Ungewissheit wegen des Coronavirus herrscht bei der HSG Würm-Mitte um Damen-Trainerin Stefanie Mittasch - und bei den anderen Handball-Vereinen in Bayern.
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Ungewissheit wegen des Coronavirus herrscht bei der HSG Würm-Mitte um Damen-Trainerin Stefanie Mittasch - und bei den anderen Handball-Vereinen in Bayern.

Diverse Szenarien bei Saison-Abbruch

Coronavirus-Ungewissheit für Handballer der HSG Würm-Mitte: Steigt jemand auf?

  • vonTobias Empl
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Wegen des Coronavirus wird die Handball-Saison bis mindestens 19. April unterbrochen. Die meisten Würmtaler Trainer rechnen jedoch mit einem vorzeitigen Saisonende.

Würmtal – Anfangs ist es noch um vereinzelte Maßnahmen wie das Verzichten auf Handschläge oder die Begrenzung der Zuschauerzahl gegangen. Inzwischen ist klar: In Zeiten der Corona-Krise kommt der Sport nach und nach zum Erliegen. Auch der Deutsche Handballbund hat sich festgelegt: In ganz Deutschland wird nicht mehr gespielt. Dieser Beschluss gilt vorerst bis 19. April.

Was das für die laufende Saison von Amateurvereinen wie der HSG Würm-Mitte bedeutet, ist noch offen. „Uns bleibt im Moment nichts anderes übrig als abzuwarten“, sagt der Vorsitzende Benedikt Waterloo.

Verständnis für Coronavirus-Entscheidung des Verbands haben alle

Hört man sich bei den Trainern der HSG-Teams um, wird eines deutlich: Verständnis für die Entscheidung haben alle. Nicht nur das Zuschaueraufkommen, auch der unvermeidbare Körperkontakt während eines Spiels birgt zu hohe Risiken, als dass in der aktuellen Lage weitergespielt werden könnte. „Die Maßnahme ist mehr als nachvollziehbar“, bringt es Thomas König, Trainer der zweiten Herren, auf den Punkt. Gleichzeitig ist die Enttäuschung bei allen Beteiligten groß. Der Spielstopp erfolgt mitten in der entscheidenden Phase der Saison.

Die Würmtaler Wildkatzen, ungeschlagener Spitzenreiter der Damen-Bayernliga, hätten am Samstag bei Verfolger HC Erlangen die wohl vorentscheidendende Partie im Rennen um die Meisterschaft absolviert. „Bis Donnerstag sind wir noch davon ausgegangen zu spielen“, berichtet Trainerin Stefanie Mittasch. Bei der Besprechung am Donnerstagabend herrschte eine bedrückende Stimmung: „Wir haben uns voneinander verabschiedet und wissen erst einmal nicht für wie lange.“ Die Spielerinnen halten sich nun persönlich fit, um für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs gerüstet zu sein.

Tendenz bei der HSG Würm-Mitte: Saison wird nicht mehr fortgesetzt

So richtig glaubt jedoch niemand daran. „Eine Saison, die bis in den Juni oder Juli hineingeht, halte ich persönlich für unrealistisch“, sagt Markus Wuttke, Trainer der ersten Herren, die sich in der Landesliga mitten im Abstiegskampf befinden. Er würde gerne sportlich den Klassenerhalt erreichen, rechnet jedoch mit einem vorzeitigen Abbruch der Saison.

König, der mit seiner Reserve noch theoretische Chancen auf den Aufstieg hat, stimmt zu: „Ich gehe davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt wird. Das ist bitter, aber die Gesundheit geht vor.“

Coronavirus legt Handball lahm: Die Szenarien bezüglich Auf- und Abstieg

Was passiert dann aber mit Auf- und Abstiegen? „Das fairste Szenario wäre, in naher Zukunft die Saison zu Ende zu spielen“, sagt Waterloo, der gleichzeitig die kurz vor dem Aufstieg stehende Damen-Reserve trainiert. Wird die Saison vorzeitig abgebrochen, könnte die aktuelle oder die Hinrunden-Tabelle als Maßstab genommen werden. Die HSG würde in beiden Fällen mit den Damen-Teams aufsteigen und mit den Herren die Klasse halten. „Für uns wäre das natürlich auch eine gute Lösung“, gibt Waterloo zu.

Weitere Alternativen wären eine komplette Annullierung der Saison und ein Neustart im kommenden Herbst oder eine Art Play-off-Modus. „Vielleicht wird bei uns ja auch nur das entscheidende Spiel gegen Erlangen nachgeholt“, sagt Mittasch.

Handball-Bundesliga-Quali für A-Juniorinnen in Gefahr

Im Juniorenbereich gibt es keine Auf- und Abstiege, die Saison konnte daher ohne Konsequenzen vorzeitig beendet werden. Die Ende April anstehenden Qualifikationsrunden, in denen die Würmtaler A-Juniorinnen erstmals den Sprung in die Bundesliga schaffen wollten, entfallen aber möglicherweise.

Mit baldigen Entscheidungen rechnet man im Würmtal nicht. Waterloo hat dafür durchaus Verständnis: „Ich kann nachvollziehen, dass es aktuell auch für den Verband nicht einfach ist. Wir alle waren noch nie in einer solchen Situation.“

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