Ein bisschen wehmütig spricht Stefanie Mittasch über ihren Abschied von Handball-Drittligist HSG Würm-Mitte.
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Ein bisschen wehmütig spricht Stefanie Mittasch über ihren Abschied von der HSG Würm-Mitte.

Handball, 3. Liga: Trainerin geht

Der Ruf der Heimat ist zu laut: Stefanie Mittasch verlässt HSG Würm-Mitte - und glaubt an deren Potenzial

  • vonTobias Empl
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Stefanie Mittasch hat nach anderthalb Jahren ihr Amt als Trainerin des Handball-Drittligisten HSG Würm-Mitte niedergelegt. Ihrem Ex-Verein traut sie weiterhin viel zu.

Würmtal – Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn Stefanie Mittasch über die HSG Würm-Mitte spricht. „Ich vermisse es schon. Wir waren sehr viel zusammen in der Halle, und es ist schade, nicht mehr Teil davon zu sein“, sagt die ehemalige Trainerin der Drittliga-Handballerinnen und der weiblichen B-Jugend (Bayernliga). Dennoch ist sie sich sicher: „Es war trotzdem für mich die richtige Entscheidung.“ Eineinhalb Jahre, von Juni 2019 bis Dezember 2020, war Mittasch bei der HSG Würm-Mitte tätig. Ihr Abschied wurde jüngst öffentlich, da die Diskussion um eine Rückkehr in den (Freundschafts-)Spielbetrieb langsam wieder Fahrt aufnimmt.

Die aus Pegnitz in Oberfranken stammende Mittasch erklärt: „Ich bin aus privaten Gründen zurück in die Heimat. Ich habe es mir lange überlegt und dann für mich die Entscheidung getroffen.“ Auch die Corona-Pandemie habe eine Rolle gespielt. Bereits während des ersten Lockdowns sei sie viel zu Hause gewesen – und es zog sie dorthin zurück: „Ich habe gemerkt, dass ich wieder näher bei meinen Freunden und meiner Familie sein möchte.“

HSG Würm-Mitte zeigt Verständnis für Mittaschs Entscheidung

Im Dezember suchte Mittasch das Gespräch mit den Verantwortlichen der HSG und gab ihren Abschied bekannt. „Der Verein war sehr offen und hat Verständnis gezeigt“, sagt sie. Würm-Mittes Vorstand Benedikt Waterloo, der derzeit einen Nachfolger sucht, weiß: „Es ist ja auch kein Vollzeitberuf, und es gibt auch noch andere Dinge als Handball.“

Auf die Zeit bei den Würmtaler Wildkatzen blickt Mittasch mit positiven Gefühlen zurück: „Ich war sehr froh, Teil des Vereins zu sein und etwas mitbewegen zu dürfen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, wir haben zusammen viel erlebt und hatten auch eine erfolgreiche Zeit.“

Mittasch führte die Erfolgsgeschichte von Ex-Coach Lohmann fort

In der Tat kann sich die sportliche Bilanz sehen lassen. Im Frühsommer 2019, kurz nach ihrem Umzug nach München, trat Stefanie Mittasch das schwere Erbe des langjährigen Erfolgstrainers Claus Lohmann bei Würm-Mitte an. Lohmann hatte die Damen aus der Landesliga bis in die dritte Liga geführt, nach einer Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse waren die Wildkatzen jedoch wieder in die Bayernliga abgestiegen.

Anlaufschwierigkeiten hatte Mittasch keine: Die HSG gewann 19 von 20 Bayernliga-Spielen, bei nur einem Unentschieden. Kurz vor dem Showdown um die Meisterschaft gegen den nur einen Punkt zurückliegenden zweitplatzierten HC Erlangen wurde die Saison im März 2020 coronabedingt abgebrochen, nach wochenlangem Warten stieg Würm-Mitte am Grünen Tisch auf. „Wir haben mehr als das gesetzte Ziel erreicht“, lobt Waterloo.

Erneut abruptes Saisonende: Würm-Mitte maximal noch Freundschaftsspiele

Doch ähnlich abrupt wie die erste endete auch Mittaschs zweite Spielzeit als Trainerin im Würmtal: Im Anschluss an eine monatelange Vorbereitung konnte die HSG zwar drei Ligaspiele absolvieren, dann wurde der Spielbetrieb aufgrund der erneuten Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen im November 2020 aber erneut unterbrochen.

Wie berichtet, werden die Wildkatzen bis zum Start der kommenden Saison höchstens noch an einer „Freundschaftsspielrunde“ teilnehmen. Da es keine Absteiger gibt, haben sie den Klassenerhalt sicher.

Stefanie Mittasch traut HSG Würm-Mitte in Zukunft noch viel zu

Trotz der drei Drittliga-Niederlagen, die Mittasch als Trainerin der HSG Würm-Mitte erlebte, wird ihr mit Blick auf die Zukunft des Würmtaler Handballs nicht bange: „Ich glaube, der Verein wird sich noch sehr, sehr weiterentwickeln.“ Sie will weiterhin Kontakt zu ihrem Ex-Verein halten. Die richtigen Voraussetzungen seien gegeben, um sich nachhaltig zu etablieren. „Man ist jetzt schon mal in der Jugendbundesliga gesetzt. Und es kommen auch noch sehr, sehr gute Jugendspielerinnen nach“, sagt Mittasch.

Über ihre eigene Zukunft als Handballtrainerin hat sie sich dagegen noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. Einen neuen Verein habe sie noch nicht, und eine Rückkehr auf die Trainerbank müsse auch nicht so schnell wie möglich erfolgen. Mittasch: „Ich habe noch keinen Plan.“

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