Die Chemie stimmt nicht nur in der Halle zwischen (v.l.) Sascha Schrödter und Markus Wuttke. Auch im Gespräch mit Merkur-Mitarbeiter Thomas Okon harmonierten die neuen Herrentrainer der HSG Würm-Mitte. Gemeinsam wollen sie auch an der Physis ihrer Spieler arbeiten – um mittelfristig den Wiederaufstieg anzupeilen.
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Die Chemie stimmt nicht nur in der Halle zwischen (v.l.) Sascha Schrödter und Markus Wuttke. Auch im Gespräch mit Merkur-Mitarbeiter Thomas Okon harmonierten die neuen Herrentrainer der HSG Würm-Mitte. Gemeinsam wollen sie auch an der Physis ihrer Spieler arbeiten – um mittelfristig den Wiederaufstieg anzupeilen.

Schrödter und Wuttke im Gespräch

Aus Gegnern werden Partner - Das neue Trainerduo der HSG Würm-Mitte

Sascha Schrödter und Markus Wuttke waren einst Gegner. Jetzt sollen sie die Handballer der HSG Würm-Mitte wieder auf Kurs bringen - und das ohne zwei Leistungsträger.

Würmtal – Ein neu formiertes Trainerduo soll die Herren der HSG Würm-Mitte wieder konkurrenzfähig machen: Gemeinsam mit Markus Wuttke, der die Würmer bereits in der abgelaufenen Spielzeit an der Seite von Alexander Kuttig trainierte, wird nun Sascha Schrödter die Geschicke beim Würmtaler Handballverein leiten. Für den 40-Jährigen ist es erst die dritte Saison als Cheftrainer. Nachdem Schrödter in den vergangenen beiden Jahren die erste Herren- und die erste Damenmannschaft des SV München-Laim trainierte (siehe unten), zieht es ihn jetzt ins Würmtal. 

2018 taktieren sich Schrödter und Wuttke gegenseitig aus

Der Grund ist Wuttke. „Ich kenne ihn schon aus der Bezirksoberliga, als er noch Trainer bei Süd/Blumenau war. Gegen ihn waren es die spannendsten Saisonspiele, da wir die ganze Zeit gegeneinander taktiert haben. Schon da haben wir gemerkt, dass die Chemie stimmt“, sagt der neue HSG-Coach, der früher selbst in der Hessenliga spielte. Wuttke freut sich auf die neue Phase: „Wir sind beide positiv handballverrückt. Das kann eine Wahnsinnszeit werden.“

Physiotherapeut Schrödter setzt auf eine gute Physis

Nach einer erfolglosen Saison in der Bayernliga wollen Schrödter und Wuttke der Mannschaft in der Landesliga wieder das Sieger-Gen implantieren. „Die Jungs hatten eine schwierige letzte Saison. Es wird umso wichtiger, schnell wieder in die Spur zu kommen und Selbstbewusstsein zu tanken“, sagt Schrödter. Der gelernte Physiotherapeut will die Mannschaft auch körperlich auf ein neues Level bringen. „Wir wollen individuelle Trainingspläne für jeden Spieler anfertigen, damit wir gezielter an Schwachstellen feilen können und gleichzeitig Verletzungsrisiken minimieren“, erklärt der neue Übungsleiter.

HSG Würm-Mitte plant nicht den direkten Wiederaufstieg

Der direkte Wiederaufstieg ist bei der HSG hingegen nicht das Ziel. Mit dem TSV Haunstetten und dem Eichenauer SV kommen zwei weitere Absteiger in die Landesliga, die in der jüngsten Runde besser abschnitten als Würm-Mitte. „Zusätzlich zu den Absteigern ist mit Ottobeuren noch eine Mannschaft in der Liga, die deutlich aufgerüstet hat und die ebenfalls Konkurrenz darstellen wird“, meint Schrödter. „Der Aufstieg ist in den kommenden Jahren angepeilt, aber wir wollen jetzt als Absteiger erst mal oben mitspielen und schauen, wofür es heuer reicht.“ 

Und Schrödters persönliche Ziele für die Jahre bei der HSG? „Mich selbst und jeden einzelnen Spieler weiterentwickeln“, sagt der 40-Jährige.

Bevor es für die Würmer im Herbst wieder um Punkte geht, steht schon im Juli ein Trainingslager in Ottobeuren an – gemeinsam mit der Reserve. Denn auch die Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft um Coach Thomas König soll verbessert werden. „Es gibt in der Reserve einige interessante Spieler, die sich allerdings noch weiterentwickeln müssen. Dafür ist die Zweite die perfekte Möglichkeit“, sagt Wuttke. „Ein paar werden auch bei der ersten Mannschaft mittrainieren, um sich möglichst schnell an das Landesliganiveau zu gewöhnen.“ 

Zwei Leistungsträger der Würmer stehen bereits als Abgänge fest

Darüber hinaus soll der Kader größtenteils zusammengehalten werden. Zwei bittere Abgänge muss Würm-Mitte aber sicher verkraften: Torwart Kai Kussmaul und Rückraum-Ass Moritz Rädler verlassen den Verein in Richtung HT München – und damit zurück in die Bayernliga. Dort will ihnen der Rest des Teams sobald wie möglich wieder Konkurrenz machen.

Thomas Okon

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Sascha Schrödter im Profil: Von Brandenburg über Thüringen ins Würmtal

Sascha Schrödter ist der neue Mann an der Seitenlinie bei den Herren der HSG Würm-Mitte. Er wird fortan gemeinsam mit Markus Wuttke die in die Landesliga abgestiegenen Würmer betreuen. Der 40-jährige Übungsleiter kennt einige Ecken Deutschlands. Er ist gebürtiger Brandenburger, wuchs aber in Thüringen auf. „Da habe ich eigentlich meine komplette Jugend erlebt. Ich bin in Thüringen großgeworden, zur Schule gegangen und habe dort auch mein Abitur gemacht“, erzählt er. Später spielte Schrödter in der Hessenliga hochklassig Handball, um nach seiner aktiven Karriere immer wieder Jugendteams als Co-Trainer und Physiotherapeut zu unterstützen. Dann verschlug es ihn nach Bayern. „Man hat als Trainer komplett andere Aufgaben, da spielt es keine Rolle, ob man selbst hochklassig gespielt hat“, sagt Schrödter zurückhaltend.

Sascha Schrödter (40) hat im Mai noch zwei Relegationsspiele mit den Damen des SV Laim vor der Brust.

Für den gelernten Physiotherapeuten und Osteopathen, der in München eine Praxis betreibt, ist Würm-Mitte erst die zweite Station als Chefcoach. In seiner ersten Saison als hauptverantwortlicher Trainer führte Schrödter die Herren des SV München-Laim 2017/18 in der Bezirksoberliga auf den achten Platz. In dieser Spielzeit kam auch der Kontakt zu Wuttke zustande, der damals bei der SG Süd/Blumenau die Geschicke lenkte (siehe oben).

Die jüngste Saison 2018/19 ist für Schrödter noch nicht vorbei. Er schaffte es mit den Damen des SV Laim auf einen starken zweiten Platz in der Landesliga, der die Mannschaft für zwei Relegationspartien um den Bayernliga-Aufstieg qualifizierte. In Hin- und Rückspiel müssen die Münchenerinnen gegen den VfL Günzburg ran. „Wir wollen jetzt noch aufsteigen, um diese sehr gute Saison zu vollenden“, erklärt der künftige HSG-Trainer.

tao

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