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Die Sitzbänke am Fußballplatz sollen mit neuem Holz ausgestattet werden – keine günstige Angelegenheit, weiß TSV-Geschäftsführer Sascha Lauterbach.

Crowdfunding-Projekte

TSV Gräfelfing hofft auf finanzielle Unterstützung der Mitglieder

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Mittels Crowdfunding will der TSV Gräfelfing das Holz für neue Sitzbänke am Fußballplatz bezahlen. Generell wird in der Verwaltung gerade modernisiert.

Gräfelfing– Vor einem Monat lag wenigstens noch ein Euro auf dem Konto. Mittlerweile klafft auf der Homepage des TSV Gräfelfing eine dicke schwarze Null unter dem Crowdfunding-Projekt „Holz für unsere Bänke“. Da mit den Jahren die Sitzgelegenheiten am Fußballplatz an der Hubert-Reißner-Straße langsam morsch werden, sah sich der Verein zu einer Spenden-Aktion gezwungen, um die veranschlagten Kosten von 2000 Euro zu finanzieren.

Aber irgendwie steckt in diesem Projekt noch der Wurm drin, während die Spenden für das „kleine Traumcafé“ reichlich fließen. Über 56 000 Euro sind bereits für diese Initiative eingegangen, die bei Straßenfesten eine ungezwungene und selbstverständliche Begegnung von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung ermöglichen soll. „Wenn wir so einen Weg einschlagen, können wir uns nicht hinstellen und erwarten, dass es gleich funktioniert“, meint Sascha Lauterbach. Der TSV-Geschäftsführer gesteht der unorthodoxen Sammel-Methode daher eine gewisse Anlaufzeit zu. Vor einem guten halben Jahr hat er diverse Projekte auf die Internetseite seines Vereins gesetzt. Sie sind auch ein Probeballon dafür, ob die Mitglieder bereit sind, den Umbau des TSV zum virtuellen Klub mitzuvollziehen.

Als 1982 das neue Vereinsheim errichtet wurde, schufen die Architekten Kapazitäten für gut 800 Sportler. Inzwischen hat sich die Zahl vervierfacht. Im Durchschnitt wächst der Verein um 100 Mitglieder pro Jahr. „Alle Abteilungen stoßen an ihre Grenzen“, sagt Lauterbach. Aber auch das Inventar leidet unter der immensen Beanspruchung. Den Kunstrasen benutzen im Training vier Mannschaften gleichzeitig. Auch der Boden in der Turnhalle muss saniert werden. Zwar wurde ein neuer Belag eingezogen, doch an dem darunter liegenden alten nagt der Zahn der Zeit. „Es liegt in der Natur, dass unser Gelände saniert werden muss“, so Lauterbach.

Allerdings fallen nicht nur auf dem Areal ständig neue Arbeiten an, auch in der Verwaltung hat der Manager einiges zu tun. Der Boom bei den Mitgliedern hat ihn dazu veranlasst, seit einem halben Jahr die Anmeldungen auch online entgegenzunehmen. Damit endet nicht nur die Zettelwirtschaft der Funktionäre aus den einzelnen Abteilungen, die ihm oftmals unleserliche und unvollständige Anträge ablieferten. Der ganze Verein wird transparenter. Wer zum TSV gehen will, kann dies nun einfach und sofort – und vor allem selbstständig – über das Internet erledigen. „Es ist ein unglaublicher Verwaltungsaufwand, den wir dadurch totschlagen können“, erklärt Lauterbach, denn nun hat er vor allem genaue und vollständige Daten, die sich schnell verarbeiten lassen. Für eine Halbtagskraft wie ihn ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Außerdem erhält er auf diese Weise auch gleich die Mail-Adressen der neuen Mitglieder, die er durch einen Newsletter mit den brandaktuellen Informationen über den Verein versorgen kann. Dieser Service kommt an: In den vergangenen vier Monaten bearbeitete der Geschäftsführer allein 200 neue Anträge. Der Jahresbeitrag, den der TSV für seine Sportler und Athleten erhebt, ist mit 132 Euro für aktive Vollmitglieder und 72 Euro für Kinder bis 14 Jahre kaum zu schlagen. „Wir sind hier der günstigste Verein“, verkündet Lauterbach mit einem gewissen Stolz.

Doch lassen sich bei einem solchen Betrag viele Ausgaben nicht mehr finanzieren. Auch wenn die Gemeinde und die Sponsoren den TSV tatkräftig unterstützen, ohne Zuwendungen der Mitglieder geht es manchmal nicht. Allerdings will der Manager nicht mehr wie früher den Hut rumgehen lassen. Um einiges praktischer ist das Almosengeben via Internet. Die Spender können Höhe und Zweck ihres Engagements genau festlegen und erhalten dafür auch die nötige Bestätigung für das Finanzamt. „So wissen wir immer, wann, woher und für was das Geld eingegangen ist“, sagt Lauterbach, der erleichtert über die klaren Abläufe ist.

Nur seine verwitterten Bänke bereiten ihm noch ein wenig Kopfzerbrechen. Vielleicht erbarmt sich in diesem Frühjahr ja doch noch jemand. „Von einem Euro bis alles“, nimmt Lauterbach gerne sämtliche Beträge an, um die Kosten zu decken. Schließlich will er den Zuschauern bei den Heimspielen der Fußballer „einen guten Sitzplatz garantieren“.

hch

Das Crowdfunding

Crowdfunding betreibt der TSV Gräfelfing auf seiner Internetseite. Dort kann man für das Holz für die Zuschauerbänke und das kleine Traumcafé spenden, unter Link.

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