Solche Szenen hat’s diese Saison bislang kaum gegeben: Die Frauen des BSC Oberhausen (in weißen Trikots) haben bislang erst einmal gespielt, der TSV Weilheim überhaupt noch nicht.
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Solche Szenen hat’s diese Saison bislang kaum gegeben: Die Frauen des BSC Oberhausen (in weißen Trikots) haben bislang erst einmal gespielt, der TSV Weilheim überhaupt noch nicht. Und die Pause geht unvermindert weiter, für die kommenden drei Wochen wurden alle weiteren Partien abgesagt.

Handball: Saison in Bayern wird an den kommenden drei Wochenenden ausgesetzt

Verband reagiert auf Absagenflut

  • vonMichael Grözinger - Redakteur
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  • Roland Halmel
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Das Coronavirus ist mit voller Wucht zurückgekehrt: Die Folgen im Sport sind überall spürbar. Der Bayerische Handball-Verband greift jetzt zu einer drastischen Maßnahme.

Landkreis – Seit dem 3. Oktober läuft der Spielbetrieb im bayerischen Handball wieder. Wobei von laufen nicht die Rede sein kann. Kriechen wäre passender, wenn man auf die Liste der abgesagten Partien schaut. In der Bezirksoberliga (BOL) der Männer im Bezirk „Alpenvorland“ wurden an drei Spieltagen bisher gerade einmal fünf Partien ausgetragen. In der BOL der Frauen waren es im gleichen Zeitraum sogar nur vier. Jetzt zieht der Bayerische Handball-Verband (BHV) erste Konsequenzen aus den turbulenten Anfangswochen: Mit sofortiger Wirkung stellt der Verband seinen Spielbetrieb für mindestens zweieinhalb Wochen ein.

Handball: Für die kommenden drei Wochenenden sind alle Spiele abgesagt

Betroffen sind die kommenden drei Wochenenden. Das teilte der BHV seinen Vereinen gestern Nachmittag mit, nachdem Präsidium und Bezirke am Dienstag einstimmig zu dieser Entscheidung gelangt waren. „Die steigenden Zahlen der Pandemie stellen alle Beteiligten im organisierten Handballsport in Bayern vor große Herausforderungen und führen an vielen Stellen zu Ungewissheit und Verunsicherung“, erklärt der Verband seine kurzfristige Maßnahme. Am Mittwoch, 4. November, würden die Vereine über mögliche Szenarien informiert, wie mit der Saison weiter verfahren werde. Ziel sei es, den Spielbetrieb am 14./15. November wiederaufzunehmen. Von der Pause des Spielbetriebs betroffen sind alle Ligen – im Erwachsenen- und im Jugendbereich – unter dem Dach des BHV, also von der Bayernliga abwärts.

Am vergangenen Wochenende fanden bei den Frauen nur in einer von drei Ligen überhaupt Spiele statt. Die Auftritte der Weilheimer Handballerinnen in Eichenau und die Heimpartie des BSC Oberhausen gegen die HSG Isar-Loisach wurden aufgrund der wieder aufflammenden Corona-Pandemie abgesagt. Auch das Gastspiel der Schongauer Frauen in Pullach wurde nicht ausgetragen.

Ich glaube nicht, dass wir die Saison zu Ende spielen können.

David Schmoldt, Trainer der Schongauer Männer

Diese Absagenflut, die durch einen steigenden Inzidenzwert in fast allen Landkreisen des Handball-Bezirks ausgelöst wurde, kam für die Verantwortlichen bei Vereinen in der Region nicht überraschend. „Ich glaube nicht, dass wir die Saison zu Ende spielen können“, äußerte Schongaus Herrentrainer David Schmoldt schon vor einigen Wochen. Skepsis war auch bei den anderen Klubs zu spüren. „Wir als Verein haben ja auch eine Verantwortung gegenüber unseren Spielerinnen“, sagte Alexandra Vincenzi. Für die Sprecherin des BSC Oberhausen stand von Beginn an der Gesundheitsaspekt im Vordergrund. „Viele Spielerinnen wollen auch das Risiko nicht eingehen“, ergänzt Tanja Rösner vom Schongauer Damenteam.

Verantwortliche des BSC Oberhausen haben Bezirksoberliga mit 14 Teams von Anfang an kritisch gesehen

Die Verantwortlichen in Oberhausen etwa „haben es von Anfang an kritisch gesehen“, so Vincenzi, dass es 2020/21 eine von zwölf auf 14 Mannschaften aufgestockte Frauen-Bezirksoberliga mit einem entsprechend straffen Terminplan mit Spielen an jedem Wochenende gibt. Die Idee der Oberhausenerinnen, stattdessen, eine Einfachrunde mit je einem freien Wochenende zu absolvieren, fand kein Gehör. „Wir hatten einen großen Termin vor ein paar Wochen mit dem Bezirk, da sind die Bedenken der Vereine vorgetragen worden“, sagte Michael Sander, Trainer des Weilheimer Frauenteams. „Darauf wurde aber nicht eingegangen, und jetzt tritt leider das ein, was wir befürchtet hatten.“ Auch Sander hätte sich eine Entzerrung des Spielplans, etwa durch eine Ligenteilung, gewünscht.

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