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Mikki Heiß läuft zu WM-Silber

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Von: Paul Hopp

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Schnelles Duo: Mikki Heiß (r.) und Andrea Weber gewannen bei der Senioren-WM in Malaga im Halbmarathon sowohl im Einzel als auch mit dem Team Medaillen. © privat

Mikki Heiß (43) ist immer noch schnell. Bei der Senioren-WM in Malaga holte sie zwei Medaillen im Halbmarathon – und war ein gefragtes Foto-Modell.

Iffeldorf/Malaga – Mikki Heiß hatte noch gar nichts erreicht, da wurde sie schon um ein gemeinsames Foto gebeten. Auf dem Weg zur Startlinie des Halbmarathon-Rennens gingen derlei Wünsche bei ihr ein. Den Grund konnte sich die Iffeldorferin selbst nicht genau erklären. Vielleicht lag’s ja daran, dass sie – und ihre Freundin Andrea Weber – mit ihren jeweils 1,77 Metern doch aus dem Feld der anderen, zumeist kleingewachsenen Halbmarathon-Läuferinnen herausragten. „Am Start hatten wir jedenfalls eine gute Aussicht“, sagte Heiß mit einem Schmunzeln. Als dann der Startschuss fiel, machten beide nicht wegen ihrer Größe, sondern vor allem ihrer wegen Leistung auf sich aufmerksam. Sowohl Heiß (W-40-Klasse) als auch Weber (W-45-Klasse) holten bei der Senioren-WM in Malaga eine Einzel- und eine Team-Medaille.

Vor allem die Iffeldorferin hatte nicht unbedingt mit Edelmetall (am Ende waren es zwei silberne Plaketten) gerechnet. Angesichts der gemeldeten Zeiten war sie davon ausgegangen, das Rennen bei günstigem Verlauf als Fünfte zu beenden. Doch die Konkurrentinnen „haben mir den Gefallen getan, so los zu jagen wie die Jungen“, sagte die Iffeldorferin. Mit 43 Jahren zählte sie in ihrer Klasse zu den ältesten Läuferinnen. Die Gymnasiallehrerin vertraute auf ihre Renntaktik, die da lautet: „Mein Tempo laufen und schauen, wen ich am Ende einsammele.“ Bei Temperaturen um die 27 Grad und einer Luftfeuchte von über 70 Prozent bekamen viele Athletinnen am Ende Probleme. Eine Französin, die lange geführt hatte, brach am Eingang zum Stadion regelrecht ein und wankte nur noch ins Ziel.

Heiß hingegen hatte sich ihre Kräfte gut eingeteilt, auf der Zielgeraden sicherte sie sich sogar noch die Silbermedaille, als sie an Ibet Allan (Südafrika) vorbeizog. Mit der beachtlichen Zeit von 1:24:20 Stunden hatte Heiß die 21,1 Kilometer absolviert. Die Iffeldorferin fand ihre Leistung okay – auch mit Hinweis auf ihr mittlerweile vermindertes Trainingsprogramm. Früher gehörte Heiß über die Marathon-Distanz zur absoluten deutschen Spitze, mit Andrea Weber sammelte sie für die LG- Regensburg zahlreiche Team-Titel. Ihr persönlicher Rekord im Halbmarathon liegt bei 1:17 Stunden. Die Zeiten von vor ein paar Jahren hat Heiß bei der Bewertung ihrer aktuellen Resultate noch im Blick. Trotz allem: In Malaga kam die 43-Jährige auf eine durchschnittliche Kilometerzeit von 3:59 Minuten – für gewöhnliche Hobbyläufer eine utopische Zeit. „Mir macht das Laufen halt weiterhin Spaß, ich freue mich auch über die Medaillen“, sagte Heiß. Das Rennen bei der hohen Luftfeuchtigkeit „war schon eine Plagerei“. Unter anderen Bedingungen „wäre ich aber auch keine drei oder vier Minuten schneller gewesen“.

Besser als Heiß war in der W-40 nur die Spanierin Dolores Parrilla (1:21:32). Die Gastgeber holten sich auch im Team die Goldmedaille vor den Deutschen. In die Wertung fanden jeweils die drei schnellsten Athletinnen jeder Nation. Neben der Iffeldorferin standen Anna Izabela Boge (1:25:14/5. Platz) und Sonja Deiss (1:40:11/23. Platz) auf dem Podest. Heiß’ Freundin Andrea Weber (eine gebürtige Oberpfälzerin, mittlerweile Österreicherin) holte in der W-45 in 1:23:46 Stunden Einzel-Bronze und Team-Gold. Mit dem Edelmetall um den Hals waren beide dann erst recht für die Zaungäste und anderen Athleten ein gefragtes Foto-Motiv.

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