Rüdiger Brand kurz nach dem Zieleinlauf beim „Brixen Dolomiten Marathon“. Der Huglfinger absolvierte den „Ladinia Trail“.
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Geschafft und zufrieden zugleich: Rüdiger Brand kurz nach dem Zieleinlauf beim „Brixen Dolomiten Marathon“. Der Huglfinger absolvierte den „Ladinia Trail“.

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„Ladinia Trail“: Brand läuft schneller als 2019 - und landet dennoch weiter hinten

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
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Der „Ladinia Trail“ beim „Brixen Dolomiten Marathon“ hat es in sich. Rüdiger Brand aus Huglfing nahm ihn heuer zum zweiten Mal in Angriff und war schneller als 2019, obwohl in Krämpfe plagten.

Brixen/Huglfing – Platzierungen sagen viel, aber eben nicht alles. Nehmen wir zum Beispiel Rüdiger Brand: Vor zwei Jahren war er auf dem „Ladinia Trail“ beim „Brixen Dolomiten Marathon“ Zweiter in seiner Altersklasse geworden – ein Top-Resultat. Nun, bei seiner zweiten Teilnahme, landete der Athlet des SC Huglfing bei den Männern zwischen 49 und 59 Jahren auf dem zehnten Rang. Seine Leistung heuer ist indes höher einzustufen, denn Brand war auf gleicher Strecke satte vier Minuten schneller. Die 29 Kilometer mit 1852 Höhenmetern bergauf und 545 Höhenmetern bergab bewältigte er in 4:37:21 Stunden. In der Gesamtwertung landete Brand unter 77 Männern auf dem 37. Platz.

Der SC-Sportler war zufrieden, wenngleich er auch ein wenig haderte. „Leider verhinderten Krämpfe in den Oberschenkeln bei den ausgesetzten Bergab-Passagen ein besseres Resultat“, berichtete der Langstreckenläufer. Letztlich war er aber „froh, dass ich das Rennen noch so gut beenden konnte“.

Der Wettkampf in Südtirol war für Rüdiger Brand „wie ein Sprung ins kalte, unbekannte Wasser“. Nachdem alle Läufe, die er ansonsten zur Vorbereitung genutzt hätte, ausgefallen waren, wusste er nicht, wie es um seine Form bestellt ist. Klar: Über den Winter und im Frühjahr war Brand fleißig gewesen. Doch Training und Wettkampf sind eben zwei Paar Stiefel. Und die Strecke auf dem „Ladinia Trail“ hat es in sich. Von St. Martin in Thurn (1127 Meter) geht es über Waldwege zum Gömmajoch und weiter zur Fornellahütte, die nach gut 15 Kilometern erreicht wird. Von dort laufen die Teilnehmer über Wanderwege zur Tauberhütte, und schließlich geht es auf einem Steig sowie einer Skiabfahrt hinauf auf die Plose (2450 Meter).

Das Ziel für alle Teilnehmer lag auf der Plose (2450 Meter)

Aufgrund der Corona-Bestimmungen gab es heuer nur drei Verpflegungsstationen, wobei an der ersten Station nach acht Kilometern nur Wasser gereicht wurde. „Für einen Lauf dieser Kategorie ist das sehr wenig“, so Brand. „Da es jedoch in der Ausschreibung bekannt gegeben wurde, konnten sich die Läufer darauf einstellen, mussten jedoch ihre Verpflegung selbst mitnehmen“. Brand hatte sich entsprechend ausstaffiert und absolvierte die 29 Kilometer in flottem Tempo. „Jetzt hoffe ich, dass auch mal wieder ein Laufevent in Deutschland stattfinden darf“, so der Huglfinger. Sein nächstes Ziel steht schon: „Die Vorbereitung für den Tegernsee Halbmarathon im September werde ich demnächst starten.“ Die Form, die er in Südtirol an den Tag legte, möchte er zumindest halten.

Auf dem „Ladinia Trail“ überzeugte bei den Frauen eine Athletin aus der Region: Sandra Saitner vom LC Tölzer Land verpasste als Gesamtvierte nur knapp das Podest. Mit der Zeit von 3:34:20 Stunden gewann sie allerdings die Altersklasse „30-39“. Die Top-Zeiten auf der Marathon-Strecke (42,195 Kilometer/2450 Höhenmeter) schafften der 51-Jährige Lokalmatador Helmuth Mair (3:50:41) von der SG Eisacktal sowie die 28-jährige Julia Kessler (4:25:48) aus Meran. Auf der Königsdistanz zeigte auch Mirko Schohn von der Laufgruppe „Böbinger Kenianer“ eine feine Leistung: Mit der Zeit von 5:46:45 Stunden belegte er in der Klasse M45 den elften Platz unter 30 Klassierten. Im Gesamtfeld von 204 Männern landete Schohn auf Rang 81.

Überschattet wurde der „Brixen Dolomiten Marathon“ mit seinen insgesamt fünf verschiedenen Läufen von einem Unglück: Ein Teilnehmer an der Vierer-Staffel im Marathon erlitt einen Herzinfarkt und verstarb trotz Reanimationsmaßnahmen. Die für den Abend geplante Siegerehrung wurde abgesagt.

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