Den Klassenerhalt in der Landesliga will der 36-jährige Barbaros Barut mit dem BCF Wolfratshausen schaffen.
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Den Klassenerhalt in der Landesliga will der 36-jährige Barbaros Barut mit dem BCF Wolfratshausen schaffen.

Der BCF Wolfratshausen hat einen Neuzugang, der gerne  Verantwortung übernimmt

Barbaros Barut hat ein bewegtes Fußballerleben hinter sich: Er spielte als Profi in der Zweiten Bundesliga und in der türkischen Süper Lig. Nun möchte der 36-Jährige dem Wolfratshauser Lendesligisten BCF zum Klasenerhalt verhelfen. 

Wolfratshausen – Er stand schon im Bundesligakader des FC Bayern und erzielte Tore in der Zweiten Bundesliga sowie in der ersten türkischen Liga. Kein Zweifel: Barbaros Barut darf trotz seines fortgeschrittenen Fußballeralters von 36 Jahren als Königstransfer des Landesligisten BCF Wolfratshausen während der Winterpause bezeichneten werden.

„Der Kontakt kam über den sportlichen Leiter des BCF, Onur Misirlioglu, zustande“, verrät der Mittelfeldspieler. Die beiden Deutschtürken wuchsen gemeinsam im Münchner Stadtteil Trudering auf. Bereits als Achtjähriger schloss sich Barbaros Barut der Jugendabteilung des FC Bayern München an und spielte dort unter anderem mit den späteren Weltmeistern Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm zusammen. Nach dem zweimaligen Gewinn der deutschen A-Junioren-Meisterschaft übernahm ihn zunächst die Regionalligamannschaft des FC Bayern. In einem Bundesligaspiel gegen den SV Werder Bremen saß er auf der Bank, wurde aber vom damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld nicht eingewechselt.

Reichlich Spielpraxis sammelte Barut dann in der Zweiten Bundesliga bei der SpVgg Unterhaching, der SpVgg Greuther Fürth und Rot-Weiß Essen.

Nach dem Tor gegenden FC Köln gab’s vom„Kicker“ die Note 1

An die kurze Zeit beim traditionsreichen Ruhrpottklub erinnert er sich heute noch gerne. „Wir haben den damals von Christoph Daum trainierten 1. FC Köln einmal mit 5:0 vom Platz gefegt.“ Barut erzielte ein Tor und erhielt vom renommierten Fußballmagazin Kicker die Note 1. „In vielen Essener Familien wird den ganzen Tag nur über Fußball geredet“, berichtet der gebürtige Münchner.

Noch mehr Emotionen erlebte Barut dann in der türkischen Süper Lig. Als Spieler von Kasimpasa Istanbul elektrisierten ihn vor allem die Derbys gegen Besiktas. „Die haben die lautesten Fans der Welt“, schwärmt er. Danach verhinderten zahlreiche Verletzungen den ganz großen Durchbruch des ehemaligen türkischen U-21-Nationalspielers.

Im vergangenen Sommer übernahm Barut schließlich die Leitung von Can’s Feinkost Bistro in Geretsried. Am Imbissstand, der direkt hinter den Kassen des Supermarkts Kaufland untergebrachte ist, werden unter anderem Döner, Salate und Pizzen angeboten. Als der Discounter Anfang des Jahres wegen der zu hohen Schneelast auf dem Dach für einige Tage geschlossen wurde, bedeutete dies gewaltige Einbußen. „Wir mussten Lebensmittel im Wert von 2000 Euro wegwerfen. Aber die Sicherheit der Kunden geht natürlich vor“, betont Barut.

Sportlich fit hielt er sich in der Altstars-Hobbymannschaft FC Bello in Heimstetten. „Dort kicken unter anderem ehemalige Nationalspieler wie Miroslav Klose, Jens Lehmann und Benny Lauth“, erzählt Barut. Beim BCF Wolfratshausen will der „klassische Achter“ beweisen, dass er nichts verlernt hat. „Ich setz’ mich auch ohne Murren auf die Bank“, verspricht der Ex-Profi.

Mit Trainer Philipp Bönig verbindet ihn ebenfalls eine gemeinsame Zeit beim FC Bayern München. Gemeinsames Hauptziel ist der Klassenerhalt in der Landesliga. Danach könnte sich Barut auch vorstellen, sich in der Jugendarbeit der Farcheter zu engagieren. „Ich übernehme gerne Verantwortung“, gibt er sich selbstbewusst.

Lesen Sie auch das Porträt der Wolfratshauser Mountainbikerin Tanja Priller.

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