Siegerehrung der Weitsprung-Konkurrenz bei den u23-Frauen in Erding.
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Siegerehrung in Corona-Zeiten: Auf dem Podest standen Katharina Vogl (Mi.) und die anderen Athletinnen mit entsprechendem Abstand.

Leichtathletik: Hohenpeißenbergerin gewinnt im Weitsprung

Katharina Vogl fliegt im ersten Versuch zu Gold

Auch Kniebeschwerden im Vorfeld konnten sie nicht stoppen: Bei der bayerischen U23-Meisterschaft in Erding holte sich Katharina Vogl den Weitsprung-Titel - mit einer ganz besonderen Weite.

  • Leichtathletin Katharina Vogl hat bei der U23-Meisterschaft in Erding Gold gewonnen.
  • Die Athletin des TSV Peißenberg gewann die Weitsprung-Konkurrenz mit Vereinsrekord.
  • Katharina Vogl startete auch im 100-Meter-Sprint und steigerte sich im Endlauf.

Erding – Schon beim Beginn des Weitsprung-Wettbewerbs deutete sich an, dass es ein besonderer Tag für Katharina Vogl werden würde. Denn gleich beim ersten Versuch im Rahmen der bayerischen U23-Meisterschaft katapultierte sich die Athletin des TSV Peißenberg zu einer persönlichen Bestleistung. Vogl landete bei 5,71 Metern – ein Zentimeter weiter als bei ihrem bisher besten Sprung im Freien.

„Normalerweise sind bei mir eher die letzten Sprünge die besseren“, sagte die Hohenpeißenbergerin. Mit der Weite überraschte Vogl nicht nur sich, sondern auch die Konkurrenz. Am Ende holte sich die 21-Jährige mit den 5,71 Metern ihren ersten bayerischen Meistertitel in einer Einzelkonkurrenz. Zweite und dritte Plätze hat Vogl schon gesammelt, aber ganz oben auf dem Podest stand sie noch nie.

Katharina Vogl: Vereinsrekord mit 5,71 Metern im Weitsprung

Zweimal musste die Hohenpeißenbergerin kurz einmal die Luft anhalten. Im dritten Durchgang landete Janina Buck (LG Forchheim) bei 5,68 Metern. Vogl stand selbst gerade am Anlauf bereit, als die Konkurrentin sprang. „Da denkt man schon: Okay, das war jetzt knapp“, sagte die TSV-Athletin. Im gleichen Durchgang zeigte Vogl mit ebenfalls 5,68 Metern, dass der Titel an diesem Tag nur über sie führen würde. Im Schlussdurchgang sprang Buck noch einmal weit – sie landete bei 5,61 Metern. Bei Vogl fiel dann die Anspannung ab, da sie nun wusste, dass sie Gold sicher hatte. „Da habe ich mich schon sehr gefreut.“ Dass es dann für sie im sechsten Versuch „nur“ noch zu 5,44 Metern reichte, war locker zu verschmerzen.

Glücklich über Gold: Weitspringerin Katharina Vogl und ihre Trainerin, Sabine Osenberg.

Der Auftritt in Erding „war mein bester Wettkampf in dieser Saison“. Davor haderte die Hohenpeißenbergerin oft mit der Technik. Doch speziell beim ersten Sprung „hat der Anlauf super gepasst, und ich bin direkt vom Brett abgesprungen“, berichtete die 21-Jährige. Mit den Bedingungen kam die Athletin des TSV Peißenberg sehr gut zurecht. Der Weitsprung fand am späten Nachmittag statt, „da war es schon etwas kühler“. Vom ganz leichten Gegenwind „hat man nichts gemerkt“.

Ein wenig seltsam war die Situation im Stadion aber doch, denn außer den Trainern durfte niemand die Wettkämpfe beobachten – die Corona-Auflagen sorgten dafür. „Es war eine ganz andere Stimmung als sonst“, sagte Vogl. Mit Zuschauern sei es schon schöner, „da ist man motivierter“. Und dennoch schaffte die Steuerfachangestellte eine persönliche Bestleistung, die zugleich Vereinsrekord ist. Ein schöner Erfolg ist das auch für Trainerin Sabine Osenberg. An sie richtete die Sportlerin einen extra Dank: „Sie begleitet mich schon so viele Jahre sowohl bei Erfolgen als auch Niederlagen.“ Ohne Osenbergs Einsatz „wären die bisherigen Erfolge nicht möglich gewesen“.

Maßarbeit: Mit 5,71 Metern übertraf Katharina Vogl ihren bisherigen Rekord um einen Zentimeter.

Zwei Stunden vor dem Weitsprung hatte Vogl am 100-Meter-Sprint teilgenommen. Dies war ein kleines Vabanquespiel, denn im Vorfeld der Meisterschaft hatte Vogl an Kniebeschwerden laboriert. Das Hauptaugenmerk der Athletin lag auf der Sprungkonkurrenz, denn dort war sie eine der großen Favoritinnen. Den Sprint ließ sie sich dennoch nicht nehmen.

Katharina Vogl: Platz sechs im 100-Meter-Sprint in Erding

Mit 12,69 Sekunden qualifizierte sich die Hohenpeißenbergerin als zweite ihres Vorlaufs souverän fürs Finale. Vor dem Endlauf habe sie überlegt, ob sie daran teilnehmen soll. Sie wagte einen Finalstart – und verbesserte sich leicht. Nach 12,66 Sekunden überquerte Vogl als Sechste die Ziellinie. Auf den Bronzeplatz fehlten ihr 16 Hundertstelsekunden. „Ich habe gemerkt, dass mir die Tempoläufe im Training gefehlt haben“, so lautete ihr Fazit. Unter normalen Umständen wäre die Hohenpeißenbergerin (Bestzeit: 12,08 Sekunden) eine Medaillenkandidatin gewesen. „Ich war auch so zufrieden“, sagte Vogl. Die Goldmedaille wäre hingegen außer Reichweite gewesen. Den Titel holte sich Topfavoritin Marina Scherzl (LG Kreis Dachau) mit 11,76 Sekunden vor der Weitsprung-Zweiten Janina Buck (12,47). Scherzl gewann am Tag darauf auch die 200 Meter (24,22)

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