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Geschafft: ESV-Kapitän Zehudin Hajdarevic (links) bekommt von Spielgruppenleiter Erhard Mach Pokal und Meisterurkunde überreicht.
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Gemeinsamer Jubel: Zusammen mit Anhängern feiern die Fußballer des TSV Weilheim die unverzügliche Rückkehr in die Kreisklasse.

Weilheim, Penzberg und Böbing aufgestiegen

Meisterjubel mal drei

Egal, ob A-Klasse 5, A-Klasse 6 oder A-Klasse 8: Am Ende stand eine Mannschaft aus dem Landkreis in der Tabelle ganz oben. Der TSV Weilheim und der ESV Penzberg schafften den unverzüglichen Wiederaufstieg, der SC Böbing ist erstmals seit zehn Jahren wieder Kreisklassist.

TSV Weilheim

Weilheims Trainer Matthias Lumma ist dem eigenen Bekunden nach am vergangenen Samstag um einige Jahre gealtert. Bis wenige Minuten vor dem Ende lag seine Mannschaft in Münsing mit 0:1 hinten. Damit wären Tabellenführung und der direkte Aufstieg weg gewesen. Dann aber raffte sich der TSV noch einmal zu einer Energieleistung auf. Binnen zwei Minuten machten die Weilheimer aus dem Rückstand eine 2:1-Führung, die sie auch nicht mehr hergaben. Die Weilheimer zeigten Biss und Siegeswillen – Eigenschaften, für Lumma verantwortlich dafür waren, dass der sofortige Wiederaufstieg gelang.

Eigentlich war dieser so gar nicht vorgesehen. Der ursprüngliche Plan lautete, binnen drei Jahren in die Kreisklasse zurückzukehren. So gesehen ist das Team aus der Kreisstadt eigenmächtig vorgesprescht. „Aber das nehmen wir gerne mit“, so Lumma augenzwinkernd. Ab dem fünften Spieltag waren die Weilheimer immer Erster oder Zweiter. Mit dem souveränen 2:0-Sieg beim damaligen Tabellenführer Peißenberg vor vier Wochen meldeten sie ihre Titelambitionen nachhaltig an. Coach Lumma gibt aber auch zu, dass seine Mannschaft auch von Patzern der Konkurrenz profitiert habe. So blieb etwa ein 1:1 des TSV gegen Kellerkind Wielenbach am viertletzten Spieltag folgenlos.

Apropos Kellerkinder: Vor allem gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte ließen die Weilheimer regelmäßig Federn. Die einzige Saisonniederlage handelte sich der TSV auf eigenem Platz gegen den TSV Schäftlarn II ein (1:4). Die Reserve des Kreisklassisten belegt in der Abschlusstabelle den achten Platz. Gegen Absteiger Tutzing gab’s – ebenfalls zu Hause – ein mageres 0:0. „Wir haben uns schwergetan gegen Mannschafte, die sich mit zehn, elf Mann hinten reinstellen“, so Lumma. Derartiges dürfte seinem Team künftig weitgehend erspart bleiben. „Da hoffen wir, dass die meisten Gegner mitspielen“, so Lumma.

Für den Trainer war die mannschaftliche Geschlossenheit der entscheidende Faktor für den Aufstieg. Dennoch hebt er zwei Akteure lobend hervor: Verteidiger Sebastian Rill und Torhüter Florian Pfaff. Für die anstehende Saison in der Kreisklasse gelte es jetzt, die Mannschaft „punktuell zu verstärken“, so Lumma, der die Weilheimer auch kommende Saison betreuen wird.

ESV Penzberg

In der Nachbetrachtung begann für ESV-Coach Thomas Simmeth der Höhenflug seines Teams mit einer Niederlage. Nach dem 0:1 im Lokalderby beim FC Penzberg II hätten viele im Verein nicht mehr an den Titel geglaubt. „Aber das hat vielleicht auch Druck von der Mannschaft genommen“ mutmaßt Simmeth. Er selbst sei immer davon überzeugt gewesen, dass sein Team noch Meister werden könne. Und in der Tat: Im Saisonendspurt lief der ESV zur Höchstform auf. Er gewann die restlichen sieben Partien – Titel und Aufstieg waren perfekt. „Aber das Quäntchen Glück brauchst du im Fußball auch“, gab Simmeth zu.

