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Fünf-Meter-Sprünge und ein fliegender Käfig: 15. Stabhochsprung-Festival Touch the Clouds gelingt

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Es fühlt sich wie fliegen an: Bei der Vorstellung des U20-Startfeldes sprangen die Sportler aus dem Kran-Käfig.
Es fühlt sich wie fliegen an: Bei der Vorstellung des U20-Startfeldes sprangen die Sportler aus dem Kran-Käfig. © Dagmar Rutt

Einige haben die WM-Quali geschafft, viele neue Bestleistungen – und für die Zuschauer war einiges geboten: beim 15. Stabhochsprung-Festival Touch the Clouds.

Gräfelfing – Es waren drei anstrengende Tage für Matthias Schimmelpfennig am Sportplatz des Kurt-Huber-Gymnasiums in Gräfelfing. Doch letztlich zog der Organisator des Stabhochsprung-Festivals Touch the Clouds ein positives Fazit: „Es war ein sehr guter Wiedereinstieg in die Veranstaltung nach den coronabedingten Absagen die Jahre zuvor.“ Die Organisation der 15. Auflage lief bis auf ein paar Kleinigkeiten problemlos und wurde nur durch das Regenwetter am Sonntag etwas gestört.

Ich finde es wirklich klasse, dass wir in unserer kleinen Abteilung in so kurzer Zeit so viele Helfer mobilisieren konnten.

Andreas Krumpholz, Leichtathletikabteilungsleiter des TSV Gräfelfing

Der reibungslose Ablauf war vor allem den zahlreichen Helfern zu verdanken, von denen sich manche sogar vier Tage lang in verschiedenen Aufgaben wie Kampfgericht, Essensverkauf oder Aufbau/Abbau einbrachten. „Ich finde es wirklich klasse, dass wir in unserer kleinen Abteilung in so kurzer Zeit so viele Helfer mobilisieren konnten“, lobte Andreas Krumpholz, der Leichtathletikabteilungsleiter des TSV Gräfelfing. Für die medizinische Erstversorgung standen wie in den vorigen Jahren die Johanniter bereit.

Gräfelfinger im Einsatz: das Kampfgericht mit Finn Waigand, Maximilian Riedl, Organisator Matthias Schimmelpfennig, Theresa Albrecht, Moderatorin Catiana Rettenberger, Chiara Sistermann und Noemi Rentz (v.l.).
Gräfelfinger im Einsatz: das Kampfgericht mit Finn Waigand, Maximilian Riedl, Organisator Matthias Schimmelpfennig, Theresa Albrecht, Moderatorin Catiana Rettenberger, Chiara Sistermann und Noemi Rentz (v.l.). © Dagmar Rutt

Neben Attraktionen wie dem Flug in einem Käfig, der an einem Kran der Firma Schmidbauer hing und einen grandiosen Ausblick über die Dächer von Gräfelfing bot, oder einem Schnupperstabhochsprung für Kinder mit dem ehemaligen Vizeeuropameister Lars Börgeling ging es auch sportlich hoch her. Am Samstag bei noch gutem Wetter zeigten besonders die Stabhochspringer im Feld der männlichen U20 herausragende Leistungen. Dort ging es schließlich um die Qualifikation für die U20-Weltmeisterschaften im kolumbianischen Cali.

Ein paar Stabhochspringer knacken die Norm für die U20-WM

Marec Metzger war in Gräfelfing der beste Springer und erfüllte mit 5,30 Meter genauso die Norm wie Lion-Jerome Tür (5,05 Meter). Dem einzigen Gräfelfinger Teilnehmer in diesem Feld erging es dagegen nicht so gut: Vincent Hell scheiterte an seiner Einstiegshöhe von 4,30 Meter.

Etliche Zuschauer feuerten die Sportlerinnen und Sportler wie U20-Siegerin Anna Grebe (USC Mainz) an.
Etliche Zuschauer feuerten die Sportlerinnen und Sportler wie U20-Siegerin Anna Grebe (USC Mainz) an. © Dagmar Rutt

Bei der weiblichen U20 erfüllte niemand die WM-Norm. Den Sieg holte sich Anna Grebe vom USC Mainz mit neuer persönlicher Bestleistung von 3,81 Meter. An den Start ging auch die Gräfelfingerin Theresa Albrecht, die sich viel vorgenommen hatte, aber von einer Verletzung am Fuß ausgebremst wurde. 3,41 Meter und neue Saisonbestleistung waren dennoch beachtenswert.

Gräfelfings und Deutschlands Nummer eins verzichtet auf U20-Start

„Ich muss jetzt abwarten, was die Untersuchung ergibt, dann sehe ich weiter“, sagte sie. Trainingskollegin Chiara Sistermann, die Nummer eins der deutschen Bestenliste, verzichtete auf einen Start, um ihren Bänderriss auszukurieren und die noch lange Saison nicht zu gefährden.

