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Touch the Clouds in Gräfelfing: Präsentation der Teilnehmer.
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Touch the Clouds in Gräfelfing: Dominik Alberto vom LC Zürich, der Sieger im Topfeld der Männer.
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Touch the Clouds in Gräfelfing: Malte Mohr beim Anlauf.

Deutschlands größtes Stabhochsprung-Festival

Touch the Clouds: „Gänsehaut pur“

Reihenweise Bestleistungen und sieben Fünf-Meter-Springer im Top-Feld der Männer: Deutschlands größtes Stabhochsprung-Festival „Touch the Clouds“ hat sich selbst übertroffen.

Gräfelfing„Könnt ihr mir sagen, wie hoch ich gesprungen bin? Das war der beste Wettkampf meines Lebens!“ Dass er 5,30 Meter geschafft hatte, erfuhr der junge Norweger Pal Haugen Lillefosse vom Kampfrichter. Er war damit bester Teilnehmer der Team-Challenge U20/U18 und holte sich den Einzelsieg in der Altersklasse U18. Bereits am ersten Tag zeigte „Touch the Clouds“ sein Rekordpotenzial mit 136 Teilnehmern und, wie auch 2016, über 1000 Zuschauern auf der Anlage des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums.

„Gänsehaut pur“ war nach Matthias Schimmelpfennig, Stabhochsprungtrainer des TSV Gräfelfing und Festival-Organisator, am ersten Wettkampftag geboten. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen schafften alle Sieger der sechs Wettkämpfe persönliche Bestleistungen.

Mit hohen Erwartungen waren Athleten, Trainer und Organisatoren ins Festival gestartet. Der Nachwuchs präsentierte sich im Würmtal-Cup in hervorragender Verfassung: Lena Zintl, LG Stadtwerke München, übersprang 3,05 Meter, und Louis Pröbstle, MTG Mannheim, qualifizierte sich mit 3,60 Meter für die Deutsche Meisterschaft. Weitere persönliche Bestleistungen: Manuel Riemer, TSV 1880 Wasserburg, der trotz Abiturstress 4,45 Meter übersprang, und Julia Zintl, LG Stadtwerke München, mit 3,75 Meter. Höhepunkt am Samstag war die Team-Challenge, die ein norwegisch-bayerisches Mixed-Team für sich entscheiden konnte. Großen Anteil am Erfolg hatte der erst 15-jährige Pal Haugen Lillefosse, der mit seinen 5,30 Meter norwegischen Rekord sprang.

Auch der zweite Tag lief besser als erhofft. Olivia Fischer von Amrisville Athletics aus der Schweiz stellte mit 4,07 Meter einen neuen Stadionrekord auf. Das Niveau des gesamten Frauenfeldes konnte sich sehen lassen. Insgesamt fünf Athletinnen überquerten Höhen über 3,50 Meter.

Im gleichzeitig stattfindenden B-Feld der Männer überwand der noch zur Altersklasse U18 gehörende Oliver Naaß, der bereits am Samstag bei der Team-Challenge angetreten war, 4,70 Meter. Der Athlet des TV 1860 Gunzenhausen ist damit aktuell zweitbester deutscher Nachwuchsspringer.

Der Gräfelfinger Julian Meuer erreichte mit 4,90 Meter eine neue Besthöhe, wurde damit Zweiter im Wolkenkratzer-Wettbewerb und qualifizierte sich für die Deutschen Juniorenmeisterschaften am Wochenende 16./17. Juni in Leverkusen. Ihm gleich machte es Vereinskollege Korbinian Suckfüll im A-Feld der Männer, der mit 4,95 Meter ebenfalls eine persönliche Bestleistung aufstellte, damit aber keine Chance hatte, um den Tagessieg mitzuspringen. Sieben seiner Konkurrenten sprangen über 5 Meter und sorgten damit für ein Niveau, wie es das bis jetzt noch nicht bei „Touch the Clouds“ gegeben hatte. Der Sieg ging, wie bereits 2016, an Dominik Alberto, LC Zürich, der nur fünf Zentimeter unter seiner persönlichen Bestleistung von 5,55 Meter blieb. Im dritten Versuch meisterte er unter tosenden Anfeuerungsrufen und Applaus die 5,50 Meter.

Malte Mohr, zweifacher Silbermedaillengewinner auf Hallenweltmeisterschaften, stieg bei 5,10 Meter ein. Der 30-Jährige hatte zuletzt mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt und erst drei Tage vor dem Wettkampf wieder eine erste Stabeinheit absolviert. Das reichte nicht, um am Sonntag seinen Rhythmus zu finden, Mohr blieb ohne gültigen Versuch.

„Eine rundum erfolgreiches Stabhochsprungfestival. Mir geht es wie Pal, denn ich stecke noch so voller Emotionen und Adrenalin, dass ich noch gar nicht richtig realisieren kann, was wir als TtC-Team in den letzten zwei Tage hier geleistet haben“, sagt Organisator Schimmelpfennig, der selbst wegen eines gerade erst zugezogenen Achillessehnenabrisses stark gehandicapt war. „Das begeisterte Feedback von Sportlern, Trainern und Zuschauern ist eine große Motivation für kommende TtC-Festivals“, so sein Fazit. Alexander Rupp etwa, Stabhochsprungtrainer der MTG Mannheim, verriet Schimmelpfennig, dass 90 Prozent seiner Athleten Bestleistung gesprungen seien.

Der Erfolg wird fortgesetzt: Der Termin für die zwölfte Auflage zeichnet sich bereits ab. Schimmelpfennig: „Wahrscheinlich werden wir das Festival 2018 am 2. und 3. Juni veranstalten.“

Andreas Schuberth

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