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Platz zwei feierte Linus Wiedenbauer bei der Jugend-DM über seine Paradestrecke 800 Meter.

Leichtathletik

So gelingt Linus Wiedenbauer der Spagat zwischen Beruf und Leistungssport

Das Erfolgsrezept des Geretrieder Mittelstreckenläufers  Linus Wiedenbauer klingt einfach, erfordert bisweilen aber eine Menge Disziplin: „Früh anfangen, motiviert sein und Spaß haben.“

Geretsried –Eine Minute und 55 Sekunden – eine Zeit, die bei einem Freizeitläufer bereits auf einer 400-Meterrunde Lungenbrennen verursacht. Jedoch nicht bei Linus Wiedenbauer, denn das Mittelstrecken-Talent bewältigt in derselben Zeit gleich zwei Stadionumrundungen.

Seine Begabung für das Laufen war bereits in jungen Jahren offensichtlich. „Ich habe mit der Leichtathletik begonnen. Irgendwann kam Norman Feiler auf mich zu und fragte, ob ich bei ihm trainieren wolle“, erinnert sich Wiedenbauer. Seitdem führte der Weg des 17-jährigen Geretsrieders vor allem auf seiner Paradestrecke , den 800 Metern, steil nach oben. Auf dieser Distanz feierte Wiedenbauer mit Rang zwei bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Bremen auch seinen bislang größten Erfolg. „Bei Meisterschaften dabei zu sein, vorne mitzulaufen und auf das Treppchen steigen zu dürfen, sind die schönsten Erlebnisse beim Laufen“, erklärt er.

Wichtig ist dabei vor allem die richtige Renntaktik. „Ich versuche im Feld mitzuschwimmen und bereit zu sein, wenn die anderen anziehen“, verrät er. Eine Taktik die meist aufgeht, wie auch seine Erfolge bei Bayerischen und Süddeutschen Meisterschaften beweisen. Neben seiner Bestzeit von 1:55,32 Minuten auf 800 Metern gehört er auch mit 50,85 Sekunden auf 400 Metern zu den besten Läufern der Region.

Deshalb lässt sich das Lauftalent auch von Niederlagen nicht aus der Bahn werfen. „Natürlich hat man manchmal Zweifel, was man falsch gemacht hat. Aber was einen nicht umbringt, macht einen stärker. Von daher schaue ich, woran es gelegen hat und mache es beim nächsten Mal besser“, so Wiedenbauer.

Inspirieren lässt er sich besonders vom aktuellen Weltrekordhalter über 800 Meter David Rudisha und dem dreimaligen Deutschen Meister Benedikt Huber. „Mir imponiert, wie sie hinten raus noch mal Körner haben und die Rennen in brutalem Tempo zu Ende bringen.“ Um seinerseits genug Körner für den Schlussspurt zu besitzen, nimmt er harte Trainingseinheiten über das ganze Jahr hinweg in Kauf. Während aktuell die Grundlagenausdauer im Fokus steht, arbeitet er im Sommer speziell an Schnelligkeit und Schnellkraft. Momentan trainiert Wiedenbauer, der mittlerweile für die LG Telis Finanz Regensburg startet, fünf bis sechs Mal pro Woche. Ein mächtiges Pensum, zumal er mittlerweile in der Reifeisenbank Eurasburg-Beuerberg arbeitet. So verlangt die eine oder andere Trainingseinheit auch ein gewisses Maß an Überwindung. „Nachts nochmal raus ins Dunkle zu müssen, ist echt brutal. Oft hilft mir Musik dabei, mich zu überwinden“, erklärt der junge Läufer. Doch auch der Spaß am Laufen und das Wissen, vorne mitlaufen zu können, helfen ihm dabei.

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Weit in die Zukunft blicken will Wiedenbauer jedoch nicht. „Ich muss schauen, wie ich Training und Arbeit unter einen Hut bringe. Erst mal möchte ich meinen Trainingsrhythmus aufbauen und im Sommer deutschlandweit gut dabei sein“, erklärt er. Wenig Zeit bleibt dabei für andere Hobbys. Um etwas Abwechslung in sein Training zu bringen, verbringt er seine Zeit allerdings auch gerne beim Ski- oder Radfahren. Seine Leidenschaft bleibt allerdings das Laufen. Für Gleichgesinnte hat Wiedenbauer einen einfachen Ratschlag: „Wichtig ist es, früh anzufangen, motiviert zu sein und Spaß dabei zu haben.“

Dominik Hager

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