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Das neue Damen-Trainerteam der HSG Würm-Mitte: Stefanie Mittasch, Tobias Beckmann (l.) und David Docampo.

Neue Trainerin im Porträt

Stefanie Mittasch: Handball-närrische Senkrechtstarterin trainiert HSG Würm-Mitte

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Stefanie Mittasch (25), neue Bayernliga-Trainerin der HSG Würm-Mitte, verriet uns im Gespräch einiges über ihre Karriere - und warum sie sich im Sommer abends langweilt.

Würmtal – Stefanie Mittasch kommt mit dem Fahrrad. Sie steigt vom Sattel und setzt sich an einen Tisch des Cafés im Münchener Stadtteil Laim. Die 25-Jährige aus der Kleinstadt Pegnitz in Oberfranken hat sich in München bereits gut eingelebt, auch wenn sie gerade noch dabei ist, sich an die Stadt zu gewöhnen. 

Ähnlich verhält es sich mit ihrer Tätigkeit als Trainerin der Damenmannschaft bei der HSG Würm-Mitte. „Ich fühle mich wohl und gut angekommen, aber wir befinden uns noch in der Kennenlernphase“, sagt Stefanie Mittasch, nachdem sie sich ein Wasser bestellt hat – Sportlerin eben.

Generationenwechsel bei Würm-Mitte: Mittasch für Lohmann

Im Frühsommer übernahm Mittasch, die aus beruflichen Gründen nach München zog, das Traineramt beim Handball-Bayernligisten von Claus Lohmann. Nach sechs zumeist erfolgreichen Jahren unter Lohmann hat die HSG mit Mittasch und ihrem Co-Trainer Tobias Beckmann (31) einen Generationenwechsel eingeleitet. Beide könnten selbst noch auf dem Parkett stehen, kamen aber auch aufgrund schwerer Verletzungen zum Trainerjob. 

Beckmann, seit Jahren Spieler der Würmtaler Herrenmannschaft, riss sich in der vergangenen Saison das Kreuzband. Anschließend bot er an, der HSG in anderer Funktion erhalten zu bleiben. Auch Mittasch riss sich vor gut einem Jahr das Kreuzband und konnte daher nicht mehr als Spielerin für die TS Herzogenaurach auflaufen. Infolgedessen übernahm sie das Amt als Co-Trainerin und durfte am Ende der Saison den Klassenerhalt in der Oststaffel der dritten Liga feiern.

Mittasch hält sporadische eigene Einsätze für die HSG für möglich

„Manchmal bin ich selber noch im Spielermodus“, sagt Mittasch und lächelt. Sporadische Einsätze in der zweiten Mannschaft der HSG schließt sie daher nicht völlig aus, stellt aber unmissverständlich klar: „Jetzt bin ich Trainerin.“

Stefanie Mittasch: „Es kribbelt nicht mehr so“

Nach ihrer schweren Verletzung hatte Mittasch ursprünglich ein Comeback geplant, merkte jedoch bald: „Es kribbelt nicht mehr so.“ Sie nimmt gemütlich einen Schluck Wasser. Wenn sie über ihre Laufbahn als Spielerin spricht, wirkt sie dennoch mit sich im Reinen.

Mit sieben Jahren fand sie bei ihrem Heimatverein ASV Pegnitz den Weg zum Handball, spielte dort anschließend 13 Jahre lang. Nach einer Saison beim TV Münchberg wechselte Mittasch nach Herzogenaurach, wo sie sowohl in der Bayernliga als auch in der 3. Liga Ost auflaufen durfte. „Als Spielerin war ich lange sehr verwurzelt in der Heimat. Natürlich war es cool, höherklassig zu spielen, aber in der dritten Liga war dann auch das Ende erreicht“, erzählt sie.

Alles fest im Griff: Stefanie Mittasch sieht kein Problem darin, wenn Spielerinnen älter sind als sie selbst.

Die Handball-Bayernliga soll noch nicht das Maximum sein

Als Trainerin könnte sie sich vorstellen, irgendwann sogar in noch höheren Ligen zu arbeiten. Wie schnell es manchmal gehen kann, merkte sie in den vergangenen zwei Jahren. „Wenn mir jemand damals gesagt hätte, ich wäre in Herzogenaurach Co-Trainerin bei der Drittligamannschaft und dann als Cheftrainerin in der Bayernliga, hätte ich den für verrückt gehalten“, sagt Mittasch.

 Dabei hat sie als Trainerin schon einiges an Erfahrung gesammelt. Bereits mit 14 Jahren übernahm sie bei ihrem Heimatverein erstmals eine E-Jugend, auch als Auswahltrainerin war sie jahrelang tätig. In Herzogenaurach coachte sie während ihrer Zeit als aktive Spielerin die Reserve.

Am liebsten in der Halle: Wohin mit der Zeit in der Sommerpause?

Aus den Erzählungen der 25-Jährigen wird schnell klar, dass der Sport eine große Rolle für sie spielt. „Handball hat schon einen hohen Stellenwert in meinem Leben – muss er aber auch“, sagt Mittasch. „Ich bin es einfach gewohnt, drei- bis viermal pro Woche in der Halle zu stehen. In der Sommerpause habe ich mich dann abends schon manchmal gefragt, was ich machen soll“, erzählt sie mit einem Schmunzeln. 

Mittasch bedankt sich bei HSG Würm-Mitte - und erinnert an Nagelsmann

Umso mehr freute sie sich, als schon kurz nach ihrem Umzug Verantwortliche der HSG mit ihr in Kontakt traten. „Ich bin sehr dankbar, dass man mir das Vertrauen gibt“, sagt Mittasch. „Mit jungen Trainern gehen Vereine ein gewisses Risiko ein. Aber oft – wie etwa bei Fußballtrainer Julian Nagelsmann – bekommen sie auch viel zurück.“ 

Dass einige ihrer Spielerinnen älter sind als sie selbst, bereitet ihr keine Kopfschmerzen. Mittasch: „Am Ende haben Spieler und Trainer die gleichen Ziele. Da spielt das Alter keine Rolle.“

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