Auf Höhenjagd begaben sich die Stabhochspringerinnen und Stabhochspringer wie Sophie Sachsenhauser (LAC Quelle Fürth) bei Touch the Clouds 2022.
Auf Höhenjagd begaben sich die Stabhochspringerinnen und Stabhochspringer wie Sophie Sachsenhauser (LAC Quelle Fürth) bei Touch the Clouds 2022. © Dagmar Rutt

Hochklassig wurde es im Topfeld der Frauen. Sowohl Anjuli Knäsche (LG Leinfelden-Echterdingen) als auch Ella Buchner aus Potsdam knackten die 4,30 Meter. Der Start der besten Männer musste aufgrund des einsetzenden Regens verschoben werden. Schließlich wurde es jedem Teilnehmer selbst überlassen, ob er bei den widrigen Bedingungen springen wollte.

Zwei Gräfelfinger Männer mischen mit

Für einen Einsatz entschied sich TSV-Springer Korbinian Suckfüll, der bei dann doch aufklarendem Himmel eine ordentliche Leistung von 4,90 Meter zeigte. Für gültige 5,10 Meter fehlte ihm anschließend nur eine Winzigkeit.

Bei schönerem Wetter waren am Freitag die besten Leistungen im Männerwettbewerb geboten worden. Felix Eichenberger aus der Schweiz und Stammgast Lamin Krubally überquerten jeweils die 5,30 Meter. Dahinter war der Gräfelfinger Louis Pröbstle mit 5,00 Meter keineswegs zufrieden. „Die Höhe für eine neue Bestleistung hatte ich, aber die Tiefe stimmte mal wieder nicht“, resümierte Pröbstle.

Jeder fängt mal klein an: Beim Schnupperstabhochsprung half der ehemalige Vizeeuropameister Lars Börgeling Kindern wie der sechsjährigen Edda bei den ersten Sprungversuchen.
Jeder fängt mal klein an: Beim Schnupperstabhochsprung half der ehemalige Vizeeuropameister Lars Börgeling Kindern wie der sechsjährigen Edda bei den ersten Sprungversuchen. © Dagmar Rutt

Ähnlich erging es Lilly Samanski. Das Einspringen lief nicht optimal, dann kam noch längere Wartezeit hinzu. Dennoch fand die 17-Jährige gut in den Wettbewerb, hatte aber mit zu weichen Stäben zu kämpfen. 3,90 Meter waren ordentlich, Samanski erhofft sich aber in den kommenden Wochen bessere Leistungen.

Samanski knackt EM-Norm, weitere Gräfelfinger springen Bestleistung

Dennoch knackte sie genau wie Tamineh Steinmeyer aus Schwäbisch Hall mit der gleichen Höhe die Norm für die U18-EM. Zudem gewann Samanski tags darauf in Brixen beim Ländervergleichskampf den Stabhochsprung und fuhr die maximale Punktzahl für Bayern ein.

Ohne die kräftige Unterstützung durch die Gemeinde und unsere Sponsoren könnten wir eine solche Veranstaltung nicht stemmen.

Matthias Schimmelpfennig, Organisator Touch the Clouds

Zufrieden war Noah Kollhuber. Trotz Trainingsrückstandes sprang er beachtliche 4,81 Meter. Zahlreiche persönliche Bestleistungen gab es zudem bei den jüngeren TSV-Athleten. Der 16-jährige Nico Immerz pulverisierte mit 3,32 Meter seine alte Bestmarke von 2,95 Meter. Lukas Baumgarten, Enzo Wolter und Paul Richstein überquerten jeweils 3,80 Meter, was nur für Baumgarten keine Verbesserung darstellte. Die jüngsten Gräfelfingerinnen, Nina Krack (2,10 Meter) und Elena Müller (2,00), waren ebenfalls glücklich über ihren ersten Wettkampf.

Für Unterhaltung sorgte beim Stabhochsprung-Festival unter anderem die Tanzgruppierung Dalaaz Dance aus Poing.
Für Unterhaltung sorgte beim Stabhochsprung-Festival unter anderem die Tanzgruppierung Dalaaz Dance aus Poing. © Dagmar Rutt

Das Fazit von Organisator Schimmelpfennig fiel besonders im finanziellen Bereich positiv aus, da ein Defizit vermutlich abgewendet werden konnte. „Ohne die kräftige Unterstützung durch die Gemeinde und unsere Sponsoren könnten wir eine solche Veranstaltung nicht stemmen“, sagte Schimmelpfennig. Das nächste Touch the Clouds ist schon in Planung und soll am letzten Pfingstferienwochenende 2023 (9. bis 11. Juni) stattfinden.

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