Oberland-Challenge

Rekorde statt Aquaplaning

Thea Heim und Daniel Götz gewinnen 20. Wolfratshauser Stadtlauf

Wolfratshausen – „Die Stadt lebt, und Ihr alle tragt zu diesem Leben bei.“ Groß war die Freude bei Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner, als er am Sonntag pünktlich um 14 Uhr mit einem Startschuss die kleinsten Läuferinnen und Läufer auf die 400 Meter lange Strecke im Obermarkt schickte. „Viel Erfolg und einen fairen Lauf bei besten Bedingungen“ wünschte der Rathauschef den 459 gemeldeten Sportlern, die beim 20. Stadtlauf ja nach Altersklasse 400, 1000 oder 2500 Meter beziehungsweise fünf oder zehn Kilometer zu absolvieren hatten.

Auch das Wetter spielte beim fünften Event der Raiffeisen Oberland Challenge (ROC) – zugleich der zweite Lauf der Kategorie „Speed“ – mit. Bei 20 Grad und teils leichtem Nieselregen prognostizierte Alfred Barth, Organisator und Vorsitzender des TSV Wolfratshausen, dass bei diesem optimalen Laufwetter die bestehenden Streckenrekorde über die amtlich vermessene Zehn-Kilometer- Strecke geknackt werden könnten.

Den Zwergerln allerdings waren Streckenrekorde ziemlich egal – bei den Allerkleinsten war die Zeitnahme traditionell nebensächlich und jedes Kind wurde nach den gelaufenen 400 Metern mit einer Medaille und einer gratis Kugel Eis, spendiert vom Eiscafé Cristallo, belohnt. Gleich 121 Mädchen und Buben gingen in den Altersklassen der U10 und U12 auf die einen Kilometer lange Strecke. Karen Wüstenfeld (TuS Holzkirchen) und Michael Burger (SC Lenggries) waren die schnellsten bei den Unter-Zehnjährigen, Annemarie Günther (SC Gaißach) und Seppi Schilcher (SC Moosham) führten das Feld der Unter-Zwölfjährigen an. Ebenfalls aufs Siegerpodest kamen in der U14 über 2,5 Kilometer Hannah Holzmann (SV Söchering) und Oskar Feucht vom TSV Wolfratshausen, in der U16-Wertung waren Ursula Mayer (SC Moosham) und Tobias Tent (LC Tölzer Land) die Schnellsten auf der Strecke.

ROC-Chef Barth lobt:„Perfekte Bedingungen“

Richtig flott unterwegs war auch Annika Koch vom SC Lenggries – die 16-Jährige entschied den Fünf-Kilometer-Lauf in der U20-Wertung für sich und war mit einer Zeit von 19.55 Minuten sogar schneller als die Siegerin in der Hobbylaufwertung über dieselbe Strecke: Paulina Kisslbach (TSV Wolfratshausen) kam hier mit 20.43 Minuten aufs Stockerl. Andreas Weigert (Dietramszell) dominierte die U20-Klasse und Salvatore Mangiavillano (Atletica Casone Noceto) lief über fünf Kilometer bei den Hobbyläufern mit schnellen 16.38 Minuten auf und davon.

Richtig spannend wurde es auch beim Hauptlauf über die zehn Kilometer. Sollten die Streckenrekorde tatsächlich geknackt werden? Bei den Herren waren 31:31 Minuten – aufgestellt von Toni Lautenbacher – zu unterbieten, bei den Damen hatte Thea Heim mit 35:31 Minuten eine Bestmarke gesetzt. „Da müssen sich zwei vorne schon hochschaukeln“, sagte Alfred Barth. „Aber die äußeren Bedingungen passen.“

Daniel Götz (SV Bergdorf Höhn) hatte die Woche zuvor schon den ROC-Wettbewerb am Blomberg gewonnen und präsentierte sich auch in Wolfratshausen top fit. Schon in der ersten Runde setzte er sich vom restlichen Starterfeld ab und lief nur noch gegen die Uhr. Und tatsächlich knackte Götz mit einer Zeit von 31:08 Minuten den Streckenrekord. „Wenn nicht heute, wann dann“, schmunzelte der 30-Jährige. „Ich hatte gute Beine und die Laufbedingungen waren optimal.“

Das Publikum staunte nicht schlecht, dass als nächster Läufer nach dem Sieger Götz eine Frau ins Ziel lief. Thea Heim (Eibl-Team Isartal) unterbot dabei ihre eigene Rekordzeit um zwei Minuten und ließ auch die bei den Herren zweit- und drittplatzierten Fabian Stocek (Vitava Fund Ski Team) und Markus Brennauer (TSV Penzberg) hinter sich. „Ist schon ein bisschen ungewohnt, einer Frau nicht hinterher zu kommen“, staunte Brennauer. „Aber Thea ist eine tolle und sehr erfolgreiche Läuferin. Sie ist einfach schneller als viele männliche Kollegen.“ Rang zwei und drei bei den Damen belegten Monika Heiß (LG Telis Finanz Regensburg) und Anna Ricarda Gerlach (Eibl-Team Isartal).

Alfred Barth zeigte sich zufrieden über die gelungene Veranstaltung und die tollen Leistungen, die alle Sportlerinnen und Sportler gezeigt hatten. „Die neuen Streckenrekorde sind auch den perfekten Bedingungen heute geschuldet“, betonte der ROC-Chef.

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