Ein entscheidender Grund, warum die Eisenbahner nach zwei Abstiegen in Folge jetzt wieder einen Aufstieg feiern dürfen, war für Simmeth, „dass wir zum Schluss fast immer den gleichen Kader zur Verfügung hatten“. Von Verletzungen blieben die Penzberger aber auch in dieser Saison nicht verschont. Am schlimmsten traf es Benedikt Weigl, laut seinem Trainer „einer der intelligentesten Spieler beim ESV“: Weigl fiel wegen eines Mittelfußbruchs und des anschließenden schleppenden Heilungsprozesses fast die gesamte Saison aus. Für ihn sprangen aber andere in die Bresche. Laut Simmeth hatten Felix Zanger, Tobias Szekeli und Kapitän Zehudin Hajdarevic besonderen Anteil an einer herausragenden Saison. Hervorzuheben ist auch die Heimstärke des ESV: In 13 Partien auf eigenem Platz gewann er elf. Von 39 möglichen Punkten holten die Eisenbahner 32.

Trotz der unverzüglichen Rückkehr in die Kreisklasse ist die Freude beim ESV nicht ungetrübt: Bei einigen Spielern ist noch nicht sicher, ob sie beim ESV weitermachen werden. Geklärt ist zumindest die Zukunft des Trainers. Einer „Gemeinsame Erklärung des ESV Penzberg und Thomas Simmeth“ titulierten Pressemitteilung zufolge trennen sich die Wege. Neuer ESV-Coach wird Jürgen Feistl (bislang SV Polling).

SC Böbing

Fünf Siege, 19 Punkte – diese magere Bilanz reichte dem SC Böbing im vergangenen Jahr zum Klassenerhalt. Ein Jahr später jubelte Spielertrainer Georg Schwaller unter einem schicken dunkelblauen Banner, auf dem mit dicken Lettern geschrieben stand: Meister 2016/17. Was war da passiert? Die Böbinger starteten erfolgreich in die Saison. Als mitentscheidend für das spätere Gelingen bezeichnete Schwaller das 3:2 über Apfeldorf am fünften Spieltag: „Das war richtungsweisend.“

Trotz einer anschließenden Schwächephase hielt sich der SCB über den Winter in der Spitzengruppe – vom Klassenerhalt sprach da intern schon niemand mehr. Im Frühjahr mauserte sich Böbing endgültig zu einer Spitzenmannschaft. Im Sturm war der 15-fache Torschütze David Gretschmann ein ständiger Gefahrenherd, dahinter zog Kapitän Fabian Kees die Fäden. Beide deuteten in dieser Saisonphase ihr Potenzial für höhere Aufgaben an und sorgten dafür, dass die Böbinger in jeder Partie ein Tor erzielten. Die Abwehr wurde von Routinier Peter Bertl zusammengehalten, „ein Erfolgsgarant für uns“ so Schwaller.

Im Schatten der Führungsspieler reifte das gesamte Team. „Alle haben einen Sprung nach vorn gemacht“, sagte Schwaller. Im Endspurt hatte der SCB dank seiner Fitness die meisten Reserven und profitierte zudem von Patzern der Konkurrenz. Dabei weist Böbing weder die in der Heim- noch der Auswärts-Bilanz die besten Werte auf. Sie schossen weder die meisten Tore noch hatten sie die beste Abwehr der Liga. Was die Schwaller-Elf ausmachte, war Geschlossenheit und eine clevere Taktik, die die Stärken des Teams zum Tragen brachte. Am Ende waren 55 Punkte auf dem Konto – fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Meisterlich.

Severin Strobl und Stefan Schnürer

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