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Discgolf-Szene hatte richtig Bock auf Weilheim - Lokalmatador schafft ein Ass

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Von: Paul Hopp

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Ihre Welt ist eine Scheibe: Zum „Revival“-Wochenende der „Bavarian Airhawks“ waren Frauen und Männer aus ganz Deutschland und Österreich ans Gögerl nach Weilheim gekommen.
Ihre Welt ist eine Scheibe: Zum „Revival“-Wochenende der „Bavarian Airhawks“ waren Frauen und Männer aus ganz Deutschland und Österreich ans Gögerl nach Weilheim gekommen. Am zweiten Turniertag ging es über 2 x 18 Bahnen um Ranglistenpunkte. © Emanuel Gronau

Das Discgolf-Turnier der neu formierten „Bavarian Airhawks“ war trotz Aprilwetters gut besucht. Von den Teilnehmern gab es viel Lob, ein Lokalmatador zielte ganz genau.

Weilheim – War da was mit Wind, Schneeschauern und Kälte? Den Discgolfern aus Deutschland und Österreich, die sich für das zweitägige Revival-Turnier der neu formierten „Bavarian Airhawks“ angemeldet hatten, waren die düsteren Wetteraussichten herzlich egal. Die 165 Startplätze waren bis auf wenige Ausnahmen alle tatsächlich belegt. „Man hat gemerkt, alle haben Bock, in Weilheim zu spielen“, stellte „Airhawks“-Vorsitzender Alexander Hickisch fest. Der Standort „Weilheim“ sei „den Discgolfern in Deutschland sehr wichtig“.

Launisches Aprilwetter schreckt Discgolfer nicht

Der Parcours war seinerzeit in den 1980er Jahren immerhin einer der ersten überhaupt in der Bundesrepublik. Zu Hochzeiten fanden am Gögerl internationale Wettkämpfe und deutsche Meisterschaften statt. Zuletzt war es um die „Airhawks“ etwas stiller geworden. Das letzte größere Turnier am Gögerl bildete 2018 ein Open-Wettbewerb. Corona spielte freilich auch eine Rolle. Mit neuer Führungsmannschaft wollen es die „Airhawks“ nun wieder wissen. Mit dem Verlauf des jüngsten Turnierwochenendes sind die heimischen Discgolfer „voll und ganz zufrieden“, sagte Vereinschef Hickisch. „Es war sehr viel Arbeit, aber sie hat sich rentiert. Wir haben Spaß und Lust weiterzumachen.“ Dass alles klappte, sei „eine Gesamtleistung“ des Vereins gewesen.

Beim „Revival“-Turnier ging‘s um Ranglistenpunkte

Am Samstag stand ein Wettbewerb der „Südstaaten-Tour“ auf dem Programm. Die „Bavarian Airhawks“ holten dabei in den verschiedenen Klassen immerhin fünf Podestplätze inklusive zweier Klassensiege. Diese Serie ist nicht zuletzt für Wettkampf-Neulinge gedacht. Diverse Arrivierte nutzten die Chance, schon mal den Parcours kennen zu lernen. Den Kurs hatten die „Airhawks“ fürs Wochenende auf drei Bahnen verändert – eine Rolle spielten dabei auch Naturschutzgründe. Ein Schmankerl hatten sich die Organisatoren für die Bahn neun einfallen lassen: Dort betrug die Distanz nun bis zum Korb stolze 240 Meter. „Das kam sehr gut an“, berichtete Hickisch. Ansonsten bewegen sich die Bahnlängen am Gögerl zwischen 70 und 130 Meter. Der Parcours wurde von den Teilnehmern vielfach als schwer eingestuft, berichtete Hickisch. Die Starter fanden’s zugleich okay: „Geschenkt will keiner was haben.“

Als absolut richtig erwies sich die kurzfristige Entscheidung der Turnierleitung mit Kevin Schüler und Michael Gschmeissner, am Samstag etwas später zu starten und dafür den Wettbewerb von zweieinhalb auf zwei Runden zu verkürzen. Damit entging die Veranstaltung den heftigsten Windböen. Insgesamt passte das Wetter: „Wir sind nicht nass geworden“, so Hickisch.

„Airhawks“-Lokalmatador Kessler schafft ein Ass

Am Sonntag kämpften die Teilnehmer beim „Revival-Turnier“ um Wertungspunkte für die deutsche und internationale Rangliste. Der Wettbewerb in Weilheim gehörte zur C-Kategorie, darüber gibt es noch B- und A-Turniere. In der Open-Klasse musste am Ende ein Stechen entscheiden, nachdem sowohl Dominik Stampfer (Heidenheim) als auch Florian Lingenhel (Innsbruck) nach Abschluss der 2 x 18 Bahnen jeweils auf ein Resultat von „6 unter Par“ gekommen waren. Das Stechen gewann Stampfer.

Der gebürtige Weilheimer Benedikt Heiß, bei der DM 2020 Vierter und bei der DM 2021 Siebter, vervollständigte als Dritter das Podest. Drei „Airhawks“-Mitglieder landeten in den Top-Ten: Christian Oswald (5. Platz), Tobias Königbauer (6.) und Kevin Schüler (9.). In der „Master 50“-Klasse bescherte Henning von Bandemer den Gastgebern einen zweiten Rang.

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Lokalmatador Stefan Kessler, der das Open-Turnier auf dem 13. Platz beendete, glückte eines der Highlights des Wochenendes: Auf der Bahn 13 (69 Meter/Par 3) schaffte er ein Ass, das heißt, er versenkte die Scheibe mit nur einem Wurf direkt im Korb. Insgesamt wurden während der zwei Tage noch drei Eagles (2 unter Par) und 600 Birdies (1 unter Par) erzielt.

1500 Euro Spenden gehen an soziales Projekt

Die Birdies erfüllten einen guten Zweck: Für jeden derartigen Wurf legten die „Airhawks“ einen Euro beiseite. Zusätzlich zu weiteren Spenden kamen 1500 Euro zusammen, die an die „Weilheimer Tafel“ gehen. Die Initiative unterstützt vermehrt Flüchtlinge aus der Ukraine; somit können die „Airhawks“ ihr Vorhaben, für die Ukrainehilfe zu spenden, mit einem hiesigen Projekt verbinden.

Am Sonntag, als das Wetter besser war, wohnten auch vermehrt Zuschauer und Interessierte, die sich über den mit Golf verwandten Sport informieren wollten, dem Treiben bei. Der Großteil der Spaziergänger und Erholungssuchenden waren gegenüber dem Wettkampf aufgeschlossen, für den es Wegsperrungen gab. „Der eine oder andere“, so Hickisch, zeigte hingegen kein Verständnis. Für die „Airhawks“ gilt: „Wir wollen keinen Ärger.“ Die Stadtverwaltung stand den Turnieren positiv gegenüber, für die entsprechenden Genehmigungen bedankte sich Hickisch ausdrücklich. Rathauschef Markus Loth übernahm sogar die Schirmherrschaft, zusätzlich gab es eine Geldspende.

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