Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen

Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen
+
Wegen der Corona-Pandemie verloren viele Menschen in Kamal Achantas Heimatstadt Chennai ihre Jobs. Für sie sind die Lebensmittel-Beutel teils überlebensnotwendig.

In der Corona-Krise

Hilfe für die hungernde Heimatstadt: Ehemaliger Gräfelfinger Tischtennis-Profi Kamal Achanta in Indien gefordert

  • schließen

Kamal Achanta spielte einst für den TSV Gräfelfing in der Tischtennis-Bundesliga. Seine Heimat in Indien leidet nun stark unter Corona. Achanta ist Teil einer Hilfsaktion.

Gräfelfing – Auch Indien ist von der weltweiten Corona-Krise stark betroffen. Das nach Bevölkerung hinter China zweitgrößte Land der Welt hat die weltweit immenseste Ausgangssperre verhängt: 1,3 Milliarden Inder müssen seit Wochen zu Hause bleiben. Der Flug- und Zugverkehr ist weitgehend eingestellt, Schulen, Einkaufszentren, Tempel, Kirchen und Moscheen haben geschlossen. Bisher gibt es offiziell gut 35 000 Corona-Infizierte und mehr als 1200 -Tote. Die tatsächliche Zahl ist wohl sehr viel höher.

Das ganze Land wurde in unterschiedliche Zonen eingeteilt. Die Hotspots des Virus gelten als rote Zonen, die abgeriegelt wurden. Neben Delhi, Mumbai und anderen Metropolen wurde auch die 6,5-Millionen-Einwohner-Stadt Chennai an der Ostküste Indiens zu einer roten Zone bestimmt.

Tischtennis-Profi Kamal Achanta sorgt sich um Heimatstadt Chennai

Chennai ist die Heimatstadt der Familie von Kamal Achanta. Der indische Tischtennis-Profi spielte von 2010 bis 2011 für den TSV Gräfelfing in der Bundesliga und schaffte in dieser Saison seinen deutschlandweiten Durchbruch. Als die Wölfe 2011 ihre Aktivitäten im Spitzensport beendeten, wechselte Achanta zum SV Werder Bremen.

Durchbruch im Würmtal: Kamal Achanta fasste vor zehn Jahren Fuß beim damaligen Tischtennis-Bundesligisten TSV Gräfelfing.

Heute schlägt er für Borussia Düsseldorf in der Bundesliga auf – gemeinsam mit dem deutschen Aushängeschild des Tischtennissports, Timo Boll. In der Weltrangliste belegt Achanta als bester Inder Rang 31. Die meiste Zeit des Jahres verbringt der 37-Jährige nicht in Düsseldorf, sondern in seinem Heimatland.

Corona: Zahlreiche Menschen in Chennai verlieren Jobs - und hungern

„In unserer Region gibt es viele Slums und Menschen, die jetzt aufgrund der Abriegelung keine Arbeit und somit kein Geld haben. Ihnen möchte ich helfen“, sagt Kamal Achanta. Viele Inder, vor allem die armen Bevölkerungsschichten, leben von der Hand in den Mund. Durch die Folgen des Coronavirus haben sie ihre einfachen Jobs etwa in Fabriken und Geschäften verloren. Ohne Ersparnisse und ein Sozial- und Gesundheitssystem wie in Deutschland droht vielen über kurz oder lang der Hungertod.

Achanta und seine Familie organisieren eine Hilfsaktion

Achantas Familie organisiert daher gemeinsam mit einigen Nichtregierungsorganisationen, sogenannten NGOs, sowie der örtlichen Polizei und weiteren Helfern das Befüllen und Verteilen von kostenlosen Hilfspäckchen. „In den Beuteln sind jeweils fünf Kilo Reis und sechs Kilo verschiedenes Gemüse. Ein Beutel reicht aus, damit eine Familie etwa zwei Wochen lang überleben kann“, berichtet Kamal Achanta. „Da der Shutdown aber insgesamt viele Wochen dauert, benötigen wir viele solcher Beutel.“

Familienangelegenheit: Der ehemalige Gräfelfinger Tischtennisspieler Kamal Achanta (l.) hilft gemeinsam mit seinem Vater (M.) und seinem Bruder Hungernden in Indien.

