Sportschütze Maximilian Ulbrich aus Wilzhofen bei einem Wettkampf in der Disziplin Luftgewehr.
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Der Blick geht nach unten: Maximilian Ulbrich (hier eine Archivaufnahme) befand sich in der Qualifikation zunächst auf EM-Kurs, dann aber ließ er merklich nach. Am Ende reichte es nur zu Rang neun.

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Maximilian Ulbrich und sein unerklärlicher Leistungseinbruch

  • vonChristian Heinrich
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Zunächst lag Maximilian Ulbrich noch voll auf Kurs. Der Sportschütze aus Wilzhofen lag zum Auftakt der nationalen Qualifikation für die Luftgewehr-EM unter den Besten. Doch dann lief kaum mehr etwas zusammen.

Wilzhofen – Nach dem ersten Programm befand sich Maximilian Ulbrich noch voll auf Kurs. Mit seinen 624,7 Ringen belegte der Schütze der SG Wilzhofen zum Auftakt der nationalen Qualifikation für die Luftgewehr-Europameisterschaft in Osijek unter den elf Teilnehmern bei den Männern den vierten Platz. Der 20-jährige Sportschütze lag damit in aussichtsreicher Position, schließlich war den besten Vier des Deutschen Schützen-Bunds das Ticket für Kroatien zugesagt worden.

Mit seinem Ergebnis knüpfte der Wilzhofener unmittelbar an seine Leistungen aus dem Training an. Obwohl er sich ein neues Gewehr zugelegt hatte, erreichte er stets Resultate um die 625 Ringe und mehr. „Richtig sicher war er damit aber noch nicht“, sagte sein Vater Alois Ulbrich. Dieser räumte ein, dass sein Sohn wohl noch ein paar Einheiten mit seiner neuen Waffe nötig gehabt hätte. Allerdings konnte auch er sich keinen Reim darauf machen, warum sein Filius nach dem verheißungsvollen Auftakt auf einmal den Faden verlor. Als die zweite 60-Schuss-Serie absolviert war, erschienen für Maximilian Ulbrich lediglich noch 622,1 Ringe auf der elektronischen Anzeigetafel. Mit dieser Ausbeute büßte er seine hervorragende Ausgangsposition ein und stand vor dem letzten Durchgang erheblich unter Druck.

Maximilian Ulbrich zum Quali-Auftakt noch klar auf Kurs

Was dann passierte, gab allen Beteiligten Rätsel auf. Selbst der bis dato führende Maximilian Dallinger, der die Ausscheidung am Ende deutlich gewann, stürzte auf 623,9 Zähler ab. Damit hielt er sich unter all seinen Rivalen aber noch am besten. Die anderen Schützen erlebten zum Teil noch massivere Einbrüche. Vor allem Ulbrich erwischte es besonders heftig. Mit 618,2 Ringen präsentierte er sich weit von seiner Normalform entfernt und brachte sich um die letzte Chance auf ein EM-Ticket.

„Vielleicht ist es die fehlende Wettkampfpraxis gewesen“, mutmaßte sein Vater. Wegen der Corona-Pandemie hatte der 20-jährige Wilzhofener genauso wie seine Konkurrenten außer den wenigen Lehrgängen kaum einmal das eigene Können in einem Schießen unter Wettkampfbedingungen erproben können, bei dem etwas auf dem Spiel stand. Kurioserweise lieferten beim letzten Durchgang neben Ulbrich ausgerechnet die vier EM-Fahrer ihr schwächstes Resultat ab. „Es ist schade, aber es hilft nichts“, wollte sich Alois Ulbrich nicht länger grämen. Sein Sohn wies am Ende mit insgesamt 1865 Ringen nur 5,3 Zähler weniger als der Vierte auf. Hätte er seine Ausbeute aus dem ersten Programm auch in den folgenden bestätigen können, wäre er locker Zweiter geworden. So musste er in der Endabrechnung mit Rang neun vorlieb nehmen.

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