Wichtige Bälle parierte Würm-Mittes Chiara Steger in der zweiten Halbzeit gegen den Thüringer HC.
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Wichtige Bälle parierte Chiara Steger von der HSG Würm-Mitte in der zweiten Halbzeit gegen den Thüringer HC.

JBLH-Zwischenrunde

Trotz Niederlage ein „geiles Gefühl“: HSG Würm-Mitte bringt Favorit Thüringer HC ins Stolpern

  • vonTobias Empl
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Im Zwischenrunden-Hinspiel der Handball-Jugendbundesliga unterliegt die HSG Würm-Mitte Favorit Thüringer HC 22:26. Nach nervösem Beginn steigern sich die Young Wildcats.

Würmtal – Ein „geiles Gefühl“ sei es gewesen, nach so langer Zeit mal wieder ein Pflichtspiel in der Halle des Kurt-Huber-Gymnasiums in Gräfelfing zu bestreiten. Das sagte Miriam Hirsch, Handballtrainerin der weiblichen A-Jugend der HSG Würm-Mitte, nach dem Achtelfinal-Hinspiel in der Jugendbundesliga (JBLH) gegen den Thüringer HC. Noch besser wäre ihr Gefühl freilich gewesen, wenn am Ende ein besseres Ergebnis herausgekommen wäre als die 22:26-Niederlage (7:14).

„Rückblickend ärgert es mich schon. Wir hätten uns gerne eine bessere Ausgangsposition verschafft“, so Hirsch.

JBLH: Thüringer HC reist mit nur einer Feldspielerin auf der Bank an

Das Gefühl, eine Chance verpasst zu haben, lag zum einen daran, dass die Gäste am Sonntag nicht in Bestbesetzung angetreten waren: Mit der erstligaerprobten Arwen Rühl, Tyra Bessert, Chiara Thorn und Dana Krömer fehlten dem Favoriten mehrere Rückraumspielerinnen, und da die B-Jugend zeitgleich ebenfalls um die Deutsche Meisterschaft spielte, reiste der THC mit nur einer Feldspielerin auf der Bank an.

„Sie hatten keinen breiten Kader. Wenn wir im Bayernliga-Rhythmus gewesen wären, wäre vielleicht mehr drin gewesen“, sagte Hirsch. Dennoch musste sie festhalten: „Wir haben mehr technische Fehler gemacht, daher geht das Ergebnis in Ordnung.“

Livestream überträgt JBLH-Spiel zwischen Würm-Mitte und THC ins Netz

Begonnen hatte der Tag für die HSG Würm-Mitte mit einer positiven Nachricht: Alle gut zwei Stunden vor Anpfiff erfolgten Corona-Tests waren negativ. Dem Anpfiff des ohne Zuschauer ausgetragenen, aber per Livestream kostenlos im Internet übertragenen Spiels stand nichts mehr im Wege.

Was die beiden vereinseigenen Live-Kommentatoren Simon Engert und Tobias Beckmann in den ersten Minuten zu sehen bekamen, konnte ihnen allerdings – ebenso wie allen Zuschauern, die es mit den Young Wildcats hielten – nicht besonders gefallen. Nach drei Minuten lagen die Gastgeberinnen mit 0:3 in Rückstand.

JBLH-Zwischenrunde: Lucy Gündel vom Thüringer HC reißt Spiel an sich

Vor allem die wurfgewaltige U-Nationalspielerin Lucy Gündel, vor der Hirsch bereits im Vorfeld gewarnt hatte, war zwischenzeitlich kaum in den Griff zu bekommen. Die HSG kam dagegen offensiv nur selten zur Geltung, lief einem immer größer werdenden Rückstand hinterher, der bis zur Halbzeit auf sieben Tore anwuchs (7:14). „Wir haben große Probleme, im Angriff Lösungen zu finden“, analysierte Experte Beckmann im Livestream.

Wir haben große Probleme, im Angriff Lösungen zu finden.

Experte Tobias Beckmann im JBLH-Livestream

Trainerin Hirsch hatte bereits im Vorfeld aufgrund der fehlenden Matchpraxis ein fehlerbehaftetes Spiel erwartet – und bekam das auch zu sehen. Immer wieder hatten beide Teams technische Probleme, die daraus resultierenden Ballgewinne wurden ebenfalls oft nicht konsequent ausgenutzt. „Vor allem in der ersten Halbzeit hat man gemerkt, dass uns einiges an Spielpraxis fehlt“, meinte Hirsch.

JBLH-Zwischenrunde: HSG-Keeperin Steger hält wichtige Bälle des THC

Im zweiten Durchgang hatte dann aber auch der Thüringer HC deutlich mehr Schwierigkeiten, leistete sich leichte Ballverluste, verwarf drei Siebenmeter und scheiterte mehrfach an HSG-Keeperin Chiara Steger. „Wir haben sie ziemlich ins Schnaufen gebracht, und deswegen bin ich auch stolz auf die Mädels“, lobte Hirsch.

Nach einer Umstellung harmonierte Würm-Mittes Abwehr deutlich besser. Ihren fünf Treffern aus dem ersten Durchgang ließ die nun in Manndeckung genommene Gündel nur noch einen weiteren folgen.

Aufholjagd der HSG Würm-Mitte gegen Thüringer HC wird nicht belohnt

Offensiv zeigten die Young Wildcats außerdem deutlich mehr Zug zum Tor und kamen immer näher an den etwas nervös werdenden Favoriten heran. Besonders Isabella Leube, im ersten Durchgang noch torlos, riss das Spiel an sich. Sie war am Ende mit fünf Treffern gemeinsam mit Carolin Hübner beste Werferin ihres Teams. „Der Rückraum hat dann insgesamt sehr gut agiert“, befand Hirsch.

Wenn die mit vier Toren auswärts gewinnen können, können wir es auch.

Miriam Hirsch, Trainerin der HSG Würm-Mitte, mit Blick auf das Rückspiel am Samstag

Gut neun Minuten vor Schluss verkürzte Leube sogar auf 20:21. In der Schlussphase agierte Würm-Mitte im Angriff jedoch wieder glückloser, verwarf unter anderem einen Siebenmeter. Der THC gab dagegen die passende Antwort und erarbeitete sich letztlich ein komfortables Vier-Tore-Polster für das Rückspiel am kommenden Samstag in Bad Langensalza.

Entschieden ist für Hirsch trotzdem noch nichts: „Jetzt sind wir im Rhythmus drin. Vom Gefühl her ist noch alles offen. Wenn die mit vier Toren auswärts gewinnen können, können wir es auch.“

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Die Statistik zum Spiel:
HSG Würm-Mitte – Thüringer HC 22:26 (7:14)
HSG Würm-Mitte: C.Steger, Lindner; Leube (5), Gettwart (3), Groh, Zirngibl (1), Steiner, von Eichhain (2), Hübner (5/1), Becker, Kr.Krecken (3), Feles (1), von Bomhard, L.Steger (2)
Thüringer HC: Woike, Berndt; Weyh (9/4), Gündel (6), Büttner (4), Schwanethal (2), Bergander (1), Schorch (3), Seiler (1)

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