Einige im Würmtal bekannte Gesichter sind Teil des „Teamfit“-Teams von Alexander Kuttig.
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Einige im Würmtal bekannte Gesichter sind Teil des „Teamfit“-Teams von Alexander Kuttig (unten r.). Der ehemalige Handball-Coach der HSG Würm-Mitte arbeitet zusammen mit seinen Ex-Spielern Konstantin Schlosser (oben M.), zugleich vormaliger Damen-Trainer der HSG und des HCD Gröbenzell, Philipp Pickel (oben r.) und Alexander Zwermann (unten M.). Außerdem mit dabei sind Cem Cagras (oben l.) und Albert Kramar (unten l.).

Teamfit

Gemeinsam alleine trainieren: Bei App aus dem Würmtal geht‘s darum, als Team Trainingsziele zu erreichen

  • vonTobias Empl
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Alexander Kuttig hat bis 2019 die ersten Herren der HSG Würm-Mitte trainiert. Seit Corona wird eine von ihm entwickelte Fitness-App zum Problemlöser für Mannschaftssportler.

Würmtal – Seit Beginn der Corona-Krise stecken etliche Amateursportler in einem Loch. Für kontaktlose Einzelsportarten wie Golf oder Tennis gibt es erste Lockerungsmaßnahmen. Doch Mannschaftssportler müssen sich weiter in Geduld üben, ehe so etwas Ähnliches wie Normalität in den Trainingsalltag zurückkehrt. Unabhängig von der Austragung der Wettbewerbe fehlt vielen Amateursportlern vor allem das Gemeinschaftserlebnis.

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich alleine fit zu halten. Aber viele betreiben ihren Sport eben auch, weil es dabei nicht nur um den Einzelnen, sondern um das Team geht.

Besonderer Weg für eine Fitness-App: Es geht um das Team

Alexander Kuttig weiß das genau. Bis zur vergangenen Saison war er Handball-Trainer der ersten Herrenmannschaft der HSG Würm-Mitte. Im „echten Leben“, wie es der Planegger scherzhaft ausdrückt, ist er Gründer und Geschäftsführer einer zwanzig Mitarbeiter starken Software-Entwicklungsfirma. Als solcher hatte Kuttig bereits vor gut drei Jahren eine App entwickelt, die er mit seiner damaligen Mannschaft während der Saisonvorbereitung nutzte.

Die „Teamfit“-App soll dabei helfen, „gemeinsam alleine“ zu trainieren. Es gibt zwei Schwerpunkte: zum einen Ausdauertraining, zum anderen Kräftigungsübungen mit dem eigenen Körpergewicht, auch Bodyweight-Training genannt.

Trainer können bestimmte Ziele vorgeben. Anschließend sammelt jeder Einzelne Punkte, um gemeinsam das Ziel zu erreichen, etwa durch das Absolvieren von Fitnessübungen nach Videoanleitung oder durch Läufe, deren Distanz per GPS gemessen wird (die genaue Strecke ist aus Datenschutzgründen aber nur für den Nutzer selbst sichtbar).

„Das erhalten, was uns verbindet: gemeinsam Sport machen“

Das alles ersetzt nicht den Mannschaftssport an sich. Auch bei den Handballern war die App nur als Ergänzung zum Hallentraining geplant. „Umso mehr freut es uns jetzt, gleichgesinnte Mannschaften in dieser schweren Zeit unterstützen zu können“, sagt Kuttig.

Durch das gemeinsame Ziel soll zum einen der Teamgedanke gestärkt werden, dank einer internen Rangliste kann aber auch der Einzelne glänzen und andere motivieren, ihn zu überbieten – genau wie im Mannschaftssport eben. Kuttig fasst zusammen: „Es geht darum, das zu erhalten, was uns verbindet: gemeinsam Sport machen.“

In der Corona-Krise erlebt die „Teamfit“-App einen Boom

Seit Beginn der Kontaktbeschränkungen erlebt die App einen regelrechten Boom. Bereits seit drei Jahren steht sie kostenlos zum Download zur Verfügung, außerhalb des HSG-Umfelds fand sie aber erst einmal keine Beachtung.

„Sie war eigentlich nur für den Eigenbedarf gedacht“, sagt Kuttig. Doch inzwischen sind über 20 000 Downloads zu verzeichnen, mehr als 2100 Mannschaften haben sich laut Entwickler bereits angemeldet.

Vor allem Mannschaften nutzen die App - auch ein Zweitligist

Zwar können sich auch Gruppen von Freunden zusammenschließen, aber besonders Vereinsmannschaften nutzen die Anwendung, unter ihnen auch ambitionierte Teams wie die jüngst in die 2. Bundesliga aufgestiegenen Handballer des TuS Fürstenfeldbruck. „Wir bekommen so viel positive Resonanz aus vielen verschiedenen Sportarten“, berichtet Kuttig. „Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, sogar ein Floorball-Coach aus Schweden hat uns geschrieben und sich bei uns bedankt.“

Das alles kam für ihn überraschend. „Wir sind ein bisschen überrannt worden“, erzählt der 32-Jährige. Nun arbeitet er mit seinem Team daran, die App weiter zu verbessern und um zusätzliche Funktionen zu erweitern.

„Teamfit“-App soll kostenlos bleiben

Kostenlos soll sie dennoch bleiben, lediglich eine sogenannte Unterstützer-Mitgliedschaft auf freiwilliger Basis sei möglich. „Wir hoffen, dass wir die App am Markt etablieren können. Für uns ist das ein super Aushängeschild“, so Kuttig. Er weiß: „Natürlich kann man Training zu Hause nicht mit Vereinstraining vergleichen.“ Dennoch sind viele im Moment froh über die Möglichkeit.

Und auch nach einer möglichen Wiederaufnahme des regulären Trainingsbetriebs ist er zuversichtlich, dass die App weiterhin genutzt wird. Dann nicht mehr als Ersatz für das Vereinstraining, sondern als Ergänzung.

Die „Teamfit“-App

steht in den gängigen Stores zur Verfügung für iOS- (Apple) und Android-Nutzer. Weitere Informationen zur App und ihrem kostenlosen Download gibt es auf der Homepage.

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