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Grund zum Jubeln hatte Trainer Sebastian Wanner (re.) vor allem in den Heimspielen der Bayernliga-Abstiegsrunde, in denen seine Geretsrieder River Rats unbesiegt blieben und den Klassenerhalt vorzeitig sic herten.

„Die Jungs haben einen tollen Job gemacht“

Coach Wanner über die Heimstärke des ESC, die Pre-Play-offs und die Zukunft

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Die Saison für das Geretsrieder Eishockeyteam ist beendet. Es hat eine ordentliche Abstiegsrunde hingelegt. ESC-Trainer Sebastian Wanner im Interview. 

Geretsried – Seit Sonntag, 19 Uhr, ist die Saison für das Geretsrieder Eishockeyteam beendet. Nach einer turbulenten Hinrunde mit spätabendlichen Trainingsterminen in Bad Tölz und Heimspielen in Mittenwald sowie einer fulminanten Rückkehr ins renovierte und überdachte Heinz-Schneider-Stadion haben die River Rats eine ordentliche Abstiegsrunde hingelegt: Der Klassenerhalt wurde vorzeitig gesichert, am Ende verpasste man knapp die Pre-Play-offs und wurde Dritter. ESC-Trainer Sebastian Wanner zog im Gespräch mit Sportredakteur Thomas Wenzel eine positive Bilanz.

Herr Wanner, ganz zufrieden dürften Sie nach der 2:5-Niederlage in Dorfen nicht gewesen sein? Sie möchten doch stets das letzte Spiel einer Saison gewinnen, oder?

(schmunzelt) Stimmt, aber das ist uns im vergangenen Jahr auch nicht gelungen. Vielleicht hätte es ja geklappt, aber wir haben es im zweiten Drittel versäumt, die Tore zu machen. Pech war allerdings auch dabei. Und am Schluss, als wir auf den 3:3-Ausgleich gedrängt haben, sind wir in zwei Konter gelaufen.

Ganz ehrlich: War der Trainer letztlich auch froh, dass die Saison jetzt vorüber ist?

Kein Kommentar (lacht). Nein, im Ernst: Wir sind Sportler, und natürlich hätten wir gerne die Pre-Play-offs gespielt. Aber irgendwann hat doch die geistige und körperliche Frische gefehlt. Aber die Jungs haben einen tollen Job gemacht, wenn man an die ganzen Schwierigkeiten zu Saisonbeginn denkt. Da darf man der Mannschaft nicht ankreiden, dass sie am Ende zweimal verloren hat. Wer weiß, vielleicht wäre bei einem Sieg in Schweinfurt noch einmal ein Ruck durch das Team gegangen?

Insgesamt konnte man mit dem Verlauf der Abstiegsrunde zufrieden sein?

Ja, das würde ich sagen. Wir haben vor allem zuhause unseren Fans gute Spiele geboten und auch alles gewonnen. Da hat uns sicherlich der Modus in die Karten gespielt, dass wir gleich in der Hinrunde viermal daheim antreten konnten. Und wir sind ja auch gegen Peißenberg sehr gut gestartet (3:2-Sieg nach Verlängerung, Anm. d. Red.).

Allerdings gab es in den Rückspielen dann vier Niederlagen, und diese allesamt auswärts ...

Das waren jedes Mal Gegner, für die es in dieser Phase um alles ging – egal, ob nach oben oder nach unten.

Waren denn die beiden Erstplatzierten Pfaffenhofen und Peißenberg so viel besser?

Nein. Pfaffenhofen hat allein von seinen drei Topscorern Endress, Fardoe und Lawrence profitiert. Das war sensationell, die konnte niemand stoppen. Und Peißenberg hatte in der Abstiegsrunde nach vielen Verletzungen wieder alle Mann an Bord. Da hat man dann gesehen, welche Qualität tatsächlich in der Mannschaft steckt.

Also muss man in Geretsried mit Rang drei zufrieden sein?

Ich finde schon. Ich habe verschiedene Tabellen durchgeschaut – die Auswärts- und Heimbilanzen, Tabellen nach Dritteln aufgeteilt und so weiter. Erstaunlicherweise sind wir fast überall Achter oder Neunter – dieser Platz entspricht also unserem Leistungsniveau. Natürlich können wir in einem Spiel auch mal gegen Topklubs wie Landsberg oder Miesbach mithalten, aber auf längere Distanz sind wir dafür nicht stark genug.

„Nicht“ oder „noch nicht“?

Da muss man sehen, wie sich die Dinge in Geretsried entwickeln. Wenn man jetzt eine vernünftige Saisonvorbereitung im überdachten Stadion machen kann. Und wie die Mannschaft kommende Saison aussieht. Wenn alles passt, könnte man den nächsten Schritt machen.

Apropos: Wird der Trainer dann wieder Sebastian Wanner heißen?

Das weiß ich nicht. Bisher hat vom Verein noch niemand mit mir gesprochen. Aber natürlich würde ich den Job weiterhin gerne machen. Lustigerweise hat mich mein Chef in der Firma gefragt, ob ich einen Kugelschreiber geschenkt bekommen habe (lacht). So wie Hansi Flick beim FC Bayern, damit er seinen neuen Vertrag unterschreiben kann.

Wie geht die Saison für die River Rats zu Ende? Wird noch trainiert, findet eine Abschlussfahrt statt?

Wir werden diese Woche noch trainieren. Ob wir anschließend noch aufs Eis gehen, werden wir noch besprechen. Und im Mai fährt die Mannschaft gemeinsam an den Gardasee – vorausgesetzt das klappt bis dahin wegen der momentanen Probleme mit dem Corona-Virus (schmunzelt).

Gibt es zum Ende der Eiszeit noch eine Party im Eisstadion?

Wir werden diese Woche noch die Aktion durchführen, bei der sich unsere Fans mit der Mannschaft fotografieren lassen können. Und weil unser letztes Saisonspiel auswärts war, möchte ich unbedingt mit den Zuschauern zusammen noch ein bisschen feiern, ein Bier trinken und über die Saison reden. Da müssen wir mal überlegen, was wir da genau aufziehen wollen.

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