seinem Vater Klaus – in die Organisation des Heim-Wettkampfes eingebunden. Und das heißt vor allem: Geräte schleppen und in der Halle aufbauen. Für Förster ist das aber nichts gänzlich Neues. Wann immer das Team von „Exquisa Oberbayern“ (ein Zusammenschluss der Vereine TSV Unterpfaffenhofen, TSV Unterhaching, TSV Weilheim, TSV Mühldorf) zu Hause (meist in Unterhaching) antreten, sind die Athleten auch als Helfer gefordert. Gleichwohl ist für Förster der Auftritt in der Jahnhalle „auf alle Fälle etwas Besonderes“. Denn bei solch einem Wettkampf „kannst du dich vor Freunden und Bekannten zeigen“, sagt der Lehramtsstudent. Das bedeutet aber auch: „Es ist schon ein gewisser Druck da.“ In den vergangenen Jahren hat Förster mit „Exquisa Oberbayern“ immer mal wieder in Weilheim Station gemacht – und dabei stets seine Leistung gebracht.

Am Boden und am Reck ist der 22-Jährige, der unter der Woche in München wohnt und vier- bis fünfmal wöchentlich trainiert, ein fester Bestandteil des Teams. Seine Übungen sind immer schwieriger geworden. Am Reck zeigt er unter anderem den Markelov – ein Flugteil mit einer Drehung – und den Adler in den Handstand, einen schwierigen Griffwechsel.

Am vergangenen Wochenende lief es für Förster und die „Exquisa“-Riege gut. Beim TSV Buttenwiesen gelang im zweiten Wettkampf der 2. Liga Süd mit einem 46:26 der erste Saisonsieg. In der Tabelle ist das Team Dritter. Die Oberbayern hatten dabei in den meisten Übungen den höheren Schwierigkeitswert. „Das war letztlich entscheidend“, sagt Förster. Er selbst hatte am Boden Pech: In der letzten Akrobahn griff er bei der Doppelschraube rückwärts bei der Landung mit den Händen auf den Boden: „Ein Leichtsinnsfehler, der mir normalerweise nicht passiert.“ Das Element wurde als „gestürzt“ gewertet, dafür gab es einen vollen Punkt Abzug. Im direkten Duell mit dem Buttenwiesener Daniel Kehl gab es so statt eines 3:0 ein 0:2. Die Reck-Übung dagegen „war top, eine meiner besten, die ich zuletzt gezeigt habe“. Auf dem Scoreboard schlug sich das aber auch nicht nieder, denn Förster musste – aus taktischen Gründen – gegen den Österreicher Matthias Schwab (Nationalturner und WM-Teilnehmer) ran. Der hatte mit 5,3 Punkten einen deutlich höheren Schwierigkeitswert in seiner Übung als Förster (4,0). Schwabs Wert „geht schon in Richtung Weltklasse“, so Förster. Am Ende verlor der Weilheimer mit 0:4.

Die Weilheimer Turner beim TSV Buttenwiesen, Fabian und Nicolai Ullrich sowie Moritz Kraus, erlebten Licht und Schatten. Fabian Ullrich zeigte am Boden eine starke Leistung, musste gegen den Briten Pavel Karnejenko aber drei Score-Punkte abgeben. Am Sprung gewann der Peitinger sein Duell mit 4:0, am Reck verlor er mit 0:2. Nicolai Ullrich war einer der wenigen, die am Pauschenpferd nicht das Gerät verlassen mussten. Dennoch verlor er mit 0:3, weil der Ausgangswert der Übung seines Gegners höher war. Am Barren verlor er gegen Karnejenko nur mit 0:1, am Reck müsste er sich mit 0:4 beugen. Moritz Kraus hatte am Pauschenpferd und an den Ringen mit dem Umstand zu kämpfen, dass seine Gegner schwierigere Übungen zeigten.

Am Samstag (Einturnen ist ab 17 Uhr) trifft „Exquisa Oberbayern“ nun auf den derzeitigen Spitzenreiter, den KTV Ries. Die Nördlinger haben ihre beiden Wettkämpfe gewonnen. „Es wird sehr eng“, prophezeit Förster. Denn beide Teams ähneln sich, was die Ausgangswerte ihrer Übungen betrifft. Das Ziel von „Exquisa“ ist heuer ein Platz unter den Top-Drei. „Das Potenzial dazu haben wir“, sagt Förster. Der Erste und Zweite qualifizieren sich für die Aufstiegswettkämpfe zur 1. Liga. Klar ist: Um eine Chance zu haben, „muss gegen Ries ein Sieg her“.

Das Score-System

Alle Liga-Wettkämpfe in den Bundesligen (Frauen und Männer) werden im Score-System ausgetragen. Jede Mannschaft besteht aus maximal zehn Turnern. Vier Turner jeder Mannschaft gehen pro Gerät an den Start. Am Gerät gibt es ein Duell Turner gegen Turner. Ein Turner der einen Mannschaft muss eine Übung vorlegen. Der Endwert bleibt geheim. Während das Kampfgericht wertet, muss sich der Trainer der gegnerischen Mannschaft entscheiden, wen er dagegensetzt. Nachdem der gegnerische Turner seine Übung beendet hat, wird auch dessen Endwert ermittelt. 

Die Differenz zwischen den Wertungen wird in Punkte umgerechnet. Differenz von 0,15 bis 0,25 = 1 Scorepunkt; 0,30 bis 0,50 = 2 Scorepunkte; 0,55 bis 1,00 = 3 Scorepunkte und so weiter. Ab einer Differenz von 6,5 gibt es 10 Scorepunkte. Nach zwei Turnern am Gerät legt die andere Mannschaft vor. Das Team mit den meisten Scorepunkten gewinnt den Wettkampf. 

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