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Die eine springt, die anderen bereiten sich vor: Das Foto zeigt Cathrin Wiesehahn (RZV Lechtal) mit „Snowy Pete“ an Hindernis zwei in der A*-Prüfung. Im Hintergrund der Abreiteplatz. Allein in dieser Prüfung waren 58 Paare am Start. 

Vielseitigkeitsturnier in Unterbeuern

Kleinerer Rahmen, großes Starterfeld

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Das Vielseitigkeitsturnier in Unterbeuern bot  gut besuchte Prüfungen bis zur Klasse L. Sophie Kriger wurde Kreismeisterin.

Landkreis – Die Freude musste einfach raus. Kaum hatte Cathrin Wiesehahn mit ihrem Schimmel „Snowy Pete“ den letzten Sprung, das Hindernis 17, überquert, da ließ die Reiterin einen weithin vernehmbaren Jubelschrei los. Den abschließenden Geländeritt in der Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A* in Unterbeuern hatte das Duo souverän erledigt. Die 0,8 Zeitfehlerpunkte waren Wiesehahn herzlich egal. Sie hatte die Prüfung mit einem ordentlichen Resultat (72,30 Strafpunkte/15. Platz) beendet, was für das Duo keine Kleinigkeit darstellte.

Wiesehahn (35) ist zwar eine erfahrene Reiterin, doch wie ihr Pferd in seiner „ersten richtigen Geländeprüfung“ reagiert, war eher unklar. „Snowy Pete“ war acht Jahre lang als Jagdpferd unterwegs. „Ich wusste nicht, was er im Gelände ohne Hunde macht“, sagte die Thainingerin, die für den RZV Lechtal antritt. Der 13-jährige Schimmel löste die Aufgabe gut, das Duo blieb auf der 2350 Meter langen Strecke nur ein paar Sekunden über der vorgegebenen Zeit – und machte damit Plätze gut. Nach der Dressur lagen Wiesehahn und „Snowy Pete“ auf Rang 25. Im Springen (ein Abwurf) und mit dem guten Geländeritt ging es nach vorn. „Alles top, ich bin absolut happy“, sagte Wiesehahn.

Ähnlich euphorisch wie die Lokalmatadorin äußerte sich nach drei Wettbewerbstagen auch die Vorsitzende des gastgebenden RZV Lechtal, Dr. Matilda Holmer-Rattenhuber. Nach den Zwei-Sterne-CIC-Turnieren in den Vorjahren sollte diesmal alles eine Nummer kleiner ablaufen. Das Ziel war, ein Turnier anzubieten, bei dem sowohl Anfänger Erfahrungen sammeln als auch Arrivierte junge Pferde an die Vielseitigkeit heranführen oder ihre Top-Pferde testen können. „Es hat funktioniert“, sagte Holmer-Rattenhuber. Obwohl die sechs Prüfungen heuer „nur“ national ausgeschriebenen waren, hatten sich sogar mehr Reiter als in den vergangenen Jahren angemeldet. Allein in der A*-Prüfung waren insgesamt 58 Paare (aufgeteilt in zwei Abteilungen) am Start. Das Turnier in kleinerem Rahmen sollte auch den RZV-Mitgliedern die Möglichkeit bieten, sich vor heimischem Publikum zu präsentieren. Am Ende sprangen für die einheimischen Reiter 27 Platzierungen heraus. Mehr als 100 Helfer auf den Plätzen, im Gelände, in der Küche etc. sorgten dafür, dass alles plangemäß ablief. Auch aus anderen Vereinen und Ställen kam Unterstützung. „dafür sind wir unendlich dankbar“, sagte die Vereinsvorsitzende. „In der Vielseitigkeits-Clique hält man zusammen.“

Mit dem Wetter hatten die Ausrichter ebenfalls Glück. Lediglich während der Cross-Country-Führzügelklasse der Jüngsten regnete es. Ansonsten fanden die Wettbewerbe im Trockenen, sogar weitgehend bei strahlendem Sonnenschein statt.

Vielseitigkeit ist einfach auch eine Sportart mit einem gewissen Risiko. Die wenigen Stürze gingen nach Auskunft des RZV alle recht glimpflich ab. Die schwerste Verletzung des Wochenendes war eine ausgekugelte Schulter. Wer sich ins Gelände wagt, verfügt in der Regel über eine gewisse Erfahrung. Anna Kamps (RZV Lechtal) zum Beispiel fiel in der A*-Prüfung ausgerechnet am letzten Hindernis von ihrem Pferd „Amira“; die Amazone landete aber dank guter Körperbeherrschung auf den Beinen.

Innerhalb der A*-Vielseitigkeit wurden auch die Kreismeisterschaften (Weilheim-Schongau, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen) ausgetragen. In der entsprechenden Abteilung siegte Sophie Grieger (TG Schwaiganger) mit dem fünfjährigen Wallach „Osterglanz“. Das Duo lag nach der Dressur auf Rang zwei und bestach im Springen und im Gelände durch absolut fehlerfreie Ritte. Platz zwei ging mit 2,7 Punkten Abstand an Nicolas Freiherr von Wolff (RFV Weilheimer Pferdefreunde) mit „Dexxter“, Dritte wurde Helga Erlacher (RFV Weilheimer Pferdefreunde) mit „Ramos“. Bester der fünf RZV-Lechtal-Reiter, die Platzierungen schafften, war Bryan Willutzki, der mit „Bayour“ Fünfter wurde. Nach der Dressur Zehnte, blieben beide im Springen und im Gelände fehlerlos.

Die höchste Prüfung des Wochenendes war eine Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L. Dort landeten in der Region bekannte Namen ganz vorn. Es siegte Sophie Grieger (TG Schwaiganger) mit der siebenjährigen Stute „Al Martina“ (40,4) vor Robert Sirch (Pferdefreunde Fischen) mit „Hermine“ (46,3) und Nina Schultes (TG Schwaiganger) auf „Zappelphilipp“ (46,4). Eine Platzierung erreichte auch Alfred Graf (RZV Lechtal), der Hausherr in Unterbeuern. Er belegte mit „Finesse“ (57,7) den sechsten Platz unter 36 Startern.

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