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Ulrike Greifs „Hochkönigman“-Abenteuer

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Von: Paul Hopp

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Foto vor grandiosem Panorama: (von links) Sandra Press und die beiden Penzbergerinnen Ulrike Greif und Diana Güntner bei einem Zwischenstopp auf der Endurance-Strecke am Arthurhaus bei Kilometer 39. foto: privat
Foto vor grandiosem Panorama: (von links) Sandra Press und die beiden Penzbergerinnen Ulrike Greif und Diana Güntner bei einem Zwischenstopp auf der Endurance-Strecke am Arthurhaus bei Kilometer 39. © Privat

Penzberg - „Hochkönig – der Gipfel der Gefühle“ ist der Trailrun in Maria Alm (Salzburger Land) überschrieben, an dem Ulrike Greif und andere Athleten aus dem Landkreis teilnahmen. Die Penzbergerin erlebte dort ein spezielles 22-Stunden-Abenteuer – und war zwischendrin richtig wütend.

 Unmittelbar nach dem Lauf „konnte ich mich gar nicht richtig freuen“, sagt Ulrike Greif. Und das lag beileibe nicht daran, dass sie – gemeinsam mit ihrer Laufpartnerin Sandra Press (München) – als Letzte ins Ziel gekommen war. Die spärlich gesetzten Markierungen auf der Endurance-Strecke waren es, die der Penzbergerin (42) die Laune vermiest hatten. Statt der offiziell 85 Kilometer absolvierten Greif und Press letztlich 97,06 Kilometer (inklusive 5900 Höhenmeter). Nicht verwunderlich also, dass das Duo deutlich länger brauchte als geplant. Nach 21:40:45 Stunden kamen sie im Ziel an. Fünf Frauen kamen in die Wertung.

Mit etwas Abstand sieht Greif die ganze Sache schon wieder positiver. „Inzwischen bin ich froh, dass wir gefinisht haben“, sagt die Penzbergerin. „Ich verbuche es als Trainingslauf fürs Chiemgau.“ Von Ruhpolding aus steht dort Ende Juli ein 100-Meilen-Berglauf an. Und dann ist da ja noch der Transalpine-Run (29. August bis 5. September), an dem Greif und Press heuer teilnehmen. Nach der Erfahrung beim „Hochkönigman“ und dem dort gezeigten Durchhaltewillen ist für die Penzbergerin klar: „Wir werden eine tolle Transalp laufen.“

Startschuss für den Trailrun bei Maria Alm war um 1 Uhr nachts. Neben Greif und Press ging auch das mit ihnen befreundete Ehepaar Diana und Dieter Güntner auf die Endurance-Strecke. Schon auf den ersten zehn Kilometern deuteten die Läuferinnen eine Markierung falsch und mussten umdrehen. Die Orientierungshilfen für die Athleten wurden bereits eine Woche vor dem Wettbewerb angebracht. „Prinzipiell ist das schon sehr früh“, sagt Greif. Durch Gewitter oder starken Wind kann im Gebirge schnell mal eine Markierung „verschwinden“. Dass bei der Veranstaltung ein GPS-Gerät erforderlich war, erfuhr Greif erst kurz vor dem Start. „Hätte ich gewusst, dass das ein halber Orientierungslauf wird, hätte ich mich nicht angemeldet“, so die Penzbergerin. Der Ausblick bei Sonnenaufgang auf die Hohen Tauern sei allerdings genial gewesen, sagte Greif: „Deswegen machen wir sowas.“

Bis Kilometer 46 kam die Gruppe jedenfalls gut durch. Die Versorgung war „nicht sehr magenfreundlich“, berichtete Greif. Ständig Käse und Salami sind nicht jedermanns Sache. Über einen Südanstieg ging es 1000 Höhenmeter auf den Schneeberg hinauf. Weil der gewöhnliche Wanderweg durch Windbruch blockiert war, „wurden wir gerade hochgeleitet“, so Greif. Die nächste Versorgungsstelle in Dienten wäre eigentlich bei Kilometer 58 gewesen. Für Greif und ihre Mitstreiterinnen kam die Stelle aber, weil sie eine Abzweigung verpassten, erst nach 66 Kilometern. Hie und da war Greif „richtig wütend, wenn wir wieder nicht gelaufen sind, sondern nur gesucht haben“. Zum Statzerhaus waren dann noch einmal rund 1000 Höhenmeter zu absolvieren. Bei einem der Kuhzäune, die über eine Leiter zu passieren waren, rutschte Greif aus. „Gottseidank ist außer einem blauen Schienbein nichts passiert“, berichtete die Penzbergerin. Auf dem Weg zum Statzerhaus „war die Stimmung auf dem Nullpunkt“. Um 19 Uhr erreichte die Gruppe den Ort. Diana Güntner entschied sich schließlich, aus dem Wettbewerb auszusteigen und die Forststraße ins Tal zu nehmen. Greif und Press entschieden sich fürs Weiterlaufen, bis ins Ziel waren es geschätzte 15 Kilometer. Auf dem weiteren Weg mussten Greif und Press mit dem GPS-Gerät, das sich die Penzbergerin geliehen hatte, hantieren. Mit Blick auf ihre Kameradin Diana Güntner sagte Greif: „Das nächste Mal gibt’s wieder ein Finish für alle.“ Dieter Güntner absolvierte die Endurance-Strecke in 18:45:04 Stunden und belegte damit unter 60 Männern den 40. Platz.

Aus dem Landkreis war noch Falk Engler in Maria Alm am Start. Der Huglfinger (Jahrgang 1965), der für den DAV Weilheim Wettkämpfe absolviert, lief den so genannten Marathon-Trail. Bei diesem standen 46,6 Kilometer und 3082 Höhenmeter auf dem Programm. Engler kam nach 9:22:34 Stunden im Ziel an. Unter 90 männlichen Finishern landete er auf dem 51. Rang.

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