Bangen ist angesagt bei diversen Sportmannschaften aus dem Würmtal. Insbesondere für die HSG Würm-Mitte um Vorstand Benedikt Waterloo kommt das Coronavirus zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt.
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Bangen ist angesagt bei diversen Sportmannschaften aus dem Würmtal. Insbesondere für die HSG Würm-Mitte um Vorstand Benedikt Waterloo kommt das Coronavirus zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt.

Saisons abgesagt und eingestellt

Coronavirus stoppt Sportbetrieb auch im Würmtal: Fußball, Handball, Volleyball und mehr betroffen

  • vonTobias Empl
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  • Michael Grözinger
    Michael Grözinger
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Das Coronavirus bringt den Sportbetrieb im Würmtal komplett zum Erliegen. Die Landesverbände beenden die Saison vorzeitig oder stoppen zumindest ihren Spielbetrieb.

Würmtal – Das Coronavirus ist nun endgültig im Würmtaler Lokalsport angekommen. Die Ausbreitung hatte sich bislang nur auf den TSV Gräfelfing unmittelbar ausgewirkt, der seinen kompletten Sportbetrieb auf der vereinseigenen Anlage derzeit für mindestens eine Woche ruhen lässt. Grund dafür sind Coronavirus-Verdachtsfälle im Umfeld der Mitglieder. Im Laufe des Donnerstags und des Freitags nahmen die Meldungen diverser Verbände überhand, die ihren Spielbetrieb für die laufende Saison entweder komplett beenden oder ihn zumindest bis auf Weiteres stoppen.

Coronavirus: Auswirkung auf Volleyball im Würmtal

Ein kompletter Schlussstrich wird wohl unter die Spielzeiten der Volleyballer gezogen. Mit Ausnahme der 1. Bundesliga ist der Spielbetrieb im Freistaat vorzeitig beendet. Das teilten Deutscher und Bayerischer Volleyball-Verband mit. Über Auf- und Abstiege solle zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, heißt es.

Im Würmtal betrifft diese Maßnahme in erster Linie die Zweitliga-Damen des TV Planegg-Krailling, die derzeit nahezu aussichtslos auf dem letzten Platz der Süd-Staffel liegen. Achim Loecher, TV-Präsident und Sportlicher Leiter der Volleyballerinnen, ist zuversichtlich, dass seine Damen die Liga am grünen Tisch halten. „In unserer Liga wäre ohnehin ein Platz frei. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir drinbleiben“, sagt Loecher.

Coronavirus: Auswirkung auf Eishockey im Würmtal

Auch im Eishockey – sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene – ist der Spielbetrieb komplett beendet. Den Damen des ESC Planegg hätte an diesem Wochenende nur noch ein Sieg zur Deutschen Meisterschaft gefehlt, und auch die Wanderers Germering hatten nur noch ihre Bezirksliga-Finalspiele vor der Brust.

Coronavirus: Auswirkung auf Handball im Würmtal

Zumindest bis auf Weiteres legt der Handball im Freistaat seinen Betrieb nieder. Der Bayerische Handball-Verband (BHV) sagte zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus alle für die kommenden Wochenenden geplanten Partien ab. „Der Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich auf Bezirks- und BHV-Ebene wird ab heute für die Saison 2019/2020 eingestellt“, teilte der Verband gestern Nachmittag mit. „Der Erwachsenenspielbetrieb (Bezirks-/Landesebene) ruht bis auf Weiteres.“ Spätestens zum 19. April werde über eine mögliche Wiedereinsetzung des Spielbetriebs entschieden, so der BHV weiter.

Benedikt Waterloo, Vorstand der HSG Würm-Mitte, zeigte Verständnis für die Entscheidung. „Ob es notwendig ist, kann ich persönlich nicht beurteilen. Aber die Gesundheit steht im Vordergrund“, sagte Waterloo. Wegen der laufenden Präventiv-Maßnahmen des TSV Gräfelfing hatten in dieser Woche ohnehin bereits alle Jugendmannschaften auf ihr Training verzichtet.

Die Absagen kommen für die HSG allerdings zu einem sportlich ungünstigen Zeitpunkt. Die erste Damenmannschaft, aktuell Bayernliga-Tabellenführer, stand vor dem wohl vorentscheidenden Spiel um die Meisterschaft beim zweitplatzierten HC Erlangen. Der Damen-Reserve hätte ein Punkt beim BSC Oberhausen genügt, um den Landesliga-Aufstieg rechnerisch perfekt zu machen. „Es fühlt sich ein bisschen an, als würden wir kurz vor dem Gipfel wieder umkehren“, beschrieb Waterloo die aktuelle Situation.

Coronavirus: Auswirkung auf Fußball im Würmtal

Als letzter großer Verband kündigte der BFV, der Bayerische Fußball-Verband, gestern am frühen Abend an, am heutigen Freitag eine Entscheidung zu treffen. „Dem BFV geht es dabei im Interesse der Vereine und der Gesundheit seiner Mitglieder um eine einheitliche Linie im Umgang mit der Verbreitung des Coronavirus“, hieß es in einer Pressemitteilung. In der Krisensitzung am heutigen Vormittag beschloss der BFV, „den kompletten Spielbetrieb für mindestens zwei Wochen bis einschließlich 23. März“ auszusetzen. Dies sei eine „Vorsorgemaßnahme hinsichtlich der weiter steigenden Zahl von Corona-Infizierten und der dynamischen Lageentwicklung “.

Ohnehin spielfrei hätten an diesem Wochenende die Damen des TSV Neuried gehabt, die vor zwei Wochen im Trainingslager am Gardasee waren und sich mit Gegner RW Überacker sicherheitshalber auf eine Verlegung geeinigt hatten.

Die Würmtaler Fußball-Trainer nahmen sich im Gespräch mit dem Münchner Merkur dem Thema an.

Coronavirus: Auswirkung auf Futsal und Tischtennis im Würmtal

Unklar war zunächst noch gewesen, wie es für die Neurieder Regionalliga-Futsaler in der höchsten deutschen Spielklasse weitergeht. Auch dort ist der Spielbetrieb inzwischen eingestellt – vorerst zwei Wochen lang.

Der Bayerische Tischtennis-Verband (BTTV) zog am Freitagmorgen nach. „Die aktuelle Situation bzgl. des Coronavirus hat den Bayerischen Tischtennis-Verband dazu veranlasst, den offiziellen Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung einzustellen“, teilte der BTTV in einer Presseerklärung mit. Man habe „ in den letzten Tagen versucht, den Spielbetrieb der Spielzeit 2019/2020 geordnet zu beenden“. Nun werde der Gesundheit jedoch Vorrang eingeräumt. Der Verband gab bekannt, dass der Spielbetrieb in dieser Saison auch definitiv nicht mehr aufgenommen werde. „Über die Wertung der Spielzeit wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden“, so der BTTV. Diese Entscheidung ist inzwischen gefallen. Die Tabellen zum Zeitpunkt des Abbruchs werden gewertet.

Besonders betroffen sind diverse Gräfelfinger Mannschaften in Auf- und Abstiegskampf – angeführt vom Regionalliga-Team, das noch um den Klassenerhalt bangte. Für Neurieds Bezirksoberliga-Herren wäre es noch um die Meisterschaft gegangen.

te/mg

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