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Der große Wurf: Greift die Handball-Euphorie auch auf andere Sportler über?

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Von: Michael Grözinger

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Das DHB-Team hat bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine wahre Handball-Euphorie ausgelöst.
Das DHB-Team hat bei der WM im eigenen Land eine wahre Handball-Euphorie ausgelöst. © dpa / Federico Gambarini

Deutschland ist im Handball-Fieber. Wir haben mit sechs Trainern und Funktionären verschiedener Sportarten aus dem Würmtal über die WM und die Chancen der Deutschen gesprochen.

Würmtal - Die Deutsche Handball-Nationalmannschaft stellt das Land bei der laufenden Heim-Weltmeisterschaft auf den Kopf. Wie vor zwölf Jahren, als das DHB-Team in Deutschland Weltmeister wurde und so das „Wintermärchen“ schrieb, ist auch diesmal eine große Euphorie im Land zu spüren. Das betrifft auch das Würmtal, wo mit der HSG Würm-Mitte ein Handballverein im hohen Amateurbereich angesiedelt ist.

Doch auch Vertreter anderer Sportarten fiebern dieser Tage mit der Nationalmannschaft mit. Wir haben mit Würmtaler Trainern und Funktionären verschiedener Vereine aus sechs unterschiedlichen Sportarten gesprochen und sie gefragt, ob sie die WM verfolgen und was sie der DHB-Mannschaft nach dem jüngsten Einzug ins Halbfinale nun für das restliche Turnier zutrauen. Nicht alle haben dieser Tage Zeit, sich mit Handball zu befassen. Doch einige sind zuversichtlich, dass Deutschland jetzt auch den ganz großen Wurf schaffen kann. Claus Lohmann, Trainer der HSG-Damen in der dritten Liga, gibt darüber hinaus seine Expertenmeinung zum bisherigen Turnierverlauf und zu den Chancen im Halbfinale und im potenziellen Finale ab.

Die Umfrage

Claus Lohmann, HSG Würm-Mitte (Handball):

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„Einen solchen Erfolg hätte ich der Mannschaft nicht zugetraut, weil wir im Rückraum nicht mit Weltklasse-Einzelspielern besetzt sind – aber er ist verdient. Ich hätte nicht gedacht, dass das Kollektiv so gut funktioniert. Schlüsselfaktoren sind für mich auch der Heimvorteil und natürlich die Abwehrstärke. Der Finaleinzug ist machbar. Dafür muss die Wurfausbeute besser werden, und vom Keeper wird viel abhängen. Wenn dann Dänemark kommt, sind wir nicht Favorit. Kommt Frankreich, klappt’s mit dem Titel.“

Michael Lelleck, SV Planegg-Krailling (Fußball):

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„Bei der WM 2007 habe ich noch alle Spiele gesehen. Dieses Jahr schaue ich zumindest ab und zu rein, setze mich aber nicht extra vor den Fernseher, wenn ich etwas anderes vorhabe. Die Spiele gegen Kroatien und Frankreich habe ich gesehen, beim Halbfinale habe ich keine Zeit. Ich traue den Deutschen viel zu, weil sie von der Kulisse getragen werden. Es ist ähnlich wie beim Fußball: Der Gastgeber kommt bei großen Turnieren meistens weit. Auf einen Weltmeister kann ich mich nicht festlegen.“

Sven Lehmann, TV Planegg-Krailling (Volleyball):

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„Ich habe früher in Hessen zehn Jahre Handball gespielt, daher bin ich generell sehr interessiert. Bitter ist diesmal aber: Immer wenn Deutschland gespielt hat, stand ich selbst in der Halle. Deshalb konnte ich noch kein Spiel live anschauen. Aber ich informiere mich über die Ergebnisse. Ich hätte nicht gedacht, dass Deutschland so weit kommen kann, jetzt würde ich ihnen den Titel natürlich gönnen. Besonders cool finde ich, dass mal eine andere Sportart als Fußball so einen Hype im Land erzeugt.“

Mathieu Jerzewski, TSV Neuried (Futsal):

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„Als Sportwissenschaftler verfolge ich ziemlich viele Sportarten. Bei dieser WM habe ich fast alle deutschen Spiele im Fernsehen live angeschaut sowie einige Zusammenfassungen von den Toppartien. Mit dem Halbfinale ist meiner Einschätzung nach das Minimalziel erreicht. Der Finaleinzug ist durchaus möglich, da die Mannschaft bei einer Topleistung und frenetischer Unterstützung schwer zu schlagen sein wird. Ich tippe auf Deutschland oder Frankreich als Weltmeister, meine beiden Nationen.“

Christopher Triep, TSV Gräfelfing (Tischtennis):

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„Bis auf ein Vorrundenspiel habe ich bislang alle Spiele mit deutscher Beteiligung angeschaut. Ich finde es spannend, zu sehen, wie die Spieler sich gegenseitig pushen und die Atmosphäre in der Halle merklich spüren. Ich habe auch im Vorfeld gedacht, dass das Team etwas reißen kann. Allerdings hätte ich vermutet, dass eher Uwe Gensheimer der Schlüssel zum Erfolg wird. Dabei ist es nun die Abwehr. Jetzt glaube ich, dass wir Weltmeister werden. Als Finalgegner wünsche ich mir Frankreich.“

Matthias Fritsche, ESC Planegg (Eishockey):

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„Ich muss zugeben, dass mich die Weltmeisterschaft gerade nicht wirklich interessiert. Wir stehen selbst kurz vor den Play-offs in der Eishockey-Bundesliga. Außerdem bin ich Footballer, und in der amerikanischen Footballliga NFL laufen auch gerade die Play-offs. Deswegen habe ich von der WM nicht viel mitbekommen. Generell finde ich Handball einen attraktiven Sport. Mein Bruder hat jahrelang im Verein gespielt. Der schaut sich die Spiele bestimmt an.“ (lacht)

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