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Mit Händen und Füßen: Einen schweren Stand hatte Tatjana Obermeier (l.). Die Erdingerin kämpfte zwar tapfer, verlor gegen die routinierte Engländerin Monika Markowska aber einstimmig nach Punkten. 

78. Erdinger Herbstfest – Kickbox-Vergleichskampf

Last-Minute-Sieg gegen die Briten

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So gut besucht wie selten zuvor war der Kickbox-Vergleichskampf auf dem Erdinger Herbstfest. Die heimische Staffel trat gegen das englische Team London an. Erst im letzten Kampf wurde der Vergleich entschieden.

Erding – Neunmal ging es gestern Vormittag im Ring zur Sache, der im Weißbräuzelt aufgebaut war. Die Zuschauer sahen spannende Kickbox-Kämpfe, die jeweils über drei Runden à zwei Minuten gingen, und beklatschten am Ende den knappen 10:8-Erfolg des KBV Erding gegen das Team London. Im letzten Kampf setzte sich Gabriel Pempel durch und sicherte so den Gesamtsieg.

Organisator Heinz Klupp holte zu Beginn der Veranstaltung Martin Rötzer und den englischen Trainer Dev Barrett in den Ring und erzählte, dass sie sich seit 1982 kennen. Damals waren Klupp und Rötzer in London Weltmeister geworden – ebenso wie Barrett, der nun englischer Landestrainer ist.

Und dann ging es los mit dem Erdinger Paul Kästner, der es in der Klasse bis 81 Kilo mit Adam Ricount zu tun bekam. Der Lokalmatador war über drei Runden der bessere Mann und traf genauer. Das brachte Kästner einen einstimmigen Punktsieg.

„Das ist eine hart umkämpfte Begegnung.“ Das sagte Klupp nach der ersten Runde zwischen dem Engländer Connor Haymes und Felix Dlugosch in der Klasse bis 67 Kilo. Der Erdinger, der die geringere Körpergröße und folglich auch Reichweite hatte, versuchte immer wieder in den Nahkampf zu gehen. Hamyes probiert, sich seinen Gegner mit Kicks vom Leib zu halten. Am Ende „war es knapp, aber einstimmig“, sagte Klupp und gab den Sieg des Engländers bekannt.

Dion Barrett, Sohn des englischen Coaches, fuhr dann mit einem klaren Punktsieg in der Klasse bis 71 Kilo gegen Jan Merilain den nächsten Sieg für seine Staffel ein. Doch war der Rückstand postwendend wieder aufgeholt. Der Deggendorfer Gastboxer Clemens Ruder, gecoacht von der mehrfachen Weltmeisterin Julia Irmen, ließ in der Klasse bis 71 Kilo Scott Brewer keine Chance. Der hielt zwar drei Runden durch, musste aber nach harten Kicks gegen den Körper zweimal angezählt werden.

Engagiert und aggressiv stürzte sich dann Tatjana Obermeier in der Klasse bis 52 Kilo ins Gefecht mit Monika Markowska. Die 25-jährige Erdingerin fand aber letztlich kein probates Mittel gegen die knapp 40-Jährige und musste sich geschlagen geben. Für den Ausgleich im Mannschaftsvergleich sorgte anschließend Simon Müller in der Klasse bis 86 Kilo mit einem einstimmigen Punktsieg gegen Gareth Ashman.

Mitreißender Auftritt von Sportsoldat Ill

Einen Kampf, „bei dem von Anfang an die Fetzen fliegen“, hatte KBV-Trainer Peter Lutzny versprochen. Und er hatte Recht. Klupp stellte Eugen Ill vor, „den ersten deutschen Sportsoldaten im Kickboxen“. Der 18-Jährige lieferte sich in der Klasse bis 63,5 Kilo einen mitreißenden Fight mit dem 17-jährigen John Dalton und gewann einstimmig nach Punkten. „Es ist durchaus möglich, dass es nächste Woche bei der Junioren-WM in Jesolo zu einer Neuauflage dieses Kampfes kommt“, erklärte Klupp. Die Erdinger 8:6-Führung konterten die Engländer aber in beeindruckender Manier. Dale Bannister gewann gegen Adrian Reisinger in der Klasse bis 75 Kilo in der dritten Runde durch k.o., und so stand es jetzt 8:8.

Der letzte Kampf musste also die Entscheidung bringen. Gabriel Pempel duellierte sich in der Klasse bis 81 Kilo mit Josef Miachin. Und hier ließ der Erdinger nichts anbrennen. Obwohl er manchmal etwas leichtfertig wirkte, weil er den Gegner im Griff hatte, waren sich die Punktrichter einig: Einstimmiger Sieg für den Erdinger, der so für den Endstand von 10:8 gesorgt hatte.

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