Beim SV Polling gibt es noch eine A-Jugend. Bei vielen anderen Vereinen ist dies nur mit Spielvereinigung möglich.
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Beim SV Polling gibt es noch eine A-Jugend. Bei vielen anderen Vereinen ist dies nur mit Spielvereinigung möglich.

Jugendteams mit Problemen

Nachwuchs-Sorgen schon vor Corona bei Vereinen im Landkreis Weilheim-SG

  • Stefan Schnürer
    vonStefan Schnürer
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Landkreis Weilheim-Schongau: Vereine kämpfen mit dem Erhalt der eigenen Jugendteams. Martin Kölbl berichtet von kontinuierlichem Schwund in der A-Jugend. 

Auch der schier übermächtige Fußball hat Nachwuchs-Sorgen – und nicht erst seit Corona. „Bei der A-Jugend wird es jedes Jahr weniger“, berichtet Martin Kölbl, Jugendspielleiter im Kreis Zugspitze. Im Moment wird diese Entwicklung noch ein wenig abgefedert durch die Regelung, dass drei U20-Spieler bei den A-Junioren eingesetzt werden dürfen. Auch das sogenannte Norweger-Modell – Teams mit sieben oder neun Spielern – sorgt laut Kölbl dafür, dass eine Vereine den Spielbetrieb in dieser Altersklasse noch aufrecht erhalten können. Doch mit diesen Maßnahmen ist laut dem Zugspitz-Jugendleiter nur ein wenig Zeit gewonnen. „In zwei Jahren werden wird das richtig zu spüren bekommen“, so Kölbls Befürchtung. Der Großteil aller Vereine im Landkreis Weilheim-Schongau kann ohnehin seit Jahren einen geregelten Spielbetrieb nur noch in Spielgemeinschaften oder Jugendfördergemeinschaften aufrecht erhalten.

Beim SV Polling und dem TSV Hohenpeißenberg wird noch auf eigenständige Jugendarbeit gesetzt

Einer der wenigen Klubs, der Jugendarbeit noch in Eigenregie anbietet, ist der SV Polling. Der Verein aus dem Klosterdorf bietet in drei der vier Altersstufen auf dem Großfeld eine Mannschaft auf. Lediglich bei den B-Junioren (U17) ist der SVP seit einigen Jahren unbesetzt. Jugendleiterin Sabine Gerold hat eine Erklärung dafür: „Viele Eltern befürchten, dass für ihre Kinder der Sprung von den C- zu den B-Junioren zu groß ist.“Daher würden zahlreiche Nachwuchskicker mit dem Fußball – zumindest vorübergehend – aufhören. Die Erfahrungen während der Coronakrise im vergangenen Frühjahr waren für Gerold nicht nur negativ: „Einige Trainer, von denen ich gedacht habe, dass sie aufhören, haben weitergemacht.“

Ebenfalls unter eigener Flagge segelt der TSV Hohenpeißenberg. Doch auch der Klub vom Rigi hat nicht alle Altersstufen besetzt. Es sind die D-Junioren (U13), die Probleme bereiten. „Im Jahrgang 2009 haben wir nur zwei Kinder, die Fußball spielen“, berichtet Jugendleiter Klaus Kechele. Ansonsten aber sei sein Verein einigermaßen problemlos durch das Coronajahr 2020 gekommen. Das derzeitige Trainingsverbot sieht er eher locker: „Mit unserer kleinen Halle haben wir ohnehin nur begrenzt die Möglichkeit zum Training.“ (Stefan Schnürer)

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