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Starker Auftritt: Der Weilheimer Alex Rigas (links) hatte gegen den Ungarn Attila Körös das Geschehen im Griff und siegte vorzeitig.

Zum ersten Mal Profi-Boxen in Weilheim

Zwei K.o.-Siege in „cooler Location“

Boxkämpfe in Weilheim haben eine Tradition. Doch Profi-Fights gab es bislang noch nie. Bei der jüngsten „Kampfnacht“ stiegen zwei Athleten in den Ring, die beim TSV Peißenberg groß wurden. Und sie begeisterten die Fans.

Weilheim –  Mit wummernden Bässen, lauter Musik und Lichteffekten, die durch die Fenstern nach draußen strahlten, hatte es von außen den Anschein, als wäre in der Hochlandhalle eine Konzertveranstaltung. Die Show gehörte aber zur ersten Profiboxveranstaltung in der Kreisstadt. Der Veranstalter, „Lions-Promotion“, hatte sich für die „Kampfnacht“ ordentlich etwas einfallen lassen.

Zwei große Videowände in der Halle, aufwendig inszenierte Einmarsch-Choreographien, ein Ringsprecher und gut aussehende junge Frauen, die jeweils die nächste Runde ankündigten, sorgten für das passende Umfeld für die Faustfechter. „Das ist schon gut gemacht“, war von den Zuschauern auf den Rängen zu hören, die aber mit 650 Fans nicht komplett gefüllt waren. „Ein paar mehr hätte ich mir schon gewünscht“, sagte Veranstalter und Box-Trainer Levent Cukur.

Am Auftritt seiner Schützlinge gab es dagegen wenig auszusetzen. Sein Sohn Emre Cukur (Super-Mittelgewicht) besiegte Dragan Pesic in einen der beiden Hauptkämpfe durch K.o. schon in der ersten Runde. Für den Gegner aus Bosnien, dessen Vater am Tag zuvor verstorben war und für den es im Anschluss eine Gedenkminute gab, war es ein besonders schwerer Gang.

Danach stieg Lokalmatadort Alex Rigas im Halbschwergewicht gegen Attila Körös in den Ring. Der Ungar, der schon 30 Profikämpfe absolviert hatte, bereitete dem Weilheimer in der ersten Runde einige Probleme. In der zweiten Runde setzte der sehr bewegliche Rigas, der von seinen Fans lautstark gefeiert wurde, dann aber einige wuchtige Körpertreffer, die Körös ins Wanken brachten. Ein Kopftreffer, nach dem Körös in die Knie ging und ausgezählt wurde, machte dem Kampf schließlich ein vorzeitiges Ende. „Das war eine starke Leistung gegen einen starken Gegner. Die professionelle Vorbereitung von Alex hat sich ausgezahlt“, sagte Jürgen Grimbs, der frühere Peißenberger Coach, über seinen ehemaligen Schützling. Rigas (26) war hoch zufrieden: „Ich wollte den Fans etwas zeigen und freue mich natürlich, vorzeitig gewonnen zu haben.“ Für ihn war es der vierte Sieg in seinem vierten Profikampf.

Etwas verhaltener fiel die Freude bei Leon Gavanas aus, der zuvor bei seinem Profidebüt den Bosnier Dorde Tomic nach vier Runden nach Punkten besiegt hatte. „Leon war die Anspannung anzumerken, er hat aber ein Riesenpotenzial“, sagte Grimbs. „Ich habe noch Luft nach oben“, gestand der Peitinger Gavanas, der wie Rigas und die Fans von der Hochlandhalle schwärmte. „Das ist eine coole Location“, sagte der Peitinger, der für den TSV Peißenberg früher auf dem Weilheimer Volksfest diverse Male angetreten war.

Roland Halmel

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