„Handballerisch enorm weiterentwickelt“: Sascha Schrödter will die Zeit bei der HSG Würm-Mitte nicht missen.
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„Handballerisch enorm weiterentwickelt“: Sascha Schrödter will die Zeit bei der HSG Würm-Mitte nicht missen.

Wuttke alleine Chefcoach

Heimweh schlägt HSG: Trainer Sascha Schrödter verlässt Würm-Mitte und kehrt zurück nach Thüringen

Früher als geplant legt Sascha Schrödter sein Amt als Trainer der HSG Würm-Mitte nieder und kehrt zurück nach Thüringen. Schuld ist indirekt Corona - und sein Heimweh.

Würmtal – Es ist noch nicht mal ein ganzes Jahr her: Die Handballtrainer Markus Wuttke und Sascha Schrödter sitzen zusammen im Bella Theranda, der Vereinsgaststätte des TSV Gräfelfing, bei einer Pizza und erzählen dem Münchner Merkur von ihren mittelfristigen Plänen mit den Herren I der HSG Würm-Mitte.

Schon damals hat der gebürtige Thüringer Schrödter im Sinn, in rund drei Jahren in seine Heimat zurückzukehren. Vorher will er allerdings etwas im Würmtal aufbauen. Doch die Corona-Krise und ihre Auswirkungen machen dem 41-Jährigen jetzt indirekt einen Strich durch die ursprüngliche Planung.

Heimweh packt HSG-Trainer Schrödter: Rückkehr nach Thüringen

Die meiste Zeit während der Pandemie verbringt Schrödter in Thüringen. Familie und Freunde aus der Kindheit wieder häufiger zu sehen, fördert das Heimweh. „Als dann noch ein sehr gutes Jobangebot kam, dachte ich mir: Warum nicht jetzt wieder zurückgehen?“, erzählt Schrödter. Und so legt er sein Amt bei der HSG nieder.

Die abgebrochene Landesliga-Saison mit Würm-Mitte war auch für ihn als Trainer ein Auf und Ab. Während es spielerisch oft stimmte, waren meist Kleinigkeiten in der Chancenverwertung für Niederlagen verantwortlich. Vor dem vorzeitigen Saisonende lagen die Würmtaler auf dem zehnten Tabellenplatz, der wohl auch bei einer regulären Spielzeit den Klassenerhalt bedeutet hätte.

Schrödter: „Hätte es gerne sportlich zu Ende gebracht“

„Im Endeffekt ist es zwar egal“, sagt Schrödter. „Aber ich bin mir sicher, dass wir auch die Klasse gehalten hätten, wenn wir die letzten Spiele gespielt hätten. Ich hätte es gerne sportlich zu Ende gebracht.“ Auf seine kurze Amtszeit im Würmtal blickt er „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ zurück. „Ich habe hier tolle Leute kennengelernt, einige davon sind sogar Freunde geworden“, sagt der Ex-Coach. „Und noch dazu hatte ich die Gelegenheit, mich handballerisch hier enorm weiterentwickeln zu können.“

Einer seiner neuen Freunde ist Markus Wuttke, mit dem er gemeinsam auf der Bank saß. Die beiden waren außerdem zusammen in Schweden, wo sie sich die Endspiele der Handball-EM live ansahen. Zukünftig muss Wuttke ohne den geschätzten Kollegen weitermachen, der sich bereits von der Mannschaft verabschiedet hat.

Chefcoach Wuttke sucht Co-Trainer bei der HSG Würm-Mitte

Wuttke wird zur kommenden Saison den Posten als alleiniger Cheftrainer der Würmer antreten. „Die Mannschaft will mit mir weitermachen, und die Rolle ist für mich durchaus vorstellbar“, teilt er mit. Dennoch wird Wuttke den kompletten Aufwand nicht alleine stemmen können. „Ich brauche einen Co-Trainer, mit dem ich mich auch auf taktischer Ebene gut unterhalten kann und der ähnlich tickt“, sagt der Coach.

Wer das sein könnte, ist aktuell noch fraglich. Wuttke: „Der Trainermarkt gibt in dieser Zeit nicht so viel her. Aber wir werden sicher eine Lösung finden.“

Schrödter übernimmt HSV Sömmerda in der Landesliga

Schrödter wird derweil Cheftrainer bei seinem Heimatverein, HSV Sömmerda. Beim Landesligisten lernte er einst das Handballspielen. Abteilungsleiter dort ist sein Bruder. „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe, auch wenn ich den Thüringer Handball erst wieder neu kennenlernen muss“, sagt Schrödter. Die dortige Landesliga schätzt er nicht ganz auf dem Niveau der bayerischen ein, allerdings sei sie „deutlich körperlicher und aggressiver“.

Ganz lässt den 41-Jährigen Oberbayern nicht los. Er kündigt an, sich hin und wieder in München blicken zu lassen: „Wenn die Zeit es möglich macht, komme ich gerne vorbei. Ich habe hier einige super Menschen kennengelernt.“

Thomas Okon

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