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Fast 60 Kinder gehen in die Geretsrieder Eishockeyschule: ESC-Jugendleiter Thomas Gania liegt die Nachwuchsarbeit am Herzen, denn er weiß: „Hier liegt das Fundament, das wir hegen und pflegen müssen.“

Neue Impulse für die Geretsrieder Eishockey-Jugend

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Seit sechs Jahren leitet Thomas Gania (56) den Nachwuchs beim ESC Geretsried. Gerade die Jugend liegt dem Funktionär  am Herzen: „Das ist das Fundament, das wir hegen und pflegen müssen.“ Thomas Gania im Porträt.

Geretsried – An seine ersten Begegnungen mit Eishockey hat Thomas Gania eher frostige Erinnerungen. „Während meiner Schulzeit in Waldram war ich ein- oder zweimal bei Heimspielen des TuS Geretsried. Aber ich kann mich nur daran erinnern, dass es saukalt im Stadion war“, sagt der 56-Jährige. Feuer fing der gebürtige Schwabe erst, als zwei seiner vier Kinder beim ESC Geretsried mit dem Eishockeyspielen begannen. Bald wurde Gania vom langjährigen Vorsitzenden Stefan Strobl ins Boot geholt und bekleidet nun schon im sechsten Jahr den Posten des Jugendleiters. Kein einfacher Job, denn seit dem Abriss des baufälligen Stadiondachs ist es schwer, jedes Jahr neue Kinder für den Eissport zu begeistern. „Wir fiebern deshalb alle dem Bau des neuen Dachs entgegen, denn das wird unserem Sport einen wichtigen Impuls geben“, sagt der Funktionär.

Nachwuchsarbeitder River Ratshat neue Struktur

Es waren keine leichten Jahre, die der kleine Geretsrieder Klub seit der Übernahme des maroden Stadions mit einer überschaubaren Anzahl an Nachwuchsspielern überstehen musste. „Eishockey ist nun mal ein aufwändiger Sport“, hat Gania erfahren müssen, dessen Tochter im ESC-Nachwuchs als Torhüterin aktiv ist, während der Sohn im Tölzer DNL-Team dem Puck nachjagt. Der Sozialpädagoge ist deshalb besonders stolz darauf, dass seine Mitstreiter und er der Nachwuchsarbeit der River Rats eine Struktur gegeben haben. Ein Sonderlob zollt er neben dem sportlichen Nachwuchskoordinator René Lechner insbesondere Martin Melchert und Matthias Wirag. „Sie haben für die Eishockeyschule viel Zeit und Werbung investiert.“ Das Engagement wird derzeit auch dank der Unterstützung von Ex-Profis wie Mike Wanner und Markus Janka sowie der ehemaligen Nationalspielerin Sabrina Kruck mit der Teilnahme von fast 60 Kindern belohnt. Dies sei extrem wichtig, „denn hier liegt das Fundament, das wir hegen und pflegen müssen“, betont Gania.

Nach einer Umstrukturierung der Altersklassen hat der Verein außerdem 24 Kinder für das neu gegründete U 7-Team zur Verfügung. „Es gibt nur zwölf Vereine in Bayern, die das geschafft haben. Leider liegen die Orte zu weit auseinander, als dass man einen Spielbetrieb hätte starten können.“ So bleibt es bei Freundschaftsspielen der Fünf- bis Siebenjährigen gegen die Altersgenossen aus Miesbach und München.

Wieder im Einsatz ist in Geretsried ist auch ein Juniorenteam. Auf diese Jungs, die vom ehemaligen River Rats-und Bayernliga-Coach Sebastian Wanner trainiert werden, ist der Jugendleiter besonders stolz: „Sie haben damals mit dem Eishockey angefangen, als das Dach abgerissen wurde. Und sie haben bis heute durchgehalten.“ Aber es gebe natürlich Kinder und Jugendliche, die den Klub wechseln oder sogar ihre Schlittschuhe an den Nagel hängen: „Das schmerzt mich jedes Mal ungemein“, sagt Gania.

Während die Geretsrieder für die Altersklasse U 9 gleich zwei Mannschaften gemeldet haben und im Knabenbereich mit dem SC Reichersbeuern kooperieren, dünnt es sich in den älteren Bereichen allmählich aus. Spielgemeinschaften sind also unumgänglich, doch die beim Wechsel von Herrentrainer Florian Funk zurück nach Bad Tölz angepeilte Zusammenarbeit kam bislang nicht zustande. „Eine verpasste Chance, um den Eishockeysport in der Region zu stärken“, bedauert der ESC-Jugendleiter das ausgebliebene Feedback von Seiten des EC Bad Tölz. Da Gania als Geschäftsführer der Lebenshilfe in Polling arbeitet, ergab sich schnell ein Kontakt zum TSV Peißenberg, der ebenfalls ein paar Jugendliche zu wenig in seinen Reihen hat. „Es ist logistisch betrachtet ein größerer Aufwand. Dafür hatten wir früher als sonst die Gelegenheit, auf Eis zu trainieren“, zeigt sich Gania zufrieden mit den Spielgemeinschaften.

15 Trainer hat der 56-Jährige für die neue Saison engagiert, darunter erfahrene Übungsleiter mit Diplom oder A-Lizenz wie Hans Rothkirch, Mike und Sebastian Wanner. Dazu gibt es eine ganze Reihe von Neueinsteigern, die beim Verband einen vereinfachten Trainerschein namens „Learn-To-Play-Instructor“ erworben haben. „Da dreht sich ganz viel um pädagogische Themen, denn in den unteren Altersklassen geht es ja nicht ums Gewinnen.“ Außerdem ist der Verein momentan auf der Suche nach einem hauptamtlichen Nachwuchstrainer.

BEV: AmbitioniertesFünf-Punkte-Programmfür die Jugend

Zur Stärkung der Jugendarbeit in den Vereinen hat der Bayerische Eissportverband ein Fünf-Punkte-Programm aufgelegt. Gania – zwischen 1983 und 2003 mit dem Ensemble „Narrenschaukel“ ein bayernweit bekannter Kabarettist – begrüßt die Initiative prinzipiell. Allerdings gebe es auch ein paar kritische Punkte. „Ab 2023 sollen keine Spielgemeinschaften mehr erlaubt sein. Das ist meiner Ansicht nach sehr ambitioniert.“ Dass jeder Klub künftig fünf Nachwuchsteams, darunter auch eine U 9 melden muss, sei jedoch zu begrüßen. Der Vorteil der neuen Altersstruktur sei es, „dass die Kinder früher in den Spielbetrieb kommen und später in den Herrenbereich aufrücken“. Hier sieht der Sozialpädagoge eine Chance, die jede Art von Mannschaftssport beinhaltet: „Nicht nur, dass die Kinder Sport betreiben – wir können sie auch aufs Leben vorbereiten.“

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