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Doppelt erfolgreich: Max Brinkmann (22) brachte von der WM eine Gold- und eine Bronzemedeaille mit.

„Ein wahnsinniges Gefühl“

Rhönrad-Turner Brinkmann holt WM-Titel

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Weilheim - Bei der Rhönrad-Weltmeisterschaft gewann Max Brinkmann (TSV Weilheim) den Titel in der Disziplin "Spirale" - und überraschte sich selbst.

Als es im WM-Finale im Spirale-Turnen darauf ankam, agierte Max Brinkmann wider seine Natur. „Ich bin nicht so der Wettkampf-Held“, sagt der 22-jährige Weilheimer über sich selbst. „Mir passiert gern mal ein Fehler.“ Doch diesmal hatte der Athlet des TSV Weilheim sein Gerät und auch sich völlig unter Kontrolle. Brinkmann zeigte eine souveräne Vorstellung und holte sich die Goldmedaille. Mit der Punktzahl von 11,65 verwies er den Niederländer Boy Looijen (11,60) und den Japaner Yasuhiko Takahashi (11,20) auf die weiteren Plätze. Solch eine hohe Wertung „hatte ich noch nie“, sagte Brinkmann.

Spektakulär: In der Disziplin „Sprung“ absolviert Max Brinkmann einen Rückwärtssalto vom Gerät. Das Foto entstand beim Training in Weilheim.

Vor dem Finale war der Weilheimer schon nervös, „denn ich wusste, ich habe eine Chance“. Er habe versucht, „den Spaß in den Vordergrund zu rücken“. Der TSV-Turner hatte im Vergleich zu den Kontrahenten einen höheren Schwierigkeitsgrad für seine Übung gewählt – das Risiko zahlte sich letztlich aus. „Die Medaillen bekommt man nicht nachgeschmissen“, sagte Trainerin Sandra Ryschka. Nach dem Juniorenweltmeistertitel in der Disziplin „Sprung“, den er 2009 in der Schweiz geholt hatte, stand Brinkmann nun wieder bei Welttitelkämpfen ganz oben auf dem Podest. Vor dem Triumph im Spirale-Finale hatte er bereits im Sprung die Bronzemedaille geholt. Zwei Versuche hat jeder Athlet in dieser Disziplin, der bessere wird gewertet. Beim ersten zeigte er einen Rückwärtssalto mit einer Schraube. Im zweiten Versuch wagte er sich an einen Rückwärtssalto mit eineinhalbfacher Schraube. „In einem Finale muss man versuchen, alles reinzupacken“, sagte er. Mit 9,55 Punkten belegte er hinter Yasuhiko Takahashi (Japan/ 11,10) und Marcel Schawo (Deutschland/9,80) den dritten Rang. Zu Beginn der WM stand der Mehrkampf auf dem Programm, bei dem Brinkmann Sechster wurde. Insgesamt drei größere Patzer leistete sich der Weilheimer eigenem Bekunden nach. Dafür war der sechste Rang „richtig gut“. Insgesamt war er mit seinen Auftritten in Lignano hochzufrieden. Speziell mit Blick auf seine beiden Medaillen sagte Brinkmann: „Es war ein wahnsinniges Gefühl, mal gezeigt zu haben, was ich kann. Es hätte nicht besser laufen können.“

Auf Werbetour in Sachen „Rhönrad“: Die Turnerinnen (v.l.) Emma Emmrich, Lisa Steffes und Heidi Ryschka führten das Gerät in Lignano während der CSIT-Weltsportspiele vor. Mit im Bild sind zwei mexikanische Sportler.

Ein Wermutstropfen aus Sicht des TSV Weilheim war, dass Karina Peisker (15) bei den Juniorinnen nicht starten konnte. Die Freisingerin zog sich beim letzten Training vor den Wettkämpfen einen Bänderriss im Fußgelenk zu. „Das war schon sehr traurig“, sagte Trainerin Sandra Ryschka. Dafür erlebte die TSV-Truppe, die mit Brinkmann nach Italien fuhr, eine spannende Zeit. Trainerin Sandra Ryschka, Nicole Erler, Lisa Jodl, Emma Emmrich, Lisa Steffes und Heidi Ryschka waren unter anderem als Volunteers bei den Wettkämpfen im Einsatz. Darüber hinaus sollten die Weilheimer mit einer eigenen Show Werbung für den Rhönradsport betreiben – was Trainerin Ryschka erst ganz kurzfristig erfuhr. Die Weltmeisterschaften fanden während der Weltsportspiele der CSIT (International Workers and Amateurs in Sports Confederation) statt. Kurz vor dem Start der Spiele fragten die Organisatoren obendrein an, ob nicht zwei TSV-Athletinnen bei der Eröffnungsfeier im Stadion von Lignano auftreten könnten. Auch das bekamen die Weilheimer hin. Emmrich und Steffes zeigten schließlich vor gut 1000 Zuschauern ihr Können. „Es hat alles super geklappt“, freute sich Trainerin Ryschka. Zahlreiche Sportler wollten danach Fotos mit den TSV-Sportlerinnen machen. Ein großes Erlebnis für die Weilheimerinnen. Das Fazit der WM: „Sehr anstrengend, aber auch sehr erfolgreich“, sagte Trainerin Ryschka.

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