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Basketball ist sein: Der Weilheimer Henning Ballhausen spielt seit vier Jahren beim FC Bayern Basketball. Sein Trainer sagt über ihn: „Er liebt den Sport.“

Weilheimer Henning Ballhausen spielt Basketball beim FC Bayern

Der Mann für die Drecksarbeit

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Weilheim - Der Defensivkünstler Henning Ballhausen (16) spielt bei der Jugend des FC Bayern München. Der Weilheimer liebt seinen Sport, sagt sein Trainer.

Als Henning Ballhausen (16) den Parkettboden an der Säbener Straße – den mit dem großen FC Bayern-Logo in der Mitte – betritt, hat er nur eines im Kopf: Verteidigen – so hat es sein Trainer angeschafft. Und da kennt der junge Weilheimer im Trikot des FC Bayern München kein Erbarmen. Wie ein Schäferhund, der ein ausgebüchstes Schaf einfangen will, jagt er Johannes Frühschütz – den Murnauer Aufbauspieler – übers Feld. Einmal, zweimal, dreimal verliert der den Ball. Job erfüllt.

Nach dem Schlusspfiff klatscht Ballhausen und grinst. Mit dem Sieg gegen Verfolger Murnau hat sein Team – die 3. Mannschaft des FCB – die Meisterschaft klargemacht. Ohne eine Niederlage. Die Bayern funktionieren wie ein Kreuzfahrtschiff. Einige Spieler sorgen für die Unterhaltung der Gäste, einige müssen das Schiff voranbringen. So ein Spieler ist Henning Ballhausen – ein Antreiber, einer für die Drecksarbeit. Sein Trainer Mario Knezevic schätzt das. „Ich kann nichts Negatives über ihn sagen, für ihn zählt immer die Mannschaft.“ Vor vier Jahren wechselte Ballhausen vom TSV Weilheim zu den Bayern. „Der Verein ist zu dieser Zeit groß rausgekommen, für Jugendspieler in der Region war das die Möglichkeit.“ Auch für Ballhausen. Der entwickelt sich bei den Bayern bis zum Stammspieler in der U16-Bundesliga. In den Playoffs 2014 steht er 25 Minuten auf dem Feld. Er ist der Defensiv-Stopper, der den Punktesammlern den Rücken freihält.

Es hat seinen Grund, dass Ballhausen – seit er bei den Bayern spielt – Arbeitstier, aber kein Scorer ist: „Hennings Wurf ist seine Baustelle“, sagt Knezevic. Seine Trainer beim FCB merken das recht schnell und geben dem Linkshänder einen besonderen Tipp: „Ich habe versucht, auf die rechte Hand zu wechseln“, sagt er. Doch auch das hilft nichts. Also entscheidet er sich vor dieser Saison, wieder mit links zu werfen. Trotz des Handicaps spielt Ballhausen regelmäßig im dritten Herrenteam und in der U19-Bundesliga (NBBL). Sein Ziel für das kommende Jahr ist klar: Er „will eine tragende Rolle spielen“, endlich mal selbst Führungsspieler sein. Deshalb arbeitet er täglich an seinem Wurf, holt sich Tipps vom kleinen, giftigen und so wurfstarken Ex-Bundesligaspieler Knezevic. Der glaubt an seinen Schützling: „Er hat die Chance, einer der Jungs zu werden, auf die es in der NBBL ankommt.“

Irgendwann nach dem Abitur will Ballhausen mal ans College in den USA – wie sein Weilheimer Kumpel Zaire Thompson. „Das ist mein Ziel und mein Traum.“ Davor brauchen ihn aber die Bayern. Nach dem Aufstieg in die Bayernliga peilt die 3. Mannschaft im kommenden Jahr gleich den nächsten an – nur mit Führungsspielern geht das nicht. Es braucht auch Arbeitstiere wie Henning Ballhausen.

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