Freut sich, dass es wieder losgeht: Lukas Bullemer, Kapitän von Tennis-Landesligist TC Gauting.
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Freut sich, dass es wieder losgeht: Lukas Bullemer, Kapitän von Tennis-Landesligist TC Gauting.

Ohne Aufstieg und Abstieg

Eine (fast) normale Tennis-Saison: Sommer-Runde 2020 soll im Juni starten - Vereine im Würmtal noch unschlüssig

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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  • Tobias Huber
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Nach der Öffnung der Tennisplätze soll die Saison mit etwas Verzögerung Mitte Juni beginnen. Noch haben sich aber nicht alle Teams im Würmtal entschieden, ob sie antreten.

Würmtal – Lukas Bullemer ist erleichtert. Endlich kann der Mediziner wieder seinem Lieblingssport nachgehen. „Ich habe es schon sehr vermisst“, sagt der Kapitän von Tennis-Landesligist TC Gauting. Gesundheitliche Bedenken hat er keine, dass die Sportler in Bayern seit gut einer Woche wieder trainieren dürfen. „Ich schätze die Infektionsgefahr momentan als eher niedrig ein“, sagt Bullemer.

Als Arzt im Krankenhaus hat er bereits die eine oder andere Erfahrung im Umgang mit dem neuartigen Coronavirus gemacht. „Es ist schwer, weil man noch so wenig weiß. Aber die Anzahl an Infizierten momentan ist doch sehr gering“, sagt er.

Sommer-Saison 2020 im Tennis soll Mitte Juni starten

Der Bayerische Tennis-Verband (BTV) sieht es wohl ähnlich. Die ursprünglich vorgesehenen Hygienemaßnahmen wurden etwas entschärft. Zudem soll Mitte Juni doch noch die Spielzeit Sommer 2020 starten. „Wir sind auch richtig heiß drauf“, so Bullemer. Dabei ist der TCG von den Auswirkungen zumindest finanziell hart getroffen. „Wir haben drei wichtige Sponsoren verloren“, berichtet der Kapitän.

Also setzt man in Gauting noch mehr auf die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Anze Kapun, Punktegarant der Vorsaison, wird wohl gar nicht zum Einsatz kommen. „Das wäre, Stand jetzt, zu teuer“, sagt Bullemer. Die Gautinger können die Saison dennoch gelassen angehen, denn es wird in dieser Spielzeit keinen regulären Auf- oder Abstieg geben (wir berichteten). Der TCG kann sich damit bereits jetzt über den Klassenerhalt in der Landesliga freuen.

Klassenerhalte schon vor Beginn der Saison sicher

Ähnlich gestaltet sich die Situation bei den Damen des TC Grün-Weiß Gräfelfing. Da die Nummer eins, Sandra Bachmayer, die erste Landesliga-Saison ihrer Mannschaft wegen einer Weltreise ursprünglich verpasst hätte, bemühten sich die Würmtaler um Ersatz und zogen drei hochklassige Spielerinnen an Land.

Doch nun werden Mia Eklund, Oana Danescu und Ava Marie Neuburger-Higby wohl nicht spielen – zumindest nicht gegen Bezahlung. „Das wäre auch ein bisschen rausgeworfenes Geld, wenn es nicht gegen den Abstieg geht“, sagt Anna Müllerschön, Kapitänin des Aufsteigers. Nichts anderes als der Landesliga-Klassenerhalt wäre das Ziel des TCGW in seiner Premieren-Saison gewesen – den haben die Gräfelfinger nun schon in der Tasche.

BTV-Maßnahmen: Welcher Verein meldet wie viele Teams?

Noch nicht sicher ist an der Steinkirchner Straße hingegen, ob die Damen I überhaupt an den Start gehen. Zwar wären sie auch ohne die Neuzugänge gut aufgestellt, weil Spitzenspielerin Bachmayer ihre Weltreise wegen der Corona-Pandemie frühzeitig abbrechen musste. „Aber wir haben sehr viele Teams – Erwachsene und Jugend. Der Vorstand muss noch entscheiden, wer alles spielen darf“, erklärt Mannschaftsführerin Müllerschön. Denn die Verbandsmaßnahmen für den Spielbetrieb besagen unter anderem, dass die Anlagen nur begrenzt benutzt werden dürfen. Bis Sonntag haben die Vereine noch Zeit, Teams kostenfrei vom Spielbetrieb zurückzuziehen.

Innerhalb dieser vom BTV gesetzten Frist muss auch die DJK Würmtal eine Entscheidung treffen. „Wir evaluieren gerade intern, wie viele Teams überhaupt spielen wollen“, teilt Jugendleiter Raffael Simon mit. Bei den Junioren etwa käme es da auf die Zustimmung der Eltern an. Denkbar ist für Simon aber auch, dass die DJK ein Limit setzt, sollte es zu viele Interessenten geben.

Beim TSV Pentenried geht nur die Herren-70-Mannschaft nicht an den Start. Das steht schon fest. „Die genauen Gründe kenne ich nicht“, sagt Abteilungsleiter Henning Wicht.

Fragen und Diskussionen: Doppel, Umkleiden, Geselligkeit

Noch sind bezüglich der Saison nicht alle Fragen geklärt. Diskussionen gibt es etwa darum, ob Doppel gespielt werden können – derzeit sieht es nicht danach aus. Ungewohnt ist für die Sportler außerdem, dass die Kabinen geschlossen sind. „Da es eigentlich dazu gehört, dass man nach den Spielen noch zusammensitzt und etwas isst, werden wir uns etwas einfallen lassen. Zumindest ein Wasserhahn draußen könnte helfen“, meint Wicht. Immerhin dürfen seit gestern die Vereinsgaststätten ihre Außenbereiche wieder öffnen.

Generell sind die Klubs froh, „dass es jetzt wieder anrollen kann“, wie Würmtals Simon sagt. Auch für die Trainer sei das entscheidend. Wicht bedauert zwar, dass es diesmal nicht um Auf- und Abstieg geht, der Pentenrieder Abteilungsleiter betont aber auch: „Das Wichtigste ist, dass man wieder Spaß am Tennis haben kann.“ Es könnte doch noch eine (fast) normale Saison für die Tennisfreunde im Würmtal werden.

toh/mg

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