Der Tischtennis-Profi selbst verteilte gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder rund 100 Beutel und half so etwa 300 Menschen. Ein Beutel kostet die Spender circa vier Euro.

Organisationen helfen dem Ex-Spieler des TSV Gräfelfing

Die Partner-NGOs wie „Bhoomika Trust“, die sich an der Aktion beteiligen, verteilten Hunderte weiterer Beutel und kümmerten sich auch um die Beschaffung von Reis und Gemüse von Produzenten aus der Region. So große Mengen an Lebensmitteln lassen sich in Indien nicht einfach in einem Geschäft kaufen, in der Corona-Ausnahmesituation schon gar nicht. 

Fünf Kilo Reis und sechs Kilo Gemüse kommen in jeden Beutel für die Bedürftigen.

Achanta muss zudem die Ausgangsbeschränkungen und sonstigen Corona-Maßnahmen beachten, was das Organisieren schwierig macht. Ohne die Hilfe der NGOs wäre die Aktion daher kaum möglich.

TSV Gräfelfing unterstützt Achanta - Spendenkonto eingerichtet

Um den Menschen in Chennai zu helfen, unterstützt auch die Tischtennisabteilung des TSV Gräfelfing die Aktion ihres ehemaligen Topspielers. Jürgen Triep, Stellvertretender Abteilungsleiter, hatte in den vergangenen Jahren regelmäßig Kontakt zu seinem Freund Kamal und richtete kürzlich ein Spendenkonto für die Lebensmittel-Beutel ein.

„Mir sind die Bilder nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich will Kamal und den Leuten helfen, zuerst den Hunger und dann das Virus zu bekämpfen“, sagt Jürgen Triep, Stellvertretender Tischtennis-Abteilungsleiter des TSV Gräfelfing.

Triep schrieb zudem Rundmails unter anderen an die Mitglieder des TSV und der Verbandsliga Südwest und wies auf die Aktion hin, woraufhin er viele positive Antworten bekam. „Ich habe auch im Fernsehen einen Bericht über die Corona-Situation in Indien gesehen. Mir sind die schlimmen Bilder einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich möchte daher Kamal und den Leuten dort helfen, zuerst den Hunger und dann das Virus zu bekämpfen“, sagt Jürgen Triep.

ps


Geldspenden

für die Hilfsaktion sind per Überweisung möglich auf das Konto DE02 7025 0150 0022 4466 86 bei der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, Inhaber: Kamal Achanta; Verwendungszweck: „TT-Hilfe Indien“. Unterstützt ein Verein die Aktion mit mindestens 3000 Euro, steht Kamal Achanta für einen Trainingstag zur Verfügung. Rückfragen an sharathkamal@gmail.com

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eine (fast) normale Tennis-Saison: Sommer-Runde 2020 soll im Juni starten - Vereine im Würmtal noch unschlüssig
Nach der Öffnung der Tennisplätze soll die Saison mit etwas Verzögerung Mitte Juni beginnen. Noch haben sich aber nicht alle Teams im Würmtal entschieden, ob sie …
Eine (fast) normale Tennis-Saison: Sommer-Runde 2020 soll im Juni starten - Vereine im Würmtal noch unschlüssig
Gemeinsam alleine trainieren: Bei App aus dem Würmtal geht‘s darum, als Team Trainingsziele zu erreichen
Alexander Kuttig hat bis 2019 die ersten Herren der HSG Würm-Mitte trainiert. Seit Corona wird eine von ihm entwickelte Fitness-App zum Problemlöser für …
Gemeinsam alleine trainieren: Bei App aus dem Würmtal geht‘s darum, als Team Trainingsziele zu erreichen

Kommentare