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Volleyball-Klubs unglücklich mit Verbandsentscheidung

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Von: Thomas Wenzel

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VSG Isar-Loisach Herren Bezirksliga Ost
Viele Nachholspiele müssen unter anderem die Volleyballer der VSG Isar-Loisach (hinten) absolvieren, denn der Verband möchte eine komplette Hin- und Vorrunde durchführen. Die Vereine sind jedoch wenig begeistert von dem frühzeitigen Ende der Weihnachtspause und der Verlängerung der Saison bis Ende Mai. © Hans Lippert

Im Gegensatz zu anderen Hallensport-Verbänden hat der Bayerische Volleyball-Verband entschieden, dass die Punktspiele fortgesetzt werden. Dass zudem die Saison verlängert und die Relegationen gestrichen werden, stößt bei den Vereinen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf wenig Begeisterung.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Hallensport ist nicht gleich Hallensport. Während die bayerischen Handballer und Tischtennisspieler corona-bedingt ihre Weihnachtspause bis Ende Januar verlängert haben, sollen die Basketballer und Volleyballer mit Schulbeginn auch wieder ihren Punktspielbetrieb aufnehmen. So sieht es unter anderem ein Beschluss des Bayerischen Volleyballverbands (BVV) vor. „Es ist das erklärte Ziel, eine bewertbare Saison zu spielen“, heißt es in einer Presseerklärung. Damit die Klubs in allen Kategorien und Altersklassen – von Jugend über Erwachsene bis Mixed – eine volle Runde mit Hin- und Rückspielen austragen können, wird die Saison bis Ende Mai verlängert. Dafür werden allerdings die Auf- und Abstiegsrelegationen gestrichen.

Lukas von Stülpnagel
Lukas von Stülpnagel, Volleyball-Abteilungsleiter des BCF Wolfratshausen © Archiv

VSG Isar-Loisach: „Es bleiben Unsicherheiten“

Bei den Vereinen im Landkreis ist man wenig begeistert von den Plänen des BVV. „Wir sind einigermaßen überrascht von der Entscheidung und nehmen den Punktspielbetrieb zwar motiviert, aber auch mit gemischten Gefühlen wieder auf“, sagt Lukas von Stülpnagel. Der Abteilungsleiter des BCF Wolfratshausen, der gemeinsam mit dem TuS Geretsried die Volleyball-Spielgemeinschaft Isar-Loisach bildet (VSG), hätte für eine Pause bis Ende Januar plädiert: „Unsere Teams sind alle spielfähig und motiviert, aber es bleiben viele Unsicherheiten.“ Zudem sei die Situation nicht vergleichbar mit der im Vorjahr, als sogar das Training verboten war. „Momentan können wir alle unter 2G-plus-Bedingungen trainieren, was von allen Volleyballern gut angenommen wird“, berichtet von Stülpnagel. Mit der Verlängerung der Saison sieht der VSG-Mittelblocker eine große Belastung auf die Mannschaften zukommen: „Wir sind fast an jedem Wochenende im Einsatz, weil wir so viele Nachholspiele absolvieren müssen.“ Dass der Verband die Relegation gestrichen hat, findet von Stülpnagel nicht gut: „Hoffentlich betrifft es uns nicht. Aber schade ist es auf jeden Fall, denn es gibt einfach wenig Veränderungen in den einzelnen Ligen. Man spielt fast immer gegen dieselben Gegner.“

Wolfram Fischer
Wolfram Fischer, Volleyball-Abteilungsleiter des TV Bad Tölz © Archiv

TV Bad Tölz: „Auf den Schultern der Vereine“

Auch Wolfram Fischer sieht die sofortige Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs eher skeptisch. „Da wird ein Stück weit Normalität suggeriert, die momentan einfach nicht in unsere Landschaft passt“, sagt der Abteilungsleiter des TV Bad Tölz. Er sieht in den Beschlüssen zudem ein Ungleichgewicht: „Die gesamte Arbeit, was die Spieltermine betrifft, wird auf den Schultern der Vereine abgeladen.“ Es sei ein „brutaler Aufwand“, der hier den Funktionären und Trainern bevorstehe bei kurzfristigen Personalengpässen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ab einem geeigneten Zeitpunkt die Saison mit einer Einfachrunde fortsetzen und danach weiterführende Runden wie die Relegation oder Oberbayerische Meisterschaften ausgetragen werden“, sagt Fischer. Dass die Aufstiegsturniere komplett gestrichen werden, kann der aktive Mixed-Volleyballer nicht nachvollziehen: „Wozu der ganze Aufwand mit Hin- und Rückrunde, wenn am Ende die Mannschaften auf den Relegationsplätzen leer ausgehen?“

Christian Keiler
Christian Keiler, Volleyball-Abteilungsleiter des TV Lenggries © Archiv

TV Lenggries: „Nach Ostern beginnt die Beachsaison“

Ähnlich wie Wolfram Fischer („Ab April wollen die Volleyballer doch alle in den Sand“) ist auch Christian Keiler von der Saisonverlängerung wenig begeistert. „Bei uns beginnt nach Ostern die Beachsaison“, betont der Spartenchef des TV Lenggries. Das Volleyball im Freien sei nicht nur unbedenklicher bezüglich Corona-Infektionen, sondern auch der Schwerpunkt des Vereins: „Wir wollen in diesem Jahr unsere Beachanlage erweitern.“ Dass der BVV jetzt schon Grünes Licht für die Fortsetzung der Hallensaison gegeben habe, komme überraschend. Für die Frauen I in der Bezirksklasse stehe am 15. Januar der nächste Spieltag im Terminkalender. „Aber das glaube ich erst, wenn der wirklich stattfindet“, so Keiler.

Momentan sei die Situation der Volleyballer nicht so schlecht wie im Vorjahr, denn man könne unter 2G-plus-Bedingungen problemlos trainieren. „Aber wie ist es, wenn man gemeinsam im Auto zu einem Spieltag fährt beziehungsweise wie ist die Situation in einer fremden Halle? Das ist alles mit Vorsicht zu genießen“, sagt der Abteilungsleiter. Sämtliche Lenggrieser Teams könnten unter den aktuellen Bedingungen weiterspielen – allerdings werde doch der eine oder andere ungeimpfte Jugendliche fehlen, wenn ab Mitte Januar die Übergangsfrist ablaufe.

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