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400 Meter mussten die Zwergerl beim Wolfratshauser Stadtlauf bewältigen.

Oberland-Challenge

Warmer Wind und kaltes Eis

Mikki Heiß und Toni Lautenbacher gewinnen den 19. Wolfratshauser Stadtlauf.

Wolfratshausen – „Wenn ich gewusst hätte, dass es Eis gibt, hätte ich mich auch angemeldet.“ Wolfratshausens 2. Bürgermeister Fritz Schnaller scherzte mit den allerkleinsten Teilnehmern, die er am Sonntag pünktlich um 14 Uhr zum Auftakt des Stadtlaufs auf die 400 Meter lange Strecke im Obermarkt schickte. Zum 19. Mal fand der traditionelle Wolfratshauser Stadtlauf statt, zugleich 5. Wertungslauf der Raiffeisen Oberland Challenge (ROC) und zweiter Wettbewerb der Kategorie „Speed“.

Vier Runden durch die Wolfratshauser Innenstadt liefen die Teilnehmer des Hauptrennens.

Schnell unterwegs waren auch die ganz kleinen Läufer, teils an der Hand von Mama oder Papa, als Ziel eine Urkunde, Medaille und eine Kugel Eis vor Augen, die es direkt nach dem Zieleinlauf beim Eiscafé Cristallo gab. 369 Finisher verzeichnete der Stadtlauf in diesem Jahr, und Alfred Barth zeigte sich etwas erschöpft, aber glücklich über die gelungene Veranstaltung. „Es ist immer unglaublich viel Stress und Arbeit im Vorfeld, eine perfekte Veranstaltung auf die Beine zu stellen, aber um so mehr freut es alle Helfer, wenn alles klappt und alle Teilnehmer glücklich sind“, so der Vorsitzende der ROC und des Ausrichters TSV Wolfratshausen.

So schickte 2. Bürgermeister Schnaller bis zum Start des Hauptlaufs um 15.10 Uhr eine Altersgruppe nach der anderen per Startschuss auf die unterschiedlich langen Strecken – angefeuert von den zahlreichen Zusehern. Barth steuerte derweil via Mikrofon interessante Informationen zu vielen Sportlern bei. Diese zeigten bei recht warmen und etwas windigen Bedingungen Höchstleistungen. Annika Koch vom SC Lenggries lief in der U16-Wertung über 2,5 Kilometer in einer beeindruckenden Zeit von 9:05 Minuten selbst der männlichen Konkurrenz auf und davon. Und die erst 16-jährige Franziska Dempwolf (TuS Geretsried) war in der U20 über fünf Kilometer mit einer Zeit von 20:25 Minuten unschlagbar.

Die jüngsten Teilnehmer: Lukas Pohler (3) und Victoria Hüller (4) freuten sich nach ihrem Rennen über das Eis, das Maurizio Faganello vom Eiscafé Cristallo allen Kindern spendierte.

Mit Spannung wurde der Ausgang des Hauptlaufs über die amtlich vermessenen zehn Kilometer erwartet. Viermal mussten die Teilnehmer den 2,5 Kilometer langer Rundkurs durch die Innenstadt und entlang der Loisach absolvieren. Toni Lautenbacher (LC Tölzer Land) war nach einem Jahr Pause in Wolfratshausen wieder am Start. Der Stadtlauf scheint ihm zu liegen, denn er hält den Streckenrekord mit 31:34 Minuten. Aber auch mit Markus Brennauer (TSV Penzberg) ist immer zu rechnen. Entsprechend spannend verlief ihr Duell. Sechs Kilometer lang liefen sie Kopf an Kopf, bis Lautenbacher sich etwas absetzen konnte. „Toni hat einfach einen Kilometer lang Gas gegeben. Ich musste abreißen lassen und bin einfach nicht mehr ran gekommen“, erklärte der Penzberger Brennauer. „Schneller zu laufen war für mich bei der Hitze einfach nicht möglich.“ Somit entschied Lautenbacher das Rennen mit einer Zeit von 33:37 Minuten für sich und zeigte sich zufrieden: „Die warmen Temperaturen machen mir in der Regel nicht so viel aus, aber an eine neue Bestzeit ist derzeit noch nicht zu denken. Es ist noch früh in der Saison und ich bin mit der gelaufenen Zeit für meinen aktuellen Trainingsstand sehr zufrieden.“

Zufrieden zeigte sich auch Florian Thurner (SC Gaißach), der mit 34:33 Minuten als Dritter ins Ziel kam. „Toni und Markus haben mich in der ersten Runde vorlaufen lassen und sich in meinen Windschatten gehängt“, berichtete der 30-Jährige. „Und dann haben sie mich einfach stehen lassen“, fügte er schmunzelnd hinzu und erklärte: „Ich bin total happy mit dem dritten Platz und der gelaufenen Zeit. Denn ich bin bis auf zehn Sekunden an meine persönliche Bestzeit rangekommen – das ist super.“

Schnellste Frau in Wolfratshausen war Mikki Heiß (LG Telis Finanz Regensburg). „Ich bin schon lange nicht mehr so schnell gelaufen“, freute sich die 43-Jährige, denn sie hatte mit 38:12 Minuten rund vier Minuten Vorsprung auf Susanne Feigl (LC Tölzer Land) und Julia Nebel (SV Söchering). „An meine persönliche Bestzeit von 35:57 Minuten werde ich in meinem hohen Alter wohl nie mehr ran kommen“, meinte Heiß scherzend. „Ich bin froh, fit zu sein und laufen zu können. Es hat heute einfach Spaß gemacht.“

Der älteste Teilnehmer: Mit 81 Jahren ist Dr. Karsten Ebert aus München immer noch topfit.

Nachdem auch die letzten Läufer im Ziel angekommen waren, wurden bei der Siegerehrung in der Sporthalle im Hammerschmiedweg die klassenbesten kleinen und großen Sportler mit Pokalen, Sachpreisen und Urkunden geehrt. ROC-Chef Barth und sein Team freuten sich über die gelungene Veranstaltung: „Es war ein schöner und trotz der Temperaturen auch ein schneller Lauf. Respekt vor den herausragenden Leistungen, die wir heute wieder gesehen haben.“

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