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Statt drei werden künftig fünf ICE aus ganz Deutschland jedes Wochenende nach Garmisch-Partenkirchen fahren. Zwischenstopps gibt es in Tutzing und Oberau.

Neue ICE-Verbindungen

Aus Lübeck direkt nach Garmisch

Garmisch-Partenkirchen - Die Deutsche Bahn setzt ab Dezember mehr ICE-Züge aus dem Norden Deutschlands nach Garmisch-Partenkirchen ein. Und sogar Oberau und Tutzing werden zu ICE-Bahnhöfen.

Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass die Bahn den täglichen Intercity Alpenland von Dortmund nach Garmisch-Partenkirchen und zurück eingestellt hat. Nicht kostendeckend, so das Argument der Bahn. Seitdem ist der Fremdenverkehrsort unter der Zugspitze nur noch zum Bettenwechsel an Samstagen an den Fernverkehr angebunden, dort halten drei ICE. Ab Dezember wird die Zahl kräftig aufgestockt: Zum Fahrplanwechsel werden dann jedes Wochenende fünf ICE nach Garmisch-Partenkirchen fahren.

„Das ist riesig. Wir haben sehr viele Gäste, die mit dem Zug anreisen“, freute sich Bürgermeister Thomas Schmid. Er sieht das als Erfolg beim Bestreben, nach der Ski-Weltmeisterschaft 2011 auch Olympia 2018 zusammen mit München und Schönau auszurichten. Schließlich wird auch die Bahnstrecke bis 2011 mit 42 Millionen Euro ausgebaut. Außerdem: „Wir sind einer der wenigen Orte, die man so ideal mit der Bahn anfahren kann“, sagt Schmid.

Bei der Bahn heißt es zwar, die Ski-WM mit ihrer überregionalen Bedeutung sei bei der Aufstockung der ICE-Züge sicher hilfreich gewesen. „Aber die WM dauert auch nur zwei Wochen“ – und die Züge sollen das ganze Jahr ausgelastet sein. Schmids Argument mit dem guten Bahn-Anschluss von Garmisch-Partenkirchen kann er aber unterstreichen: „Dass so ein Tourismusort gut mit dem ICE zu erreichen ist, hat man etwa bei Oberstdorf oder Berchtesgaden nicht.“ Bei ersterem gibt es keine Oberleitung, bei letzterem sind die Anstiege für den ICE zu steil.

Bleibt also Garmisch-Partenkirchen, das bisher vom ICE Wetterstein (aus Dortmund), ICE Werdenfelser Land (aus Hamburg) und ICE Karwendel (aus Berlin) angefahren wird. Künftig kommt bereits freitags ein weiterer ICE aus Berlin dazu, der am Sonntag wieder zurückfährt. Ebenfalls neu ist ein ICE aus Nürnberg, der anschließend nach Bremen fährt und ebenso neue Gästeschichten erschließen soll wie der Hamburg-ICE, der künftig in Lübeck startet. Und Direktverbindungen sind immens wichtig, weil Umsteigen mit viel Gepäck immer gleich abschreckende Wirkung hat.

Ebenso ein Novum: Zwei der fünf ICE fahren weiter nach Innsbruck und halten in Seefeld, das als großes Skigebiet in direkter Konkurrenz zu Garmisch-Partenkirchen steht. „Vor fünf Jahren wäre die Angst noch da gewesen, aber nach unseren Investitionen in Seilbahnen und Pisten haben wir ein gesundes Selbstbewusstsein“, sagt Schmid. Vielmehr würden Gäste aus Seefeld oder Ehrwald nach Garmisch-Partenkirchen kommen, „weil wir attraktivere Einkaufsmöglichkeiten haben“.

Völlig unverhofft können sich ab Dezember auch Oberau und Tutzing ICE-Bahnhöfe nennen: Die meisten Züge legen dort einen Zwischenstopp ein. „Wir freuen uns schon“, sagt der Oberauer Geschäftsleiter Robert Zankel, und sein Tutzinger Kollege Ullrich Langenbach jubiliert: „Das ist der Hammer, eine tolle Nachricht für Tutzing. Das bringt sicher einige Menschen zusätzlich zu uns.“

Von Boris Forstner

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